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Buchcover: Sigrid Born: Geld spielt (k)eine Rolle

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Geld spielt (k)eine Rolle von Sigrid Born

erschienen bei arsEdition

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

Fünfzehn Prominente erläutern Begriffe rund ums liebe Geld und beantworten Fragen, die unseren Kindern im täglichen Leben begegnen können. Kompetent, wissenschaftlich und doch für Kinder verständlich wird mit diesem Kinderbuch bereits schon sehr umfassendes Wissen vermittelt und damit die Neugierde auf dieses facettenreiche Thema gestillt.

„Wie ist das Geld entstanden?“, „ Wie funktioniert die Börse?“, „Warum müssen die Mensche Steuern zahlen?“ und wie finanzieren sich Fussballvereine und Fernsehsendungen? – Fragen, wie sie sich Kindern oft stellen; doch sie werden, sobald sie einen flüchtigen Blick in die Zeitung werfen unweigerlich mit wirtschaftlichen Begriffen konfrontiert. Doch, ganz ehrlich, wer traut sich zu, einem Kind das Prinzip der Marktwirtschaft zu erklären oder die Vorgehensweise an der Börse?

In diesem Sachbuch stehen fünfzehn Prominente Frage und Antwort. Zu jeweils einer Frage bekommen wissenshungrige Kinder eine fundiert fachliche und doch leicht verständliche Antwort.

So erklärt Michael Jungblut, Empfänger des Ludwig-Erhard-Preises für Wirtschaftspublizistik, in dem ersten Beitrag dieses Buches, warum ein Apfel 50 Cent kostet. Überschaubar und logisch werden hier vom Anbau, über den „Reiseweg“ und den Verkauf, bis hin zum Endverbraucher die Grundprinzipien der Marktwirtschaft deutlich gemacht. Durch lebensnahe und alltägliche Beispiele gelingt es dem Autor dieses Beitrages, das Thema verständlich zu machen.

In einem anderen Text macht Günter Jauch sehr anschaulich deutlich, dass öffentlich- rechtliche Fernsehsender sich hauptsächlich über Gebühren finanzieren, wohingegen Privatsender fast ausschließlich auf Werbung angewiesen sind. Zu der Fragestellung „Wer bezahlt die Sendungen im Fernsehen?“ erläutert Günter Jauch noch weitergehend, was mit den Einnahmen von Fernsehsendern passiert und inwieweit die Finanzierung des Senders auch das jeweilige Programm beeinflusst.

Die SPD- Politikerin Renate Schmidt beantwortet die Frage„;Wieviel Gehalt bekommen meine Eltern und wofür geben sie es aus?“;. Die ehemalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beantwortet in ihrem Beitrag, was ein Tarifvertrag ist und welche Leistungen Arbeitnehmer neben dem Gehalt noch beziehen. Bei einer solchen Fragestellung können natürlich nur „Allgemeinplätze“ angeführt werden, doch macht die Antwort die wesentlichen Aspekte deutlich.

Markus Koch, Korrespondent des Nachrichtensenders „n-tv“, erklärt die Grundlagen der Preissteigerung und beantwortet die Frage, warum Brot heute mehr kostet, als vor 50 Jahren. Sehr deutlich wird hierbei, dass nicht nur der Euro an allem schuld ist. Kinder können hier nachvollziehen, wieviele Faktoren hier ineinander greifen.

„Wie funktioniert die Börse?“ ist eine Frage, die sich wohl nicht nur Kinder stellen. Günter Ogger, Wirtschaftsjournalist und Autor, macht durch den Vergleich mit einem großen Marktplatz deutlich, wie an der Börse gehandelt wird. Neben einer Erklärung für Dax und Dow Jones, die in diesem Kontext natürlich nicht fehlen darf, gibt der Autor dieses Textes auch Tipps für Aktieneinsteiger und warnt davor, den Aktienmarkt zu unterschätzen.

Franz Müntefering greift dagegen wieder ein etwas brisanteres Thema auf und versucht zu erklären, warum die Menschen Steuern zahlen müssen. Der Politiker erklärt, wofür Steuern benötigt werden und warum Steuerbetrug unfair ist. Neutral und unparteiisch gelingt es dem SPD- Politiker, die Grundzüge der Steuerpolitik zu erläutern.

Die Frage, auf welche Weise Fußballvereine ihr Geld verdienen, beschäftigt garantiert viele Kinder, vor allem eingefleischte Fans. Wer könnte diese Frage besser beantworten als der berühmte Fußballmanager, Reiner Calmund? Er erklärt uns die vier Säulen, die einen Fußballverein tragen: „Merchandising“, „Ticketing“, „Sponsoring“ und die Einnahmen aus Fußballübertragungen werden aufgeschlüsselt und- verpackt in eine der Zielgruppe entsprechenden Geschichte- erklärt.

Natürlich können die Autoren sich in ihren Beiträgen nicht in Details verlieren, doch gelingt es allen, ohne unnötige Ausschmückungen eine Antworten zu geben, die alle neugierigen Kinder zufrieden stellen dürfte. Von entscheidender Bedeutung für die Richtigkeit der Beiträge ist, dass bei allen Ausführungen das Fachwissen im Vordergrund steht. Die prominenten Autoren bringen in den Texten viele verständliche Beispiele, die nahe am Alltag der Kinder sind. So werden komplexe und komplizierte Vorgänge der Wirtschaft übersichtlich und verständlich. Sprachlich bewegen sich die Beiträge in einem Rahmen, den Kinder gut verstehen können. Und doch entsteht nicht der Eindruck, dass man unseren Kleinen etwas vorenthält, um das Verständnis zu erleichtern.

Optisch und inhaltlich sind die verschiedenen Texte auf eine Weise gegliedert, die das vermittelte Wissen sozusagen „häppchenweise“ verabreichen. So sind unter einer großen Hauptfrage mehrere Unterfragen aufgeführt, die dann im folgenden Text beantwortet werden.

Comicartige Zeichnungen lockern die einzelnen Texte auf, sind aber nicht auf jeder Seite zu finden. Der Illustrator, Roland Prillwitz, greift die Thematik der Texte in seinen Zeichnungen auf und trägt mit ihnen einen Teil dazu bei, das Verständnis zu fördern. So finden wir unter anderem zum Thema Fußballvereine eine Zeichnung, auf der ein von vier Säulen getragenes Fußballfeld zu sehen ist, oder zum Thema Gehalt den Bundesadler, der auf einem Tablett die verschiedenen Leistungen, wie Rente, Kindergeld oder Arbeitslosengeld präsentiert.

Am Ende des Buches wird den wissenshungrigen kleinen Lesern noch eine alphabetische Übersicht der verschiedenen wirtschaftlichen Fachbegriffen geboten, bei der die wichtigsten Ausdrücke noch einmal in aller Kürze erläutert werden.

Fazit:

Kaum zu glauben, aber wahr: Selbst Politiker schaffen es, in diesem Buch eine verständliche und eindeutige Antwort auf eine Frage zu geben. Wer dieses Buch seinem Kind zu lesen gibt, sollte vielleicht auch mal selbst einen Blick hinein werfen, denn sonst könnte die Gefahr eines Rollentausches bestehen und unsere Kleinen werden zu denjenigen, die mehr wissen, als wir.

Simone Brinkschulte

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