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Buchcover: Quint Buchholz: Schlaf gut, kleiner Bär

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Schlaf gut, kleiner Bär von Quint Buchholz

erschienen bei Hanser

geeignet für Kinder im Alter ab 3 Jahren

Einschlafen ist für Kinder jeden Abend aufs Neue eine Herausforderung. Gut, wenn der kleine Bär dabei sanft helfen kann.

Am Ende eines langen und aufregenden Tages geht der kleine Bär ins Bett. Er zieht seine Schlafanzughose an, hört eine Geschichte, trinkt noch etwas Wasser, bekommt Gutenachtküsschen …bis in seinem Zimmer das Licht gelöscht wird. Aber da er noch nicht müde ist, krabbelt er noch einmal zum Fenster, um seinem Freund, dem Mond, einen Gutenachtkuss zu geben. Er betrachtet die Aussicht und erinnert sich an all die schönen Dinge, die er an diesem Tag und an Tagen davor erlebt hat: wie er als Seeräuber auf dem See segelte, an die vielen Besuche bei Frau Rose, der Nachbarin, an das kleine Holzauto, das er der Vogelscheuche auf dem Feld in die Jackentasche gesteckt hat, an das Zirkuszelt im Nachbardorf, an die Kähne auf dem Fluss und den roten Luftballon mit dem Brief, der über die Wiese schwebte. Und er denkt daran, wie schön es morgen sein wird, wenn er wieder Pirat ist, oder Frau Rose besucht oder kurz beim Vogelmann vorbei sieht. Und wie gemütlich es in der Scheune in der Dachbodenhöhle ist, wenn es regnet. Aber erst muss der kleine Bär schlafen und begleitet von der Melodie der Mondscheinmusikanten schläft er ein.

„Schlaf gut, kleiner Bär“ von Quint Buchholz ist die Neuauflage seines erstmals 1993 erschienenen Bilderbuchs und längst schon ein Klassiker der Kinderliteratur. Dabei besticht es vor allem durch seine Ruhe, die sich wie von selbst auf die zuhörenden Kinder überträgt. Denn wie häufig ist es für Kinder schwer, den Tag mit allen Abenteuern, Aufregungen und Überraschungen hinter sich zu lassen, abzuschalten und sich dem Schlaf anzuvertrauen. Quint Buchholz’ kleiner Bär kann dabei eine gute Hilfestellung leisten.

Dabei mag der Perspektivwechsel zunächst durchaus überraschen, denn wer bekommt hier Geschichten vorgelesen und noch ein Glas Wasser gebracht? Ein Kind? Oder ein Bär? Oder beide? Darüber mag sich jeder seine eigene Meinung bilden, jedoch wird in der Geschichte weitergehend ein kleiner Teddybär beschrieben, der den Tag und andere davor noch einmal Revue passieren lässt. Dabei werden seine Betrachtungen in einer ruhigen Tonalität erzählt, die sich vor allem durch Wiederholungen und stille, leise Betrachtungen auszeichnet. So entsteht ein ganz eigener, beruhigender Rhythmus, der seine poetische Wirkung bereits beim Vorlesen entfaltet und Kindern hilft, die überdrehte Welt hinter sich zu lassen. In dieser heilen Welt scheint es keine Sorgen zu geben, keine Bedrohung, nichts Störendes, die perfekte Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf. Hier geht es nicht um eine rasante Erzählung, die auf einen Höhepunkt zusteuert, sondern um das Bewusstwerden eines ganz besonderen Moments, kurz vor dem Einschlafen, in großer Vertrautheit mit sich und der Umgebung.

Die Gedanken des kleinen Bären werden durch leise und poetische Bilder begleitet, die wunderbar die Abendstimmung einfangen und dabei gleichsam die innere Haltung des kleinen Helden widerspiegeln – zufrieden und einig mit sich selbst. Quint Buchholz ist bekannt für seine stimmungsvollen poetischen Bilder, die ganz besondere Momente behutsam einfangen. In leicht körniger Auflösung, so als würde das Sehen durch das schwindende Tageslicht schon etwas diffus, illustriert er den Text und liefert damit eine wunderbare Ergänzung. Text und Illustrationen bilden eine Einheit, die ein stimmiges Ganzes entstehen lassen. Die Farbwahl ist gedeckt, aber dennoch freundlich und vermittelt eben die Zuversicht, die aus den Betrachtungen des kleinen Bären spricht.

Als besondere Zugabe hat Quint Buchholz am Ende des Buches den in der Erzählung beschriebenen Brief, der an einem Luftballon über die Wiese fliegt, noch einmal aufgegriffen. In einem Umschlag wartet er auf dem Nachsatz klebend auf seine kleinen Leser. Er beinhaltet eine ganz besondere Traumbotschaft zur Nacht und fordert die kleinen Leser auf, ihren Wunschtraum aufzumalen, um besonders schön zu träumen.

Fazit:

Ein wunderbares Gutenachtbuch, voller Poesie, Geborgenheit und Ruhe, das tiefe Zuversicht für alles Kommende ausstrahlt. Bester Ausgangspunkt für friedliche Träume.

Claudia Goldammer

 

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