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Buchcover: Christine Pym: Die kleine Maus wird niemals satt

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die kleine Maus wird niemals satt von Christine Pym

erschienen bei Thienemann

geeignet für Kinder im Alter ab 3 Jahren

Die kleine Maus hat einen Riesenhunger, das zeigt schon das Titelbild, auf dem sie mit einem hohen Stapel Leckereien abgebildet ist. Den hat sie sich in einem Menschenhaus zusammengesammelt, denn draußen auf dem Feld gibt es am Ende des Winters nichts mehr; nicht mal mehr einen einzigen Sonnenblumenkern. Dumm nur, dass in dem Menschenhaus auch eine Katze wohnt.

Die kleine Maus hat Hunger und am Ende des Winters ist draußen in der freien Natur nicht mehr viel zu fressen, alles ist leer und kalt und grau. Leergefuttert vom Mäuschen, leergefegt vom Winterwind. Diese Szenen sind wie eine Vorgeschichte auf die inneren Einbandseiten gedruckt, die man bei diesem Buch also unbedingt mitlesen sollte. Das eigentliche Buch startet damit, dass das Mäuschen sich zu helfen weiß. Es weiß ja wo es hin muss! Zu den Menschen, zu den Häusern, „rauf, rauf, rauf, das Regenrohr hinauf“ und rein durch ein offenes Fenster in eine Küche. Da findet es gleich eine himmelblaue Heidelbeere. Hmmm & Dann einen knallroten Apfel, einen knusprigen Keks und dann noch viel mehr knusprige Kekse, eine ganze Schüssel voll. Ein Gürkchen, ein Stück Käse und ein kleines Törtchen. Man fühlt sich sofort an die Raupe Nimmersatt erinnert. Aber anders als diese frisst das Mäuschen nicht gleich drauflos, oder besser: ein Loch hinein. Sondern stapelt sich das alles in die Arme und will mit diesem hohen Turm Lieblingsessen dann los, nach Hause aufs Feld. Da sieht sie noch einen Sonnenblumenkern liegen – der ja nun wirklich ihr Lieblings-Lieblingsessen ist & und in diesem Moment taucht ein großer, schwarzer Schatten auf. Eine Katze. Und auch sie hat ein Lieblingsessen: Mäuse.

Der Text ist kurz, ein paar Worte pro Seite und wer schnell zwischendurch was vorlesen will oder soll ist mit diesem Buch schnell durch. Mit mehr Zeit kann man sehr viel mehr draus machen. Zum Beispiel ein bisschen Umweltbildung und den Blick des Kindes darauf lenken, dass die freie Natur nicht nur leergefressen ist am Ende des Winters, weil es so ist, sondern weil es auch immer weniger freie Natur gibt: Die Landwirtschaft braucht große Felder, die gut mit Maschinen zu befahren sind: Gebüsch und Unkraut stören da nur. Und auch in den Gärten wird zum Winter meist alles ordentlich aufgeräumt. Sträucher, Stauden und die verblühten Samenstände, Fallobst, Laub, Kastanien, Nüsse und Eicheln – all das leckeres Mäuseessen, wird weggesammelt und im Kompost entsorgt.

Genauso kann man aber die verspielte Sprache genießen, die Lautmalerei, die vielen lebhaften Adjektive. Sich gemeinsam mit dem Kind erzählen, was zwischen den Zeilen steht und in den vielen Details auf den Bildern.

Katze und Maus sind wirklich zum Gernhaben, frech und ein bisschen niedlich, kantig, zottelig, mit großen Augen, die Mimik transportieren: zum Beispiel wie der selig verfressene Ausdruck schwindet, und in Panik umschlägt, als die Katze auftaucht. Die wiederum schaut, als hätte sie ein Überraschungsei gefunden- eine Maus, fantastisch: ist lecker, ich kann damit spielen und meinen Job als Mäusefänger für die Menschen mache ich auch gleich noch.

Und so stürzt sie lustvoll los. Die Maus erschrickt, der Stapel kracht zu Boden und sie rast davon, „runter, runter, runter, das Regenrohr hinunter“. Den Sonnenblumenkern konnte sie allerdings retten und den verfrühstückt sie in aller Gemütlichkeit, als sie wieder zu Hause auf ihrer Blume ist. Nach diesem doppelten Clou zum Ende gibt es noch einen dritten: Weil sie bald wieder hungrig ist – denn so ein Sonnenblumenkern ist klein und wenig, zumal verglichen mit dem Stapel an Obst und Keksen – macht sie sich bald wieder auf den Weg, um Futter zu suchen. Diesmal lieber ins Nachbarhaus, denn der Katze will sie nicht noch mal begegnen.

Was die Maus nicht sieht, weil sie unten auf dem Boden steht, wir als Betrachter aber schon, weil wir den Überblick haben und ins Fenster schauen können: in diesem Haus lebt nicht nur eine Katze. Sondern drei.

Fazit:

Die kleine Maus mit dem Riesenhunger auf ihre Lieblingsspeise Sonnenblumenkerne schleicht sich in ein Haus und hamstert Seite für Seite ein neue Leckerei, die sie nach und nach zu einem hohen bunten Stapel Essen türmt – bis die Katze kommt. Freche, liebenswerte Tiere, bunte Bilder, verspielte Sprache, ein lebhaftes Bilderbuch mit einem guten Ende und einer Pointe, die Lust macht, gleich noch mal von vorne anzufangen.

Sigrid Tinz

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