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Buchcover: Frank Schwieger: Ich, Cäsar und die Bande vom Kapitol

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Ich, Cäsar und die Bande vom Kapitol von Frank Schwieger

erschienen bei dtv

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

Gaius Julius Cäsar sitzt seit 2000 Jahren in der Unterwelt und langweilt sich. Und muss tatenlos zusehen, wie sich die Menschen über ihn und all die anderen berühmten Frauen und Männer des Alten Roms, erzählen was sie wollen. Also hat er einige der Prominenten zusammengerufen und ihnen befohlen – das kann er gut, befehlen – ihre Geschichten aufzuschreiben. Der Götterbote Merkur hat diese Tafeln dann nach oben gebracht, zu uns, und da ist es: Eine Art Freunde-Buch des alten Roms.

Ein paar Seiten Text hat jeder Römer, jede Römerin, zur Verfügung; davor gibt es eine Doppelseite Steckbrieffragen, die jeder und jede beantworten musste: über Familie, Stärken und Lieblingsbeschäftigungen, dazu kleine lustige Zeichnungen. Und hintendran gibt es jeweils noch einen Nachtrag mit historischen Fakten zur Person. Alles in allem sehr lustig und flapsig formuliert, lehrreich und informativ, abwechslungsreich und spannend und auch wunderbar vorzulesen.

Cäsar selbst schreibt natürlich auch. Erstmal das Vorwort, in dem er erzählt, wie sehr er sich langweilt. Es gibt keine Schlachten, die er schlagen kann. Und seine Freundin Kleopatra ist zwar hier. „Aber leider auch meine letzte Ehefrau, Calpurnia. Da kann ich mich nicht so oft mit Kleo treffen, sonst gibt’s richtig Ärger.“

In seiner Geschichte erzählt er ein eher unbekannteres Erlebnis: er im Kampf gegen Piraten. Denn mal ehrlich, „Cäsar erobert Gallien, Cäsar liebt Kleopatra, Cäsar beherrscht Rom, Cäsar wird ermordet“ das kennt man doch, das hat man doch schon tausendmal gehört. Aber, wenn er die Sache mit den Piraten nicht so gut hingebogen hätte, wäre es zu allen diesen Heldentaten gar nicht gekommen.

Die Liebesgeschichte mit Kleopatra erzählt diese dann selbst: Kleopatra, zusammen mit ihrem Bruder Pharaonin im von Römern besetzten Ägypten, lässt sich in einen Teppich gewickelt versteckt, heimlich zum großen Feldherrn bringen, um mit ihm zu verhandeln. Stattdessen streiten sie, bis sie feststellen, dass sie eigentlich flirten. Und wie gut sie zusammenpassen. Und dann verlieben sie sich und verbringen neben all der Politik und all den Kriegen und Verhandlungen auch mal Freizeit miteinander: „eine wundervolle Kreuzfahrt auf dem Nil. Und, was soll ich sagen – neun Monate späte brachte ich einen Sohn zur Welt. Wir nannten ihn Cäsarlein und wir waren beide ganz vernarrt in ihn. Wir waren ein echtes Traumpaar.“

Natürlich ist auch Romulus dabei, der Gründer Roms, ohne den es keine Römer gegeben hätte, auch Cäsar nicht. Romulus ist von Geburt eigentlich Königssohn, wie sein Zwillingsbruder Remus. Weil ein missgünstiger Verwandter die beiden Kleinen ausgesetzt hat, werden sie erst von einer Wölfin aufgenommen, dann wachsen sie bei einer Hirtenfamilie auf. Romulus und Remus haben immer viel Quatsch zusammen gemacht und sich auch immer viel gestritten und geprügelt. Eines Tages gründen sie eine Stadt. Weil sie sich nicht einigen können, ob sie Roma oder Rema heißen soll, macht Remus nicht mehr mit und lästert stattdessen die ganze Zeit über das, was Romulus da baut. „Mehr als einmal hätte ich ihm am liebsten eine gescheuert.“ Eines Abends hopst er mal eben über die paar Steine, die Romulus als Stadtmauer mühsam errichtet hat und lacht sich halb tot darüber. „In diesem Moment sah ich total rot. Ich nahm einen Stein, der vor mir auf der Erde lag und schleuderte ihn in Richtung Remus. Ich traf meinen Bruder an der Stirn. Er brach zusammen und war augenblicklich tot.“ Jetzt, in der Unterwelt ist natürlich alles wieder gut. „Remus hat mir mittlerweile verziehen und wir haben uns gegenseitig geschworen uns nie mehr zu prügeln. Was als Schatten auch gar nicht so einfach ist.“ Aber streiten geht natürlich noch.

Fazit:

Dieses Buch über Caesar und andere Figuren des alten Roms ist großartig für jeden, den die Antike interessiert. Auch wer die Geschichten schon in und auswendig kennt, lernt hier von seinen großen Helden noch mal neue menschliche Facetten kennen. Und für alle, die mit dem alten Rom so gar nichts am Hut haben, aber vielleicht aus schulischen Gründen haben sollten, ist dieses Buch ein sehr vergnügliches Pflichtprogramm.

Sigrid Tinz

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