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Buchcover: Julie Berry: Eine verliebte Kuh, eine magische Karte und ein Strauß in geheimer Missio

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Eine verliebte Kuh, eine magische Karte und ein Strauß in geheimer Missio von Julie Berry

erschienen bei Thienemann

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

Der lange, verwickelte und etwas skurrile Titel des Buchs ist Ansage und Versprechen zugleich: auch die Handlung und durchaus auch die Schreibweise sind lang, verwickelt und verschachtelt und es geht nicht nur um eine verliebte Kuh, eine magische Karte und einen Strauß in geheimer Mission, sondern um gute Geister, junge Mädchen, die heißen wie Blumen, einen romantischen Jungen und einen jungen Kaiser, der ein ziemliches Ekelpaket ist.

Es war einmal ein Königreich in einem anderen Land; wo genau und wann genau wird nicht benannt, aber es mutet nah- bis fernöstlich an und spielt auch vor unserer Zeit, Handys zum Beispiel gibt es nicht. Nur magische Karten, die sich mit dem Weg des Kartenlesers verändern, ganz so wie der Standortpfeil in einer Navigations-App. Aber das ist nur ein kleines Detail.

Eigentlich geht es zunächst um den jugendlichen Kaiser, seinem Benehmen nach irgendwie zwischen Trotzphase und Tyrannentum. In einer Szenen ist eine Dienerschar damit beschäftigt, ihm seine warme Abendmilch zu bringen, vorzukosten, sie wieder wegzubringen, weil er Milch auf einmal nicht mehr mag und dann will er sie doch; aber dann ist sie mittlerweile kalt und er braucht eine neue warme, die mag er nicht, aber die Katze soll sie bekommen, wobei er Katzen nicht mag, eigentlich und auf einmal, also sollen die Tiere samt Milch bitte raus aus seinem Zimmer und zur Erholung von der Aufregung braucht er erst mal eine warme Milch. Trotzdem soll er nun offiziell gekrönt werden, und sich hoffentlich bald um die Staatsgeschäfte kümmern.

Das allerdings trauen ihm nicht mal die Ahnen im Götterreich zu. Großmuttergeist und Großvatergeist diskutieren darüber. Und auch darüber, ob und wann und wie sie sich einmischen sollten. Einig werden sie sich nicht, tun es dann aber beide auf ihre Weise und damit nehmen die skurrilen Verwicklungen in dieser Geschichte ihren Lauf. Weil wir Leser darüber Bescheid wissen, dass hier Geister ihre magischen Fähigkeiten und Finger im Spiel haben, behalten wir ganz gut den Überblick. Oder ahnen zumindest, warum alles nicht so ganz logisch und mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Anders als die Protagonisten, die im Folgenden auftreten und von den Entwicklungen gefordert bis überfordert, verwirrt bis frustriert sind, immer wieder aufs Neue. Und sie haben auch nicht das gute Gefühl des Lesers, dass es zwar spannend und zugespitzt wird – denn am Ende sitzen alle im Kerker und dem Kaiserreich droht ein Putsch – aber dass es doch sicherlich gut ausgehen wird.

Aber, Halt, Stopp, so weit sind wir ja noch nicht. Noch lange nicht.

Erstmal verwandelt sich der Großvatergeist in einen Drachen, um den kaiserlichen Jungtyrann so zu erschrecken, dass der aus dem Fenster springt und auf einem der Strauße landet, die bei Hofe als Ziervögel gehalten werden. Der ist verzaubert und rennt mit seinem „Menschenküken“ auf dem Rücken los. Großmuttergeist dagegen lässt eine Kuh weglaufen, Alfaalfa, damit die Tochter der Besitzerin losgehen muss, sie zu suchen. Begonia. Die trifft unterwegs viele Menschen, unter anderem den Kartenzeichner, eigentlich ein netter Nachbar, aber hier dann wieder der verwandelte Großvatergeist, der ihr besagte magische Karte gibt, mit der sie zwar nicht die Kuh findet, noch nicht, sondern erst mal einen Jungen namens Key, der romantisch veranlagt auf der Suche ist nach einem „Fräulein in Nöten“, dem er aus den Nöten helfen kann.

Begonia ist zwar schwer genervt von seinem Getue. Aber: zwei Leute finden eine Kuh besser als einer alleine und so ist es dann auch. Zusammen mit der Kuh finden sie den Strauß und den Kaiser, den sie aber nicht als diesen erkennen: er ist im Schlafanzug und ein bisschen derangiert. Weil die Geister Strauß und Kuh ineinander verliebt gemacht haben, müssen die fünf in Zukunft zusammen bleiben. Bevor sie sich Gedanken darüber gemacht haben können, wie es weitergehen soll, werden sie von einem zwielichtigem Wanderzirkusdirektor belästigt, der ein Auge auf den Strauß geworfen hat.

Und die Wachen des Kaiserpalasts sind hinter ihnen her. Ein verschwundener Thronanwärter weckt natürlich Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz und die hat in der Tat die Regierungsgeschäfte schon mal unter sich aufgeteilt, für den Fall, dass der verschwundene Kaiser nicht mehr auftauchen sollte. Und dass dieser Fall eintritt, dafür versuchen sie mit List und Intrigen und Gewalt zu sorgen. Was nicht klappt, soviel sei verraten. Das Ende ist genauso verwickelt und wie die ganze Geschichte. Aber happy.

Fazit:

Der lange, verwickelte Titel hält, was er verspricht. Alles beginnt mit einem von einem Strauß entführten Kaiser und endet damit, dass Milchmädchen Begonia alle Handlungsfäden zu einem guten Ende führt. Das alles steckt voller Fantasie, Magie, Abenteuer, Humor, Lebensklugheit und, ja, auch ein bisschen Chaos. Wer so etwas mag, wird das Buch lieben!

Sigrid Tinz

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