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Buchcover: Barbara Laban: Im Zeichen des Mondfests

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Im Zeichen des Mondfests von Barbara Laban

erschienen bei Chicken House

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

[ab 11 Jahren]

„China“, dieses Wort kommt für Sienna fast einem Schimpfwort gleich …Vor ein paar Wochen ist hier ihre Mutter spurlos verschwunden, nun muss ihr Vater für seinen Job hierher ziehen. Sienna hat ein mulmiges Gefühl, in dieses fremde Land, weit entfernt von der Heimat, zu ziehen. Doch sie will Papa nicht enttäuschen und erträgt es, von ihrer Haushälterin und -lehrerin Ling mit ungewöhnlichem Essen und chinesischen Schriftzeichen gequält zu werden. Bis sie eines Tages entdeckt, dass Ling ein hinterhältiges Spiel mit ihrer Familie spielt – und sie auch am Verschwinden ihrer Mutter beteiligt war …Siennas Abenteuer in China beginnt!

„Das kann nicht dein Ernst sein, Papa. Von allen Ländern der Welt hast du dir ausgerechnet China ausgesucht?“ Sienna ist außer sich vor Wut! Wie kann er in das Land ziehen, in dem Mama vor ein paar Wochen spurlos verschwunden ist? Doch Sienna spürt, dass Widerstand zwecklos ist. Wie immer ist Siennas Vater müde und überarbeitet – er verspricht ihr, dass sie dort eine Hauslehrerin bekommen wird, die sich um sie kümmert. Sie wird Sienna an das chinesische Leben gewöhnen. Sienna ist klar, dass das bedeutet, dass er genauso wenig Zeit wie in Deutschland für sie haben wird …

Sienna kommt mit Ling, ihrer persönlichen Lehrerin, aber ganz und gar nicht aus und leidet unter Lings tyrannischem Erziehungsstil und deren unappetitlichen Essen. Wenn ihr Vater nur wüsste, wie Ling zu ihr ist …Aber anstatt ihm von den lieblosen Stunden zu erzählen, flüchtet sie sich viel lieber zu ihrem Fantasiehund Rufus, der sie seit Kindertagen begleitet. Ihm kann sie alles anvertrauen, auch wenn er manchmal ganz schön vorlaut antwortet und liebend gerne Widerworte gibt. Rufus ist ihr einziger Freund, und er hat ihr schon oft beigestanden.

Über Ling gibt es bei den Beiden keine langen Diskussionen: sie sind sich einig, dass sie ein hinterhältiges Spiel mit Sienna spielt. Warum darf Sienna nicht alleine aus dem Haus gehen und weder das Internet noch Telefon benutzen? Von Tag zu Tag wird Sienna misstrauischer und versucht, Ling irgendwie auf die Schliche zu kommen. Dabei ertappt sie Ling dabei, wie sie das wertvolle Collier von Siennas Mutter klaut!

Hals über Kopf nimmt Sienna Reiß aus. Und damit beginnt ihre abenteuerliche Flucht – mit der sie sich gleichzeitig auf die Suche nach ihrer verschwundenen Mutter begibt. Sienna ist sich sicher, dass Ling auch dabei die Finger im Spiel hat. Mit mehr Glück als Verstand lernt sie bei ihrer Flucht den Jungen Langlang und den hilfsbereiten Arzt Zou kennen, die ihr helfen das geheimnisvolle Rätsel um das Verschwinden ihrer Mutter zu lösen. Sienna ist sich sicher, dass ihre Mutter nicht tot ist und sie sie finden kann. Während sie sich ganz auf dieses eine Ziel konzentriert, lernt sie ganz von selbst so einiges über die chinesische Kultur und die alten Traditionen. Und vor allem: Sienna hat in Langlang einen Freund gefunden – den ersten richtigen Freund, seit sie denken kann …

Barbara Laban hat mit „Im Zeichen des Mondfests“ ein spannendes und gleichzeitig bewegendes Kinder- und Jugendbuch erschaffen. Sienna stellt als Hauptfigur ein aufgewecktes, zielstrebiges Mädchen dar, das ihren eigenen Weg geht. Da ihre Eltern kaum Zeit für sie haben, hat sie sich mit ihrem Fantasiehund Rufus eine Scheinwelt erschaffen, in die sie sich immer flüchten kann, wenn sie jemanden zum Reden braucht. Auch wenn das unsichtbare Tier dem Leser eher als Siennas eigene Erfindung erscheint, wird man beim Lesen des Buches irgendwann stutzig, denn auch Siennas neue chinesische Bekannte haben Fantasiefreunde, und sie alle können die Tiere sehen. Durch viele weitere Inhalte enthält „Im Zeichen des Mondfests“ fantastische Elemente, bei denen der Leser jedes Mal entscheiden muss, ob er ihnen Glauben schenkt oder nicht.

Laban hat Sienna auf ihrer Flucht vor der Hauslehrerin Ling auf eine rätselhafte Reise zu ihrer Mutter geschickt, bei der sie knifflige und durchaus gefährliche Aufgaben erledigen muss. Sehr geschickt fädelt Laban es so ein, dass Sienna dabei zu berühmte chinesischen Schauplätzen reisen muss. Ganz nebenbei vermittelt Barbara Laban dabei ihren Lesern einige chinesische Schriftzeichen. Es wird deutlich, dass die heute in London lebende Autorin, die viele Jahre in China gelebt hat und dort als Übersetzerin gearbeitet hat, sich mit diesem großen, vielschichtigen Land verbunden fühlt. Aus ihrer Anfangszeit in China hat sie auf eigene Erfahrungen mit den Menschen und ihrer Kultur zurückgreifen können und diese auf ihre Protagonistin übertragen.

Siennas Zweifel und Ängste, in das weit entfernte und fremde Land China zu ziehen, spiegeln auch Labans eigene Empfindungen wider, die sie bei ihrer ersten Reise nach China begleiteten. In einem Interview mit Chicken House berichtet sie, dass sie vom Lärm, den Menschenmassen, den fremden Gerüchen und dem Verkehrschaos überwältigt war. Das unbekannte Fremde löste aber zeitgleich einen besonderen Reiz auf sie aus.

Auch für Sienna bedeuten die Gegensätze der europäischen und asiatischen Welt ein wahres Abenteuer. Barbara Laban gelingt es gut, die Mischung aus modernem Leben und alter Tradition in Einklang zu bringen; das anfängliche Fremde ist wird im Verlauf der Erzählung beinahe unmerklich zu Siennas Lebensraum.

Schade ist lediglich, dass viele der Traditionen im Buch nur oberflächlich angerissen werden. Junge Leser, die kein Interesse an der chinesischen Kultur haben, werden an einigen Stellen nur schwer nachvollziehen können, welche geheimen Zeichen Sienna entschlüsselt hat. Das Lesen von „Im Zeichen des Mondfests“ erfordert selbst von einem erwachsenen Leser Konzentration und Kombinatorik, um der gesamten Geschichte und ihren Spielorten folgen zu können. Laban gelingt es aber in jedem Fall, den Leser in eine unbekannte Welt zu entführen und ihn für die fremde Kultur zu sensibilisieren.

Fazit:

Ein starkes Mädchen in einer fremdartigen Welt, in der sie ihre Mutter finden muss. Barbara Laban führt ihre Leser/innen an das so andere Leben in China heran und verwebt dies mit einer fesselnden Entwicklungsgeschichte. Für alle, die sich für China und seine Traditionen interessieren, ein erster und spannender Einblick. Allerdings muss man schon einige Leseerfahrung und Kombinationsgabe mitbringen, um der Geschichte in allen Details folgen zu können.

Ina Kolöchter

 

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Jaguar meint:
ich liebe dieses buch es ist spannend geschrieben und die Wesen finde ich manchmal irritierend aber das ist nicht so schlimm leider gibt es nicht mehrere teile aber echt super geschrieben !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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