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Buchcover: Peter Goes: Finn und die Kobolde

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Finn und die Kobolde von Peter Goes

erschienen bei Beltz und Gelberg

geeignet für Kinder im Alter ab 5 Jahren

Finn wird nachts wach und das ganze Haus ist voller Kobolde. Sie rennen und wimmeln und turnen und toben durch die Zimmer und über Treppen und Möbel …und dann raus in den Garten. Finn und sein Hund immer hinterher, auf die nächste Seite und durch Wälder und Wasser, immer weiter, jede Seite ein neues Wimmel-Labyrinth.

Wimmelbücher haben ihren Sinn und ihre Fangemeinde – und wer ein richtiger Wimmelfan ist und das Prinzip mag, ist irgendwann mit zunehmendem Alter sicher gerne bereit für etwas Neues mit mehr Action, Abenteuer und Denkarbeit.

Eben genau so etwas wie dieses Buch: „Es ist Nacht und Finn wird von einem höllischen Lärm geweckt, die Kobolde sind entwischt und stellen das Haus auf den Kopf. Der große Kobold und seine Rasselbande flüchten ins Freie, Finns Hund Sepp rennt bellend hinter ihnen her, schnell sammelt Finn seine Kleidung ein und nimmt die Verfolgung auf.“

Der kurze, kleingedruckte Text leitet das Auge zu den wichtigen Punkten auf der Doppelseite. Auf dieser ersten ist es ein Haus voller Treppen, Zimmer und Möbel: Der Junge sitzt im Bett, die kleinen schwarzen Kobolde sind wirklich überall, Hund Sepp jagt ihnen nach, da ist eine Katze, jede Menge Kaninchen gibt es, in der Küche kocht was über, es gibt Gänse, lose Blätter und Papierflugzeuge segeln durch die Szene. Hund Sepp ist schon draußen. Auf der nächste Seite ist es auch der Leser: im Garten, dann im Park:

„Im letzten Moment sieht Finn, wie der Anführer der Kobolde in einer dunklen Höhle verschwindet. Finn macht sich auf die Suche nach einer Lampe und bahnt sich einen Weg durch den Irrgarten.“

Wir sehen Skulpturen, Blumen, gärtnernde Pilze, Eidechsen, Würmchen und Bienchen …

Es geht doppelseitenweise weiter tief unter die Erde, ins Schloss und dann aufs Dach, von dort mit einem fliegenden Teppich auf und davon und mitten durch einen Schwarm Drachen, durch Sturmwolken und Blitzstrahlen. Es regnet und der Teppich ist klatschnass und schwer, Finn und Sepp sinken und fallen ins Meer, tauchen in die Tiefsee, landen dann am Strand & wie in einem Traum in dem sich eins ganz selbstverständlich aus dem anderen ergibt, scheinbar logisch, aber doch sehr seltsam.

Jede Landschaft ist als Labyrinth gezeichnet, grafisch und in schwarz, jede Seite hat eine anderen nachtfarbenen Hintergrund und ein anderes Grundmuster: kantig, geschachtelt, grafisch, rund und wellig und wolkenwirbelig. Und jede Seite hat ein bisschen Text, als Hinweis, worum es geht und wonach wir suchen sollen: nach Finn und Sepp, nach Kobolden, fantastischen Tierwesen, tierischen Fantasiewesen, Pflanzen, Früchten.

Am Ende streifen Finn und Sepp gefühlt seit Tagen kreuz und quer durch den dichten Wald. „Wo geht es nur weiter? Sieben Eulen weisen ihnen den Weg, plötzlich bellt Sepp, hier riecht es so bekannt und wirklich zwischen den Bäumen steht ihr Haus.“ Darin die Kobolde, die die beiden nur auf Irrwege gebracht haben, weil sie für Finn eine Geburtstagsparty als Überraschung vorbereiten wollten. Und jetzt wird gefeiert, mit Kuchen, Musik und Geschenken.

Fazit:

Ein Wimmelbuch, das für ältere Wimmelbuchliebhaber besonders geeignet ist, denn es ist nicht niedlich-freundlich, sondern voller traumhafter Abenteuer, abenteuerlicher Wesen und viel Action. Man muss nicht nur schauen, sondern sich von Labyrinth zu Labyrinth vorarbeiten, bis zum wilden, bunten fröhlichen, wimmeligen Ende.

Sigrid Tinz

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