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Buchcover: R.L. Ferguson: Die Schule der Alyxa - der dunkle Meister

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die Schule der Alyxa - der dunkle Meister von R.L. Ferguson

erschienen bei Ravensburger

geeignet für Kinder im Alter ab 10 Jahren

Alyxa …das hat man doch schon mal gehört. Aber nein, hier handelt es sich nicht um die computergesteuerte Stimme in unseren Haushalten. Diese Alyxa – mit y wohlgemerkt – ist eine Schule für ganz besondere Schüler. Schüler, deren Sinne ungewöhnlich stark ausgeprägt sind und die dadurch Dinge vollbringen können, die an Zauberei erinnern.

Vielleicht sind es aber auch im wahrsten Sinne des Wortes übersinnliche Fähigkeiten, die die Schülerinnen und Schüler mit einem ihrer fünf Sinne – Riechen, Hören, Schmecken, Tasten oder Sehen – unter Beweis stellen. Jedenfalls, und das steht für Finn fest, er hat nichts Dergleichen zu bieten. Weder kann er besonders gut hören, noch besonders gut sehen, noch irgendein anderer Sinn scheint bei ihm überdurchschnittlich ausgeprägt. Ganz anders sein Bruder John: Er ist vom ersten Tag an wie ausgewechselt und überglücklich, endlich mal kein Freak zu sein, sondern ein hochtaltentierter, bewunderter neuer Star am Alyxa-Horizont.

Finn ist überzeugt, dass er nur wegen seines auffällig-talentierten Bruders dort ist, mitten im Nirgendwo, auf einer kleinen Insel und in einem sternförmigen Gebäudekomplex untergebracht, der – je weiter man sich von ihm entfernt -unsichtbar wird. Finn will nur zurück nach Hause, wo er ein guter Schüler war und alles in normalen Bahnen verläuft. Doch seine Mutter besteht bei ihrem überstürzten Abschied darauf, dass sie beide – John und Finn – gehen müssten. Wie sich später herausstellt, war auch ihre Mutter Schülerin von Alyxa. Und noch viel mehr; war sie doch auch eine sehr gute Freundin des nur allzu undurchsichtigen, zwielichtigen und überhaupt nicht sympathischen Direktors der Schule, Geraint Kildair.

Da Finn noch nichts von seinen Fähigkeiten – trotz vieler Tests in den schuleigenen Labors – zeigt, ist er zunächst einmal zusammen mit zwei Mädchen untergebracht, die ihre Fähigkeiten vorübergehend verloren haben. Mit der Zeit erfährt Finn, dass eine der beiden Mitbewohnerinnen, Zoe, ihre Schwester auf tragische Weise verloren hat. Sie soll sich von den Klippen ins Meer gestürzt haben, weil sie sich der dunklen Seite, dem verbotenen sechsten Sinn, zugewandt hat. Jenem sechsten Sinn, den ein Druide vor langer Zeit zu seiner Religion erklärt hat und damit viel Unheil über die Alyxa-Gemeinschaft brachte. So weit berichtet zumindest „Schnäbelchen“ ihre Geschichtslehrerin, die Finn während des Unterrichts dazu befragt. Doch schon mit seiner Neugier macht sich Finn verdächtig und ruft Kildair erneut auf den Plan. Gleichzeitig regt sich in Finn etwas, das nicht eindeutig auf eine außergewöhnliche Sinnesleistung hindeutet, sondern vielmehr auf eine Wahrnehmung, die die anderen Mitschüler nicht zu haben scheinen …

Eine magische Vorgeschichte, die sehr, sehr weit zurückliegt

Und damit sind wir auch gleichzeitig bei einem weiteren spannenden, leider im ersten Band noch nicht allzu intensiv behandelten Teils der Geschichte. Denn Autor R. L. Ferguson wirft Finn nur für einen kurzen Moment in die faszinierende Welt der Druiden mit ihrer uralten Wirkkraft. Ein wenig wie in „Outlander“, landet er plötzlich zu ihren Füßen, um dann ebenso plötzlich zu verschwinden.

Dennoch, es gibt zwischen ihm und der Welt der vor langer Zeit untergangenen Druiden wohl eine Verbindung. Und nicht, dass der Autor hier besonders eindeutig ist, aber ich könnte mir vorstellen, dass Finn genau diesen sechsten Sinn hat und ihn nur noch nicht versteht zu beherrschen. Eine durchaus spannende Vorstellung für den weiteren Verlauf der Serie. Vielleicht hoffe ich auf ein Treffen mit Merlin, vielleicht spukt mir aber auch immer noch Catweazle Kopf herum; aber natürlich ist dieser Druide – Morvan- nicht so harmlos, und keinesfalls ein aus der Zeit gefallener Kauz. Dieser hier wirkt nun alles andere als freundlich. Jedenfalls dachte ich, hoppla, das hat echt Potential, eine ganz spezielle Wendung zu nehmen.

Doch in diesem ersten Teil der Trilogie beschränkt sich der Autor zunächst darauf, die Tradition Alyxas, im wahrsten Sinne des Wortes sehr gut untermauert durch das uralte Fundament von Alyxa, zu vermitteln. Mit seinen vielen unterirdischen Grotten und Höhlen, steinernen Kammern erschafft er eine dichte und etwas unheimliche Atmosphäre. Oberhalb aber finden wir sehr viel High-Tech mit Touch-Screen Monitoren, computergesteuerten Lehrmitteln und vielem mehr. Zu den alten Traditionen gehört auch das Spiel der Jagd, bei der die Schüler ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Nur wer den anderen überlegen ist, kann den Gegenspieler fangen oder seinen Fängern entkommen.

Der Name des Autors, R. L. Ferguson, ist übrigens ein Pseudonym des englischen Autors Graham Edwards. Er schreibt auch unter dem Pseudonym J. D. Rinehart überwiegend fantastische Literatur und zeigt mit Alyxa eine weitere Variante aus dem Themenbereich der magischen Schulen. Allzu schlecht ist ihm seine Welt um die überdurchschnittlichen Sinneskräfte nicht gelungen. Er kombiniert die „alte Welt“ mit neuester Technik; dort siedelt er auch seine Charaktere an. Die Jugendlichen, die sich hier ausbilden lassen und sich bewähren müssen, kommen allesamt aus unserer Zeit. Die moderne Technik ist ein wichtiger Bestandteil der Organisation innerhalb der Schule. Es wirkt wie eine Mischung aus altehrwürdiger, geheimer Zaubererschule und einer Ausbildungsstätte für Agenten, die Spezialisten für die verschiedensten Bereiche ausbildet.

Sprachlich ist mir der erste Band der Alyxa Reihe durchweg positiv aufgefallen, Ferguson bzw. Edwards findet eine lebendige und atmosphärische Erzählweise, die die spannenden wie auch die emotionalen Momente gut trägt – und mit der er auf die eine oder andere Weise immer wieder ordentlich Tempo in die Geschichte bringt. Dabei lässt er seine Leser/innen immer an Finns Gedanken und Gefühle teilhaben; durch seine Perspektive erzählt, erfahren die Leser ebenfalls nicht mehr als er, doch es gibt doch so einige Anzeichen, die nicht weiter aufgegriffen werden, die aber zeigen, dass Finn durchaus etwas Besonderes ist.

Es bleibt abzuwarten, ob die drei Freunde Finn, Zoe und Lucy näher zueinander finden, denn noch wirkt ihre Freundschaft ein wenig distanziert – auch wie sich seine Beziehung zu seinem Bruder John sich entwickelt, ist am Ende unklar, da er sich in diesem Auftaktband zunächst dem „feindlichen“ Lager angeschlossen hat. Es braucht vielleicht einen zweiten Band, bis die Geschichte seinen Charme vollends versprühen kann und man mit seinen Protagonisten mitfiebert, die mir alle noch etwas schemenhaft und unvertraut wirken. Alles in allem bietet Ferguson aber ein durchgehend reizvolles Setting mit einem guten Spannungsbogen, der seine Leser und Leserinnen mühelos durch den ersten Band trägt. Wer genau aufgepasst hat, wird vielleicht schon ahnen, wohin die Reise gehen mag – und das macht neugierig auf eine Fortsetzung …

Fazit:

Welcher der beiden Brüder ist nun der Wunderknabe von Alyxa? Finn oder John? Diese Geschichte eines „Underdogs“ ist actionreich, witzig und spannend. R. L. Ferguson, alias Graham Edwards, bietet seinen Leserinnen und Lesern in diesem ersten Band allerhand neue Ideen, Geheimnisse und faszinierende Schauplätze.

Stefanie Eckmann-Schmechta

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