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Buchcover: Rafik Schami: Das Herz der Puppe

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Das Herz der Puppe von Rafik Schami

erschienen bei Hanser

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

Freunde braucht ein jedes Kind – leider hat Nina ihre alten Freunde durch den Umzug in die neue Stadt verloren. In Widu findet sie jedoch einen Spielersatz, der mehr als alle Freundschaften bieten kann. Sie ist immer für Nina da und mit ihr ist jede Angst wie weggeflogen. Doch eine wichtige Sache trennt Nina und Widu: Widu hat kein Herz, denn sie ist eine Puppe. Ihr Leben ist nicht vergänglich – aber vielleicht möchte sie gar nicht ewig leben …

Schön, dass Mama und Papa mit dem Umzug in die neue Stadt viele Vorteile haben. Aber Nina fühlt sich in der neuen Umgebung nicht so recht wohl. Sie vermisst ihre alten Freunde und die Versprechen, dass sie sie ganz oft besuchen fahren darf, haben ihre Eltern auch nicht eingehalten …Was bleibt Nina da anderes übrig, als bei Mamas Unternehmungen mitzumachen und an einem Sonntag mit zum Flohmarkt zu fahren?

Ihr Finderblick führt sie schnell zu einer unscheinbaren Kiste unter dem Verkaufstisch eines alten Mannes. Da liegt sie, zwischen rostigem und kaputtem Krimskrams und wartet nur darauf, von einem einsamen, traurigen Mädchen gefunden zu werden. Nina weiß sofort, dass sie diese Puppe haben will.

Für Nina steht von Anfang an fest: diese Puppe ist die tollste der Welt! Widu heißt sie – und sie kann sprechen. Sie erzählt die schönsten Geschichten und Nina kann ihr alles anvertrauen. Als treue Begleiterin hat sie jede Menge Lebensweisheiten und Tipps für Nina parat. Und auch gegen Ninas Angst und Traurigkeit kann Widu helfen, denn sie besitzt die besondere Eigenschaft, negative Gefühle aus dem Körper ihrer Bezugspersonen heraussaugen zu können. Das ist ihre Nahrung – und bei der feinfühligen Nina muss sie nie lange hungern.

Nina ist mächtig stolz auf ihre besondere Freundschaft mit der Puppe und auch Widu fühlt sich bei Nina sehr wohl. Doch irgendwie – oder gerade deswegen – scheint sie mit ihrem Puppenleben nicht zufrieden zu sein …Je mehr sie sich mit Nina anfreundet, um so mehr bemerkt sie den Unterschied, der sie von einem Menschen trennt. Puppen haben kein Herz, denn so sind sie unsterblich und können ganz viele Kinder auf der Welt begleiten. Aber möchte sie, nachdem sie so viel Zeit mit diesem lieben Mädchen verbracht hat, überhaupt zu einem neuen Kind gereicht werden? Widu fasst einen großen Entschluss: sie wünscht sich ein Herz – und gibt damit ihr eigentliches Leben zugunsten den Menschlichkeit auf.

Rafik Schami hat mit „Das Herz der Puppe“ ein äußerst sensibles und durchdachtes Buch erschaffen, das die innige Beziehung zwischen einem Mädchen und seiner Puppe erzählt. Hauptsächlich werden Gespräche zwischen den beiden Hauptpersonen erlesen. Die behandelten Inhalte der beiden sind tiefgründig. Auf kindgerechte Weise werden dabei Themen wie Trauer, Angst und Krankheit angesprochen, die von Widu jedes Mal fast philosophisch erklärt werden. Schami achtet bei der Erzählung jedoch darauf, dass keine bedrückenden Gefühle ausgelöst werden. Er orientiert sich an Ninas konkreten kindlichen Beispielen, bei denen es Widu immer wieder gelingt, diese mit Verstand zu lösen. Beide Hauptcharaktere werden nur wenig beschrieben, so dass der Schwerpunkt wirklich auf dem Inhalt bleibt und der Platz für eigene Vorstellungen offen ist.

Das Buch ist dennoch auch mit unterhaltsamen und teils witzigen Passagen durchzogen, so dass Nina von Widu Äußerungen oder (Über)Lebenstipps übernimmt, die bei ihren Eltern für Freude aber auch Verwunderung sorgen. Der pfiffige Leser kann sich von diesen Handlungsmöglichkeiten außerdem eigene effektive Sprüche und Tricks herauspicken, um sie bei der nächsten Gelegenheit selbst anzuwenden.

Im Verlauf des Buches ist eine Wandlung von Ninas Empfinden und Selbstwertgefühl erkennbar. Durch die enge und stärkende Beziehung zu ihrer Puppe wird aus ihrer anfänglichen Angst in der neuen, fremden Umgebung eine große Portion Mut, mit der sie unbekannte und bedrückende Ereignisse angeht. Für den Leser wird deutlich, dass man sich seinen Problemen stellen oder sie aus anderen Blickwinkeln betrachten muss, um damit umgehen zu können. Nicht nur deswegen ist dieses Buch besonders für sensible Kinder mit einer großen Portion Einfühlungsvermögen empfehlenswert. Sie werden die Inhalte bestens nachvollziehen können und zum eigenen Nachdenken über die Themen angeregt.

Dieses gelingt zum einen durch Schamis psychologisches Geschick mit seiner Erzählung Nähe zu den Hauptpersonen zu schaffen und der zauberhaft verwendeten Sprache, die den Inhalt kindgerecht vermittelt. Das Buch ist in viele kleine Kapitel aufgeteilt, so dass die Leser alle Gedankenverläufe und Wendungen Stück für Stück verfolgen und nach jedem Fortschritt entscheiden können, ob sie einen weiteren Dialog lesen möchten.

Auch wenn es sprachlich von jungen Lesern selbstständig erlesen werden kann, eignet sich dieses Buch bestens zum Vorlesen durch einen Erwachsenen, damit für den kindlichen Zuhörer ausreichend Raum zum Mitdenken und -fühlen bleibt. So kann „Das Herz der Puppe“ seine volle Wirkung entfalten und ein eindrucksvolles Leseerlebnis bieten.

Fazit:

Mit viel Gedankenreichtum hilft „Das Herz der Puppe“ bedeutsame Themen wie Angst und Krankheit zu hinterfragen und sie auf kindgerechte Weise zu besprechen.

Ina Kolöchter

 

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Isabell Bracht meint:
lisa meier meint:
das ende war so trerig also wirklisch tolles buch!!!!!!!!!!!!!! das ist ab jetzt mein allerliebstes buch es war so schön

und der titel ist genau beste titel für das buch also ich finde das is voller fantasie das buch

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