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Buchcover: Manfred Schlüter: Vom Fischer, der ein Künstler war

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Vom Fischer, der ein Künstler war von Manfred Schlüter

erschienen bei Mixtvision

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Kinderbuch des Monats [08.2011]. Welche Kunst beherrscht ein Fischer – welche Tage sind besonders besonders – wie kann ein Schnupfen in der Waschmaschine verschwinden – und kann man in den Himmel fallen? Das kleine Bändchen des Künstlers Manfred Schlüter stellt Fragen über Fragen aus dem Alltag und zum Weiterfantasieren; und so klug, dass man mit dem Fragen nicht mehr aufhören möchte.

Der renommierte Künstler Manfred Schlüter bietet in seinem Band „Vom Fischer, der ein Künstler war“ auf 72 Seiten 30 kleine Geschichten für große Gedanken. Kinder ab acht Jahre finden auf jeder Doppelseite einen kurzen Text, der zum Nachdenken anregt, wie etwa seine Geschichte „Als die Welt mich kennen lernte“ über jene Tage, die besonders besondere sind. Es finden sich Erinnerungen an einen Lieblingsbleistift, von dem glücklicherweise noch ein Bild existiert, er schildert seine Gedanken über das Glück, das auch ein kleiner Grashalm haben kann und erzählt eine Geschichte über verliebte Inseln, die schwimmen, schwimmen und schwimmen. Untermalt wird jeder der kleinen Texte durch zumeist farbige Illustrationen von Alexandra Junge.

Die kleinen Texte von Manfred Schlüter handeln von Alltäglichem und weniger Alltäglichem. Sie widmen sich Redewendungen und deuten an, was es beispielsweise heißt, „rosarot zu sehen“ – oder auch „herzlos“ zu sein. Hier stellt sich beispielsweise auch die Frage, wer nun „herzlos“ ist. Die Geschichten spielen mit der Fantasie, wie etwa in „Guck mal!“ mit der Vorstellung, den „Blick hinter den Horizont“ zu schicken. Und sie schildern mit Humor, wie ein Bauchweh manchmal verschwinden kann.

Dabei behalten sie immer den Blick auf ihre jungen Zuhörer und greifen geschickt deren Vorstellungen auf. So kann ein Schnupfen auch einmal mit einem Taschentuch in der Waschmaschine verschwinden. Unter der Überschrift „Zeitlos“ philosophiert der Autor gemeinsam mit seinen Rezipienten auch über das umfassende Thema „Zeit“.

Für diese besondere Art von Geschichten ist Manfred Schlüter bekannt und beliebt. Mit seinen Ideen und seiner humorvollen Art, die Dinge zu betrachten, spornt er seine Leser an, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und eigene Assoziationen zu entwickeln.

Eine dieser kleinen Erzählungen ist die, die dem Bändchen den Titel gibt: „Vom Fischer, der ein Künstler war“. Hierbei handelt es sich um einen stillen Text, der dies eine Kunst nennt, was Groß und Klein heute oft schwerfallen möchte: das Warten.
Der Fischer ist „ein großer Künstler“, denn er hat es gelernt zu warten – auf den Abend, an dem er sein Netz an Bord ziehen konnte, in dem sich so viele wunderbare Dinge befinden. So etwa „eine Regentropfenfamilie, ein halbes Dutzend Sonnenstrahlen, (...) eine Prise Fernweh und ein bisschen Heimweh“. Gemeinsam lässt sich der wunderschöne, stille Text weiterspinnen und auch auf die eigene Lebenssituation übertragen.

Nicht nur neben den Texten stehen die oftmals farbigen und auch großflächigen Illustrationen von Alexandra Junge. Sie ergänzen einerseits die Texte, regen aber zusätzlich zum Gespräch an. Was etwa geschieht mit dem Mädchen, das sich auf der Seite 42 langsam aus dem Bild hinausbewegt – in der Tasche hat es das Auge, des Jungen, der „plötzlich alles rosarot sah“. Wie können Buchstaben aus Büchern fallen – und wohin fallen sie dann?

Das Bändchen von Manfred Schlüter und Alexandra Junge ist ein Buch zum Fantasieren. Es regt Kinder an, zu fragen – hierbei geht es nicht um das Fragen nach Fakten, sondern gestellt werden „große Fragen“. Immer wieder kombiniert Schlüter diese großen Fragen mit kleinen, besonderen Momenten wie etwa in „Als die Welt mich kennen lernte“. So wird es zu einem unerschöpflichen Schatz, dessen Texte immer wieder anregen und Mut machen, neue Gedanken zu entwickeln oder neue Blickwinkel einzunehmen.

Fazit:

„Vom Fischer, der ein Künstler war“ vermag es gekonnt, die kindliche Welt aufzugreifen. Es geht darum, „Wünsche wachsen zu lassen“, um das „Glück“, über das manchmal nur kleine Zufälle entscheiden, um Käfige, die sich wegradieren lassen und schlicht und einfach um die Kunst, den „Blick hinter den Horizont zu schicken“. Ein Büchlein, das viele kleine und große Liebhaber finden wird!

Alexandra von Plüskow

 

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