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Buchcover: Peter Schössow: Baby Dronte

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Baby Dronte von Peter Schössow

erschienen bei Hanser

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

Zufällig findet Käpt‘n Horatio Lüttich am Ufer der Elbe ein großes, ungewöhnlich geflecktes Ei. Als daraus ein seltsames Vogelküken schlüpft, beginnt eine spannende und phantastische Geschichte.

Käpt‘n Horatio Lüttich ist verzweifelt. Sein treuer alter Schlepper Krautsand ist leckgeschlagen und auf Grund gelaufen. Er selbst und seine Mannschaft, Smudje Paul Zausenke und Maschinist Ulrich Krittel konnten sich so gerade noch an Land retten, doch was soll jetzt nur aus ihnen werden? Fast 50.000 DM soll die Bergung und Reparatur der Krautsand kosten! Unerschwinglich! Als er traurig und tief in Gedanken versunken am Ufer der Elbe spazieren geht, entdeckt er plötzlich ein großes geflecktes Ei. Neugierig nimmt er es mit nach Hause, um nachzuschlagen, um was für ein ungewöhnliches Exemplar es sich handelt. Seine Jungs interessieren sich nicht im mindesten für seinen Fund und so geht Lüttich nach dem Abendessen mit Ei und Büchern ins Bett. Aber er findet nichts über das komische Ei heraus, und nach einer Weile schläft er ein.

Am nächsten Morgen ist die Aufregung groß: aus dem seltsamen Ei ist ein mindestens ebenso seltsames Küken geschlüpft! Nach dem ersten Schrecken kümmern sich die drei rührend um den geheimnisvollen kleinen Vogel. Sie nennen Ihn „Baby“. Und für Baby ist Lüttich seine „Mama“! Kurz darauf erfahren die 3 aus den Nachrichten, dass „ihr“ Ei dringend gesucht wird. Es handelt sich um ein Drontenei, eine seit über 300 Jahren ausgestorben geglaubte Vogelart aus Mauritius! Der berühmte Schmetterlingsforscher Professor Müller-Malowsky hatte es dort zufällig gefunden und unglücklicherweise war ihm der sensationelle Fund auf der Heimreise abhanden gekommen. Für die Wiederbeschaffung des Eies ist eine hohe Belohnung ausgesetzt – 50.000DM! Trotz der heftigen Proteste von Krittel und Zauzenke liefert Lüttich Baby ohne zu zögern ab und kassiert den Finderlohn -50.000DM- das Ende aller Sorgen. Die Krautsand kann gerettet werden. Doch die Stimmung an Bord ist mies. Krittel und Zauzenke können ihrem Käpt‘n nicht verzeihen, dass er Baby für Geld verraten hat, und den Käpt‘n selbst verfolgt sein schlechtes Gewissen bis in seine Träume. Als sie erfahren, dass Baby nach Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchungen zur traurigen Attraktion im Zoo geworden ist, entschließen sie sich, Baby in einer waghalsigen Aktion zu befreien und mit der Krautsand nach Mauritius zurückzubringen. Dort angekommen, findet Baby seine richtige Mama und die drei Seemänner das Geheimnis der Dronten.

Mit „Baby Dronte“ hat der bekannte Autor und Illustrator Peter Schössow ein wundervolles Bilderbuch geschaffen. Völlig unverständlich, warum es schon drei Mal vom Markt verschwunden war, denn die zauberhafte Geschichte von Käpt‘n Lüttich und Baby Dronte ist ein zeitloser Klassiker. Glücklicherweise sieht das auch der Hanser Verlag so und hat 2008 diese Neuauflage herausgebracht.

Peter Schössow ist es gelungen, aus einer originellen Idee eine eigenwillige und spannende Geschichte zu entwickeln, die man nicht wieder vergisst. Die intelligente Dramaturgie und die authentischen Charaktere heben sich deutlich vom durchschnittlichem Bilderbuch ab. Von Haus aus Illustrator, beweist Schössow auch als Autor großes Talent. Seine klare Sprache ist voller Wortwitz und hintergründigem Humor, den Kinder wohl noch nicht immer verstehen können, der dem Vorleser aber großes Vergnügen bereitet.

Vor allem aber sind es die wundervollen und außergewöhnlichen Illustrationen, die dieses Bilderbuch zu etwas ganz besonderen machen. Die Bilder haben einen eigenen unverwechselbaren Stil, fast hat man den Eindruck, einen Spielfilm anzusehen, so lebendig wirkt diese Bilderbuchwelt. Die Zeichnungen sind eine bezaubernde Mischung aus Realität und Phantasie. So sind die Stadt Hamburg als Hintergrund und die Lebensumstände wie z.B. Fernsehsendungen (Tagesschau), Zeitschriften, Pressekonferenzen oder Hafenkneipe sehr realistisch gezeichnet, die handelnden Figuren sind allesamt als knuffige Tiere in Menschenrollen dargestellt. Der Käpt‘n ist eine Ratte, der Smutje eine Kröte und Krittel ist eine Robbe. Aber die Tiere sind so ausdrucksstark gezeichnet, dass man ihnen ihre Rollen wie selbstverständlich abnimmt und gar nicht mehr die Tiere in ihnen sieht. Außergewöhnlich sind auch die Farben der Bilder. Durchgehend gedeckte Töne, viele Variationen von grün und braun, dramatische Situationen werden durch trübe „;Gewitterstimmungsfarben“ untermalt. Erst auf Mauritius wird, passend zum Happy End, alles heller und lichter!

Fazit:

Dieses außergewöhnliche Bilderbuch macht den Großen mindestens so viel Spaß wie den Kleinen und das Vorlesen zum Vergnügen. Es hat alles, was ein tolles Bilderbuch braucht: es ist witzig und traurig, spannend und phantasievoll, ausgesprochen originell und hat ein wunderschönes Happy End.

Angela Martini

 

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Heike Kewe meint:
Hallo,
habe das tolle Kinderbuch gebraucht von meiner Cousine(fünf Kinder) geschenkt bekommen.
War lange das Lieblingsbuch meiner drei Kinder, ist jetzt aber kaputt gegangen ( vom vielen Vorlesen ist es auseinandergebrochen ). Toll geschrieben.
Geschichte ist richtig spannend. Wie alle an den kleinen Vogel hängen und ihn wieder zurückholen und zu seiner Mama bringen. Einfach süß!!!
Liebe Grüße
Heike

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