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Buchcover: Anu Stohner: Der kleine Weihnachtsmann ganz groß

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Der kleine Weihnachtsmann ganz groß von Anu Stohner

erschienen bei Hanser

geeignet für Kinder im Alter ab 3 Jahren

Wenn es in fast jedem Geschäft schon „weihnachtet“ und auch schon in so manchem Zuhause – dann natürlich auch auf unserer Couch. Der bekannte kleine Weihnachtsmann von Anu Stohner und Henrike Wilson kommt diesmal ganz groß heraus – und das nicht nur im Buchformat …

In der Vorweihnachtszeit backt der kleine Weihnachtsmann stets Plätzchen und genießt dabei die Ruhe, bis ihm einfällt, dass er sich noch Puderzucker ausleihen muss. Doch niemand ist zu erreichen, nur beim Oberweihnachtsmann brennt Licht. Er darf jedoch nicht eintreten und soll in einer Stunde wieder kommen, obwohl die Stimmen und das Lachen der Anderen durch die Tür zu hören sind. Nachdenklich und traurig geht der kleine Weihnachtsmann zurück. Wird etwa über ihn gelacht? Die Eule bemerkt seine bedrückte Stimmung. Schließlich erzählt er all seinen tierischen Freunden im Wald von seinen Bedenken. Diese sind empört über das Verhalten der anderen Weihnachtsmänner und beschließen prompt, diese zur Rede zu stellen. Zusammen gehen sie strammen Schrittes zum Haus des Oberweihnachtsmannes.

Was sie jedoch nicht wissen ist: Der Oberweihnachtsmann hat lange genug die Leitung für die Weihnachtsmänner übernommen und möchte sich nun wohlverdient zur Ruhe setzen. Dieses bedeutet gleichzeitig: Wer übernimmt ab jetzt die große Verantwortung?

Da kommt des Rätsels Lösung und die Überraschung ist perfekt: Alle großen Weihnachtsmänner haben dem Vorschlag des noch amtierenden Oberweihnachtsmannes zugestimmt. Ab jetzt ist der kleine Weihnachtsmann der neue Oberweihnachtsmann, da er stets der Fleißigste war. Wenn das kein Grund ist, bis weit nach Mitternacht zu feiern.

Wieder einmal schaffen es Anu Stohner und Henrike Wilson das lange Warten auf Weihnachten mit einem neuen Band vom kleinen Weihnachtsmann zu verkürzen. Dabei geht es in der Geschichte nicht so sehr um Weihnachten, als viel mehr um das Gefühl ausgegrenzt zu werden. Ein beklemmendes und hilflos machendes Gefühl, das leider auch Kinder schon kennen. Der eigentliche Spannungsbogen wird erzeugt, indem auch der Leser keinen Grund weiß, warum die anderen Weihnachtsmänner tuscheln und ihren kleinen Kollegen ausschließen. Die kleinen Betrachter erleben die Gefühle des kleinen Weihnachtsmannes unmittelbar mit.

Unterstützt wird dieser Moment durch die schönen und überzeugenden Illustrationen von Henrike Wilson. Von einem zu Beginn fröhlichen und mit sich und der Welt zufriedenen kleinen Weihnachtsmann wird in kürzester Zeit ein nachdenklicher und trauriger kleiner Mann. Mit hängenden Schultern und großen fragenden Augen zieht es ihn zu seinen Freunden in den Wald. Wie diese, geht auch der Leser unterstützend mit auf den Weg, um die Situation zu klären. Ein schöner Spannungsbogen der sich bis zum versöhnlichen Ende hält.
Die für Henrike Wilsons so typischen Ölbilder sind stets doppelseitig und überzeugen durch ihre Größe und vor allem durch ihre Farbkompositionen. Die Lichtreflexe lassen den Schnee glitzern und das Mondlicht erzeugt eine herrliche Winterstimmung, in die man gerne eintaucht. Trotz der winterlichen Stimmung wirkt alles wohlig warm und einladend. Kleine Details aus dem Alltag des kleinen Weihnachtsmannes lassen uns heimisch fühlen, wie z.B. die vor der Tür in den Schnee gesteckten Skier. Die Perspektivwechsel sind lebendig, unterhaltsam und gewähren uns den jeweils richtigen Zuschauerplatz, um hautnah dabei zu sein.
Die warmherzige Sprache unterstützt diese Stimmung und begeistert auch schon die kleineren Zuhörer. Die Textblöcke, aus kurzen leicht verständlichen Sätzen, sind stets am unteren Bildrand platziert und ab und zu mit kleinen Sternchen verziert. Doch das eigentliche Bilderbuch-Erlebnis wird ganz von den großformatigen und schönen Illustrationen bestimmt.
Am Ende sind alle glücklich und tanzen bis weit über Mitternacht um einen Weihnachtsbaum und der kleine Weihnachtsmann nimmt voller Stolz und mit seiner bekannten Zuverlässigkeit sein neues Amt wahr. Wie konnte er sich so viele Sorgen machen, er hat genug Freunde, die ihn jederzeit unterstützen und sein Können wurde nie angezweifelt. Ein kleiner moralischer Appell, der zeigt, dass man alles erreichen kann – auch wenn man so klein ist.

Fazit:

Eine herzerwärmende Geschichte für alle Freunde des kleinen Weihnachtsmannes, die uns durch die herrlichen Illustrationen sanft in die wohlige, schöne Stimmung von Weihnachten eintauchen lässt.

Sylke Wilmer-Gruchmann

 

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