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Buchcover: Rüdiger Stoye: Der Wal im Wasserturm

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Der Wal im Wasserturm von Rüdiger Stoye

erschienen bei Moritz

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

Wenn Jan gewusst hätte, dass aus dem kleinen dunkelblauen Fisch, den er eines Tages aus einem Nebenfluss der Elbe geangelt hat, tatsächlich ein gigantischer Wal werden würde, er hätte ihn wohl gleich ins offene Meer gebracht. So aber kommt es zu einer spektakulären Wal-Rettungsaktion. Aber der Reihe nach …

Jan nimmt seine geangelten Fische mit zu sich nach Hause. Er lebt mit seinen Eltern in einem Häuschen neben einem Wasserturm. Jans Vater ist der Wasserturmwächter. Während Jan und seine Mutter vermuten, dass es sich bei dem Dunkelblauen um einen Karpfen handelt, ist sich Jans Vater sicher: „Irgend so ein ausländisches Ding muss das sein.“

Nachdem der Fisch die Nacht in der Badewanne verbracht hat, müssen Jan und sein Vater bereits am Morgen feststellen, dass der Fisch gewachsen ist. Auch Jans Lehrer steht vor einem Rätsel und schickt den Jungen mit dem Fisch in das Zoologische Institut. Und in der Tat, die zahlreichen Wissenschaftler haben nach dem Wälzen vieler Bücher endlich herausgefunden, um was für ein Tier es sich bei dem Fisch handelt: „Das ist ein Wal! Ein junger Wal! Jawohl!“

Damit wird ein Problem offenkundig: In der Badewanne kann der Wal nun nicht mehr bleiben. Die Wissenschaftler zeigen Jan, wie groß ein Wal werden kann. Er sollte also den Wal wieder in die Elbe setzen damit er durch die Nordsee bis zum Atlantischen Ozean schwimmen kann, was Jan auch verspricht. Auf dem Rückweg nach Hause ist er jedoch sehr traurig.

Jans Vater hat schließlich eine Idee. Sie könnten den Wal im großen Becken im Wasserturm lassen, um zu sehen, ob es wirklich ein Wal ist. „Aber niemand darf es wissen. So was ist nämlich streng verboten.“

Es kommt, wie es kommen muss. Der Wal wächst und wächst und wächst. Bald ist er so groß, dass er das gesamte Becken im Wasserturm einnimmt und mit dem Schwanz derartig wuchtig gegen die Turmmauern klatscht, dass es die Leute in der Stadt hören. Die sind aber nicht nur über die lauten Geräusche verwundert, sondern auch darüber, dass bald kein Wasser mehr in ihren Häusern aus den Wasserhähnen fließt …

Als der Turm anfängt Risse zu bekommen, ist es Zeit zu handeln. „Du machst jetzt ein riesengroßes Loch ins Dach. Alles andere regle ich.“ sagt Jan zu seinem Vater. Kurze Zeit später kreist ein Hubschrauber über dem Wasserturm – an Bord ist Jan, der dem Piloten Anweisungen gibt. Schließlich haben sie es geschafft den Wal zu sichern und fliegen ihn hinaus aufs offene Meer …

Bereits 1971 erschien die Erstausgabe des Kinderbuches „;Der Wal im Wasserturm“, das nun zum siebzigsten Geburtstag des in Templin/Uckermark geborenen Autors und Illustrator Rüdiger Stoye vom Moritz Verlag neu aufgelegt wird. Stoye, der heute in Hamburg lebt und arbeitet, hat zuletzt fast zwanzig Jahre Buchillustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg unterrichtet und dort Generationen von Kinderbuchillustratoren geprägt.

Einen Großteil ihrer Faszination bezieht die Geschichte um Jan und seinen Wal dann auch eindeutig aus den wunderbaren Bildern. Rüdiger Stoye fängt Momente mit nahezu magischer Anziehungskraft ein, die das junge Publikum immer wieder aufs Neue ins Staunen versetzt. Der Griff zum Bilderbuch ist nicht selten allein initiiert durch das imposante Titelbild, das den großen Wal am Hubschrauber hängend hoch über dem Wasserturm zeigt.

Stoye schöpft bei seinen Bildern nahezu aus dem gesamten Farbspektrum. Kräftigen, intensiven und tiefen Farbtönen stellt er zum wirkungsvollen Kontrast leuchtend helle Farben entgegen. Das Auge kann voller Neugier auf zugleich spannende wie entspannte Entdeckungsreise gehen. Denn bei aller Farbpracht bleibt jedes Bild harmonisch und ausgewogen komponiert. Beinahe perfektionistisch scheint dabei die Akribie, mit der Stoye unglaublich viele Details fein herausarbeitet, den Bildern Schärfe und Kontur verleihen und seinen eigenen Stil markieren.

Man mag der Erzählung vielleicht ein wenig den Klang der 70iger anhören. Doch der ruhige Erzählfluss ist stets durch kurze und klar formulierte Sätze bestimmt. Gebannt folgt das Publikum dem ansteigenden Spannungsbogen. Denn auch der Flug des Hubschraubers zur Nordsee führt noch durch unruhiges Wetter. Das Seil an dem der Wal am Hubschrauber hängt lässt sich nicht lösen. Und was ist mit all den Fischkuttern, die dort unten im Meer fahren...?

Fazit:

So funktioniert packende und faszinierende Bilderbuchunterhaltung. Rüdiger Stoye erzählt mit tollen Bildern von einer ebenso unglaublichen wie spektakulären Rettungsaktion eines Wals aus einem Wasserturm. Auch nach über dreißig Jahren kann die Geschichte um Jan sein Publikum mühelos begeistern. Und übrigens: Der besagte Wasserturm steht immer noch im Hamburger Stadtteil Lokstedt …

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

Meinungen zu diesem Buch

[Leser-Kommentare überspringen]

Elisabeth Simon meint:
es ist ein wunderbares Buch, meine Kinder liebten es und jetzt mein Enkelsohn. Es hat nichts von der Magie verloren. Es kommt der Faszination von Walen entgegen, die alle Kinder haben. Wir leben jetzt in Berlin und haben früher in Lokstedt gelebt und das erzähle ich meinem Enkelsohn. Jetzt will er unbedingt dorthin fahren (wahrscheinlich meint er , er könnte noch einen Wal entrdecken )

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