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Buchcover: Susanne Weber: Das Einhorn ohne Horn vorn

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Das Einhorn ohne Horn vorn von Susanne Weber

erschienen bei Oetinger

geeignet für Kinder im Alter ab 2 Jahren

Eindeutig ein Einhorn, aber noch hat es kein Horn. Ob das noch wachsen wird? Alle anderen Tiere wollen helfen und trösten, aber richtig glücklich ist das kleine Einhorn erst, als endlich auf der Stirn kribbelt. Und das Einhorn ohne Horn vorn zu einem Einhorn mit Horn wird.

Kleinen Kindern ist es relativ egal, was sie lesen, es geht um das kuschelige Sofagefühl und darum, von Mama oder Papa etwas gezeigt und vorgelesen zu bekommen. Nicht wichtig also, ob es Einhörner sind oder Bauarbeiter – solange der Vorleser Lust hat, es vorzulesen, möge er es tun. Das ist fast das Wichtigste, weil sich der Genuss dann überträgt aufs Kind. Hat man selbst keinen Zugang zum Buch, wird es zäh, auch fürs Kind. Deswegen ausdrücklich: ein Einhornbuch ist kein Mädchenbuch, vielleicht ein Mütterbuch, aber ihren kleinen Söhnen können sie es gut genauso vorlesen wie den Töchtern. Im Pappbilderbuchalter wissen die kleinen Jungs noch nicht, dass sie später mal rosa doof und Autos und Ritter gut finden werden (müssen).

Das Einhorn hier ist ein liebenswertes, leicht kantiges Wesen in Altrosa, mit dickem Schweif und langen Wimpern um die großen Augen. Auch die anderen Tiere sind niedlich ohne direkt kitschig zu sein.

Und das ist die Geschichte:

„Das Einhorn klagt, ich hab kein Horn, wann wächst es bloß am Kopf ganz vorn.“
Und macht sich auf die Suche, fragt bei anderen Tieren herum, die versuchen, nach ihren Möglichkeiten zu helfen und zu trösten; obwohl schon klar ist, dass es schwer möglich ist.
„Willst du eins leihn? Doch soll es sicher gerade sein.“ fragt zum Beispiel die Ziege.

Der Text, man merkt es, ist gereimt. Und angenehm gereimt, schlicht, einfach, also weder verkünstelt noch so niedlich und verkrampft, dass man es kaum aussprechen mag. Die eigentliche Geschichte erzählen die Bilder – und auch die meiste Zeit verbringt man mit dem Vorlesekind bei den Bildern. Außer den Tieren gibt es da noch viel zu entdecken; zu dem Vertrauten auf jeder Seite kommt auch immer wieder Neues und Anderes dazu: Vögelchen, Ameisen und Schmetterlinge, Kleeblätter, Blümchen. Und Sternchen als dann endlich, endlich, endlich das Horn wächst.

Denn das tut es: „Es kribbelt, ruft das Einhornkind, ein Horn wächst vorn, und zwar geschwind. Liebe Freunde kommt herbei, zum Dank habt ihr nun Wünsche frei.“

Fazit:

Ein Einhornbuch für die Kleinsten, aus stabiler Pappe und mit liebenswerten Protagonisten, niedlich, ohne kitschig zu sein. Die Reime sind verspielt und lautmalerisch, lassen sich gut vorlesen. Dazu die schöne Botschaft: Ich bin wie ich bin, kann nicht jemand anders sein – und bin auch nicht auf Knopfdruck perfekt. Nicht nur für Jungs, das das mal klar ist: Einhörner waren lange eher was für Männer und auch heute dürfen nicht nur Mädchen diese wunderbaren Fabelwesen gut finden.

Sigrid Tinz

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