Interview mit Klaus Kordon

Für die Kinderbuch-Couch: Karin Hahn

Am 21. September 2008 wird der Berliner Kinder- und Jugendbuchautor Klaus Kordon 65 Jahre alt. Bekannt geworden ist der Schriftsteller durch seine drei Jugendbücher „Die roten Matrosen“, „Mit dem Rücken zur Wand“ und „Der erste Frühling“, die er „Trilogie der Wendepunkte“ nannte. Am Schicksal einer Berliner Arbeiterfamilie führt der Schriftsteller dem jungen Leser die politischen Ereignisse der Jahre 1918/19, 1932/33 und 1945 vor Augen.

Klaus Kordon bezeichnet sich selbst als „Kind deutscher Geschichte“. Der Großvater blieb im Ersten Weltkrieg, der Vater verlor sein Leben im Zweiten Weltkrieg. Als Klaus Kordon 1943 zur Welt kam, war Krieg. Die 50er Jahre, Mauerbau, Kalter Krieg, das Leben in der DDR – Geschichte, sagt Klaus Kordon, war immer gegenwärtig, bis hin zum Stasi-Knast. In den 70er Jahren konnte er in den Westen ausreisen. Von seiner eigenen Kindheit erzählt Klaus Kordon in seinen drei Büchern „Brüder wie Freunde“, „Tage wie Jahre“ und „Einer wie Frank“. Jugendlichen und Erwachsenen ist Klaus Kordons autobiografisches Buch „Krokodil im Nacken“ zu empfehlen, eine bewegende Reise in die deutsch-deutsche Geschichte.

Thematisch hat sich Klaus Kordon zum einen der deutschen Geschichte geöffnet, schreibt Kinderbücher über Alltagsprobleme und Kinderschicksale in der Dritten Welt. Heute lebt er wieder in seiner Heimatstadt, in einer ruhigen Straße in Berlin-Steglitz. In seinem hellen, übersichtlichen Arbeitszimmer steht kein Computer, denn Klaus Kordon schreibt alle seine Manuskripte mit der Hand.

Weitere Bücher von Klaus Kordon: Julians Bruder, Monsun oder Der weiße Tiger, Wie Spucke im Sand, Paula Kussmaul-Bücher, Die Zeit ist kaputt – Die Lebensgeschichte des Erich Kästner, Alicia geht in die Stadt, Die Reise zur Wunderinsel, Jinbal von den Inseln, Piratensohn u.v.a.

Im Mittelpunkt meiner Romane sollen Menschen mit ihrer Geschichte stehen …Klaus Kordon

Kinderbuch-Couch: „Brüder wie Freunde“ erscheint jetzt wieder im Beltz & Gelberg Verlag . Freut Sie das oder hätten Sie lieber, dass ein anderes Buch von Ihnen in Erinnerung gerufen werden würde?

Klaus Kordon: Nee, das war ein Wunsch von mir gewesen. Ich werde jetzt 65, vor 30 Jahren erschien „Brüder wie Freunde“ zum ersten Mal und dann ist es so, wenn diese Bücher nicht wieder neu aufgelegt werden, irgendwo als Taschenbuch rumstehen, sind sie nicht mehr so wirklich publik. Darum wird mit einem wirklich schönen Einband von Philip Waechter – das ist übrigens der schönste Einband für meine Frank-Bücher – der Sammelband jetzt herausgegeben.

Kinderbuch-Couch: Was hat sie damals dazu bewegt über Ihre Kindheit zu schreiben?

Klaus Kordon: Mein erstes Buch spielt ja in Indonesien, eine sehr harte Geschichte über das Überleben in der Dritten Welt. Und wenn das erste Buch so ein bisschen Erfolg hat, dann überlegt man, was schreibe ich als nächstes. Das war Ende der 70er Jahre und da war es so, dass man Tabuthemen aufgegriffen hat, die vorher im Kinderbuch nicht behandelt wurden. Eines dieser Tabuthemen war der Tod, denn früher wurde in Kinderbüchern nicht gestorben. Da gab es keine Armut, keinen Hunger, es war immer heile Welt. Dann habe ich dem Verlag erzählt, dass es die Geschichte von meinem Bruder gibt, der bei einem Sportunfall mit 14 Jahren gestorben ist. Ja, das wollte ich gern schriftstellerisch verarbeiten. Der Verlag hat zugestimmt und dann entstand „Brüder wie Freunde“ und danach die Folgebände.

Kinderbuch-Couch: Autobiografisch schreiben Sie auch heute, denn ich habe gehört, dass Sie an einer Fortsetzung ihres Erinnerungsbuches „Krokodil im Nacken“ arbeiten. Welchen Zeitraum ihres Lebens beschreiben Sie im neuen Roman?

Klaus Kordon: Ja, das Manuskript ist fertig und erscheint im kommenden Jahr zum 20jährigen Mauerfall, denn es endet mit dem Mauerfall. Es setzt ein als Lenz, meine Hauptfigur, im Westen ist, dann wird erzählt, was er im Westen erlebt und endet als er Heiligabend 1989 durch das Brandenburger Tor geht. Das Buch wird heißen „Auf der Sonnenseite“ und das ist auch ironisch gemeint. (lacht laut!)

Kinderbuch-Couch: Da gab es ja auch mal einen DEFA-Film „Auf der Sonnenseite“ mit Manfred Krug.

Klaus Kordon: Ja, aber ich beziehe mich auf Helmut Kohl, denn er hat, als die Mauer
am 9. November fiel, in Polen zu Reportern gesagt: „Nun können auch die Ostdeutschen auf der Sonnenseite der Geschichte leben.“ (lacht)

Kinderbuch-Couch: Ihr Alter Ego ist Manfred Lenz in Ihrem Roman „Krokodil im Nacken“. Hätten Sie ihn nicht eigentlich Frank nennen müssen – Frank aus „Brüder wie Freunde“?

Klaus Kordon: Nein, ich wollte mich der Sache neu nähern. „Krokodil im Nacken“ ist ja eigentlich Belletristik für Erwachsene, auch wenn die Jugendjury beim Deutschen Jugendliteraturpreis mein Buch auserwählt hat. Vieles aus meiner Biografie, keine Frage, kehrt natürlich wieder. Die Mutter heißt wieder Lisa, Onkel Willi bleibt Onkel Willi, der Bruder heißt nicht Burkhard, sondern Wolfgang, wie er wirklich hieß und es kommt noch ein Bruder vor, der in die Frank-Geschichte nicht gepasst hat. Ich wollte mich völlig neu dem Thema nähern und das war auch richtig.

Kinderbuch-Couch: Warum haben Sie sich Lenz genannt? Da denke ich zuerst an den unglücklichen Dichter und Zeitgenossen von Goethe?

Klaus Kordon: Es gibt in der deutschen Literatur so viel Lenz. Ich habe an Frühling gedacht, an jung sein und ich wollte einen kurzen Nachnamen haben.

Kinderbuch-Couch: Die Kritik hat ihren Roman „Krokodil im Nacken“ hoch gelobt, aber wie war die Resonanz von Lesern aus der ehemaligen DDR auf ihre doch sehr persönliche Geschichte?

Klaus Kordon: Es gab sehr viele Briefe von Menschen, die ein ähnliches Schicksal hatten, aber auch von Leuten, die das nicht erlebt haben, aber in der DDR zu Hause waren und gesagt haben, dass ich ein sehr faires Bild gezeichnet habe, nicht alles schwarz – weiß, hier der goldene Westen und da die schlechte DDR. Und das war auch meine Absicht gewesen und darum habe ich auch so lange damit gewartet. Wenn ich das Buch gleich geschrieben hätte, 1973 als ich in den Westen kam, dann wäre es eine bitterböse Abrechnung geworden, durch den Gefängnisaufenthalt, durch die Kinder, die im Osten immer noch festgehalten wurden. Es sollte die Distanz da sein und ein Buch mit längerer Lebensdauer werden.

Kinderbuch-Couch: In ihrem über 800 Seiten starken Jugendbuch „Krokodil im Nacken“ erinnern Sie sich an ihr Leben in der DDR, Kindheit und Jugend im Berliner Prenzlauer Berg, berufliche Entwicklung hin zum Außenhandelskaufmann, die vereitelte Flucht über Bulgarien wird geschildert und ihre Haftzeit in der DDR bis zum Freikauf in den Westen. War es eine Befreiung oder eine Belastung sich mit der eigenen doch auch tragisch verlaufenden Lebensgeschichte auseinanderzusetzen?

Klaus Kordon: Das war mehr eine Befreiung, natürlich auch bedrückend, wenn man die Einzelhaft im Stasi-Gefängnis beschreibt. Ich habe vorher auch das Gefängnis besucht, das ist ja nun eine Gedenkstätte geworden, hab in meiner alten Zelle gestanden. Da ist doch vieles abgefallen von einem, das war dann schon eine Befreiung.

Alle Autoren, die ich gelesen habe, haben mir etwas gegeben und ich möchte heute auch einer sein, der Kindern etwas gibt… Klaus Kordon

Kinderbuch-Couch: Ihren literarischen Figuren hauchen Sie immer Leben ein. Als Leser lebt man mit ihnen als seien sie einem sehr vertraut. Besonders in „Julians Geschichte“, in der sie das Schicksal eines Juden in der Zeit des Dritten Reiches und der Nachkriegszeit schildern, ging mir das so. Dieses lebendige Schreiben – wie schaffen Sie das? Wie fühlen Sie sich in die fernen Zeiten und ihre Protagonisten ein?

Klaus Kordon: Das kann ich gar nicht sagen. Es passiert mir einfach, das klingt jetzt komisch. Das ist ein Talent. Es ist mein Wunsch, dass es lebendig sein soll. Ich lese historische Romane und die Figuren sind manchmal einfach nur Pappkameraden. Im Mittelpunkt meiner Romane sollen Menschen mit ihrer Geschichte stehen. Die Fakten und das Material kann später eingebaut werden. Wenn ich beim Schreiben merke, das lebt nicht richtig, dann würde ich aufhören. Wichtig ist, wenn ich anfange, dass diese Menschen, über die ich schreibe mit all ihren guten wie schlechten Seiten in mir drin sind, mir nahe sind.

Kinderbuch-Couch: Beobachten Sie Leute?

Cover von Brüder wie Freunde

Klaus Kordon: Ja, aber nicht so bewusst. Das war auch so bei meinen Romanen über Indien. Ich habe ja nicht jahrelang in Indien gelebt. Ich bin sechs Wochen als Exportkaufmann durchs Land gereist und bei der Rückkehr beim Schreiben staunte ich dann, was ich alles im Kopf behalten habe. Ich sauge das irgendwie auf und kann es wieder abgeben.

Kinderbuch-Couch: Warum ist für Sie Berlin der wichtigste Ort?

Klaus Kordon: Ich bin in Berlin geboren, bin da aufgewachsen. Hab dann mal 15 Jahre nicht in Berlin gewohnt, sondern in der Nähe von Frankfurt am Main, wo ich gemerkt habe, wie wichtig die Stadt für mich ist. Aber es bietet sich auch aus folgenden Gründen an: Berlin ist ein Stadt, in der sich immer deutsche Geschichte abgespielt hat, ob das 1848, die Revolution war, ob das dann später 1918 war, Erster Weltkrieg, ob das 1933 war, Hitlers Machtergreifung, Fackelzug durchs Brandenburger Tor, ob das die geteilte Stadt war später – also, deutsche Geschichte kann man am Beispiel der Stadt immer gut erzählen. Und dann habe ich den großen Vorteil, dass ich diesen Jargon und diesen Menschenschlag sehr gut kenne. Ich könnte das nicht am Beispiel von Hamburg oder München erzählen, das würde nicht gehen.

Kinderbuch-Couch: Warum haben Sie sich entschieden für Kinder und Jugendliche zu schreiben?

Ich will realistische Geschichten schreiben, die zum Nachdenken anregen, auch Spaß machen, aber auch wie mit einem kleinen Widerhaken nachklingen… Klaus Kordon

Klaus Kordon: Ich möchte die Geschichten erzählen, die ich erzählen kann und es gibt noch einen Grund. Als ich damals angefangen habe zu schreiben, gab es viele Bücher wo Kinder nicht ernst genommen wurden, immer so heile Welt „Frühling im Försterhaus“, „Sommer im Försterhaus“, „Herbst im Försterhaus“.. …Geschichten, die ich heute so Lesefutter nenne, die aber Kindern nicht wirkliche Geschichten aus ihrem Leben erzählen, womit Kinder etwas anfangen können. Das war eine ganz wichtige Aufgabe und das ist heute auch eine wichtige Aufgabe. Meine Kindheit ist sehr stark von Büchern geprägt worden. Ich wäre ein ganz anderer geworden ohne die Bücher, die ich als Kind gelesen habe. Alle Autoren, die ich gelesen habe, haben mir etwas gegeben und ich möchte heute auch einer sein, der Kindern etwas gibt. Es geht auch nicht um die Unterscheidung, schreibe ich nun Kinderbücher oder Erwachsenenbücher. Es sollen gute Bücher werden.

Kinderbuch-Couch: In ihren Kinderbüchern wenden Sie sich auch immer wieder „leichteren“ Stoffen zu, z.B. Paula Kussmaul-Geschichten. Aber auch hier wird nicht nur eine Alltagsgeschichte für Kinder erzählt, sondern es geht wieder um die Schwachen in der Gesellschaft – Obdachlose ( Mein Freund Ringo), Behinderte, Umweltthema ( Die Reise zu der Wunderinsel). Ihre Bücher für Kinder sind oft auch sehr moralisch, Sie stehen auf der Seite der Kinder, der Schwachen, der in der Gesellschaft an den Rand gedrängten. Glauben Sie, dass Kinder heutzutage gerade diese Geschichten brauchen, um die Welt zu verstehen?

Klaus Kordon: Ich glaube ja, die Kinder benötigen solche Geschichten um die Welt zu verstehen. Ich will die Kinder ja nicht missionieren, damit sie die besten Menschen werden. Nein, ich will realistische Geschichten schreiben, die zum Nachdenken anregen, auch Spaß machen, aber auch wie mit einem kleinen Widerhaken nachklingen.

Kinderbuch-Couch: Über das Mädchen Paula Kussmaul haben Sie mehrere Bücher geschreiben, ihre historischen Romane sind mehrbändig. Jetzt könnten Sie, z.B. bei der Trilogie der Wendepunkte, der dritte Roman endet 1945, auch weiter schreiben.

Klaus Kordon: Wenn man eine Trilogie schreibt ist das schon anstrengend genug, weil man immer das Gefühl hat, wenn der erste Band gelingt, heißt das immer noch nicht, dass der zweite und dritte Band auch gelingt. Die wenigsten Leute wissen, dass Erich Kästner einen Fortsetzungsband von seinem Emil geschrieben hat. „Emil und die Detektive“ hat eine Fortsetzung „ Emil und die drei Zwillinge“. Das ist nicht bekannt geworden. Warum, weil der zweite Band ein Abklatsch vom ersten war. Da hat sich der Kästner nach dem Riesenerfolg von seiner Verlegerin breitschlagen lassen.

Kinderbuch-Couch: Zu Erich Kästner wollte ich sowieso noch kommen. Sie hätten ja sicher über viele historisch interessanten Persönlichkeiten schreiben können, warum gerade die Erich Kästner – Biographie „Die Zeit ist kaputt“ ( 1995 – Deutscher Jugendliteraturpreis)? Was verbindet sie mit Erich Kästner?

Klaus Kordon: Damals sagte mein Verleger zu mir – Wink mit dem Zaunpfahl – es gibt keine vernünftige Biografie über Erich Kästner und das war vor seinem 100. Geburtstag. Ich wollte nicht über andere Autoren schreiben, ich habe meine eigenen Geschichten. Dann habe ich darüber nachgedacht, was Kästner mir gegeben hat. Als ich Kind war habe ich seine Kinderbücher gelesen, später seine Gedichte. Ich hab ja selber so wie Kästner am Anfang Gedichte geschrieben und seinen Roman „Fabian“ über das Berlin der 20er Jahre, den schätze ich auch sehr. Und dann habe ich überlegt, dass der Kästner ja die Zeit erlebt hat, die ich in anderen Romanen aus der Sicht der Arbeiter im Wedding geschildert habe. Das wäre interessant, diese Zeit aus Kästners Sicht nochmal zu schildern. Das hat mich dann gereizt.

Kinderbuch-Couch: Ihre Frau ist ja Ihre erste Kritikerin, haben Ihre Kinder Ihre Bücher gelesen?

Klaus Kordon: Nee, meine Kinder haben die Bücher gelesen, wenn sie richtig fertig waren. Ich hab manchmal ein paar Kapitel vorgelesen, nicht um zu testen, so aus Spaß an der Sache.

Kinderbuch-Couch: Sie schreiben realistische Jugendromane, interessieren sich für historische Stoffe, aber auch dann bleiben sie dem Realen verpflichtet, ihre Kinderbücher haben einen realen Hintergrund, auch märchenhafte Geschichten ( Jinbal von den Inseln, Piratensohn) sind entstanden – sie jagen nie einem aktuellen Trend hinterher. Verfolgen Sie eigentlich die Kinder- und Jugendbuchszene oder spielt das für Sie keine Rolle?

Klaus Kordon: Es gibt ja Autoren, die versuchen auf die fahrenden Züge, wie Fantasy oder was weiß ich, aufzuspringen und dem Trend nachzujagen. Nein, ich möchte so lange ich kann, das schreiben, was mich interessiert und bewegt und nur so kann ich auch wirklich gut schreiben. Ich will dem Markt heute nicht zum Munde schreiben, so wie ich nie der DDR und ihrer Partei damals zum Munde schreiben wollte.

Kinderbuch-Couch: Ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit Waldtraut Lewin, die ja auch historische Romane schreibt. Sie hat gesagt, sie geht davon aus, dass Jugendliche über ein minimales Geschichtswissen verfügen. Sind das auch Ihre Erfahrungen?

Klaus Kordon: Ja, das ist so. Das Geschichtwissen wird nicht so propagiert, wie z.B. bei den Franzosen, wo ja es Zeiten gab, die auch nicht gerade angenehm waren. Wir haben durch diese 12 Jahre Hitlerfaschismus Probleme zurückzublicken. Dabei sage ich immer, dass waren ja nicht die einzigen Jahre. Wenn ich an 1848 denke, dann können wir stolz sein auf die Menschen, die damals für mehr Demokratie und Freiheit ihr Leben eingesetzt haben. Geschichte ist wie eine Mauer, Stein auf Stein und wenn ein Stein schief ist, dann ist die ganze Mauer schief und dann muss man nach den Ursachen suchen. Das ist ganz klar.

Kinderbuch-Couch: Wie wichtig ist Ihnen der Kontakt zum Leser? Gehen Sie oft auf Lesereisen?

Klaus Kordon: Ja, ich gehe sehr oft auf Lesereise, jetzt nicht mehr ganz so oft wie früher, man muss ja mit seinen Kräften haushalten. Ich mache jedes Frühjahr und jeden Herbst eine Lesereise, manchmal auch ins Ausland. Ich finde es ganz wichtig, denn die Kinder ändern sich ja. Ich habe vor über 30 Jahren angefangen zu schreiben. Ich muss ja auch wissen, kommt das rüber, was ich schreibe. Lachen sie an der Stelle, wo sie lachen sollen oder kommt der Gag nicht an oder sind sie betroffen an bestimmten Stellen. Es ist eine Art Test, natürlich. Wichtig sind die Lesereisen auch, um den Spaß am Lesen zu wecken, denn es ist ja so, dass wir als Autoren sehr viel Konkurrenz haben – Fernsehen, Computer. Und da ist die Begegnung mit dem Autor sehr hilfreich. Das eine oder andere Kind greift dann doch zum Buch und wird zum Leser.

Kinderbuch-Couch: Herzlichen Dank für das Interview.

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