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Buchcover: Ludvik Askenazy: Der lebendige Weihnachtsbaum

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Der lebendige Weihnachtsbaum von Ludvik Askenazy

erschienen bei Aufbau-Verlag

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

Nicht auszudenken, wenn das Weihnachtsfest ganz ohne Weihnachtsbaum stattfinden müsste. Doch genau das Problem steht dem Familienvater sprichwörtlich ins Haus. Denn während die Nachbarschaft schon lange mit festlich geschmückten Bäumen um die Wette prahlt, steht eine Familie noch ganz ohne da. Aber das Glück kommt unerwartet auf vier Hufen gelaufen …

Der Vater begibt sich auf die Suche in den Wald, um vielleicht dort noch einen Weihnachtsbaum zu finden. Nur leider ist dieser wie kahl gerodet. Nicht ein einziger Weihnachtsbaum ist auszumachen. Doch die Rettung naht in Gestalt eines Hirsches. Der nämlich erkennt sofort, was der Vater sucht und bietet sich selbst an und wirbt fleißig mit unverkennbar weihnachtlichen Eigenschaften: „Ich weiß, du suchst einen Weihnachtsbaum, und ich will schon immer einer werden. Schau, mein Geweih. Es ist mit Moos bewachsen, es glitzert und riecht nach Tannennadeln.“

Der Vater nimmt das Angebot an und den Hirsch mit nach Hause. Er stellt aber natürlich die Bedingung, dass der Hirsch nichts verraten darf – und röhren darf er erst recht nicht, aber „welcher Weihnachtsbaum röhrt schon“ merkt der Hirsch dann auch treffend an.

Alles scheint dann am Heiligabend gut zu gehen, die Familie zeigt sich von dem sonderbaren Baum begeistert. Dann aber vernimmt der lebendige Weihnachtsbaum ein Röhren von draußen aus dem Wald und da kann auch ihn nichts mehr halten. Schließlich ist es der beste Freund des Hirschen der dort röhrt und den kann er doch unmöglich ausgerechnet am Weihnachtsfest alleine lassen. Der Hirsch antwortet selber mit einem lauten Röhren und macht sich auf in den Wald, die Familie gleich hinter ihm. Und so treffen sich schließlich alle mit Hirsch, Fuchs, Bär, Hase und Mäusen im Wald und feiern gemeinsam Weihnachten.

Natürlich ist Weihnachten das große Fest der Nächstenliebe, das wir gerne mit Familien und Freunden verbringen. Und es ist ein Fest der Traditionen, zu der eben auch eines der wichtigsten Symbole des Weihnachtsfestes gehört – der Weihnachtsbaum. So wie in der Geschichte ergeht es wohl so mancher Familie, die ihren Baum noch am letzten Tag besorgen will – da ist die Auswahl nicht mehr besonders groß. Ludvik Akenazy und Katja Wehner widmen sich diesen Umständen mit deutlich mehr als nur einem Augenzwinkern.

Die Dialoge zwischen Vater und Hirsch – sei es beim Tragen des Hirsches durch den Winterwald oder beim akribischen dekorieren und einsetzen der Hirschhufe in einen Christbaumständer – sind herrlich. Gerade durch diese entstehen ungewöhnlich dichte Bande zwischen den beiden Protagonisten gleich zu Beginn der Geschichte. Dieser Eindruck wird natürlich dadurch verstärkt, dass sie schließlich versuchen müssen, Ihr ziemlich ungewöhnliches Geheimnis zu verbergen.

Erst die Bilder aber unterstreichen den verschmitzten Humor und den besonderen Charme der Erzählung. Katja Wehner trifft auf jedem Bild den richtigen Ton und es braucht eigentlich nur zwei Bilder, um Hirsch und Familienvater sofort ins Herz zu schließen. Ihr gelingt es, den Darstellern mit feinem Strich und „festlicher“ Kolorierung Leben einzuhauchen und eine winterliche Weihnachtsstimmung einzufangen. Im Mittelpunkt steht natürlich der Hirsch, der sich vom lebendigen Dekorationsgegenstand zum Botschafter der Nächstenliebe wandelt – ganz im Sinne des zentralen Aspektes des Festes. Und es sieht einfach zu köstlich aus, wenn der Hirsch mit großen, glänzenden Augen sowie Kugeln, Kerzen und Lametta im Geweih durch das Bild flaniert.

Fazit:

„Der lebendige Weihnachtsbaum“ ist ein humorvoller und dabei überaus warmherziger Begleiter durch die Weihnachtszeit. Ludvik Askenazy und Katja Wehner erzählen eine liebenswert-leichte Geschichte, die Kinder und Erwachsene mit heiterem Charme auf das Weihnachtsfest einstimmt. Doch zwei kleine Anmerkungen zum Schluß: Die Nachahmung mit Haustieren wird selbstverständlich nicht empfohlen. Und vielleicht ist es nicht ratsam, erst am letzten Tag nach einem Christbaum Ausschau zu halten …Frohes Fest!

Stefanie Eckmann-Schmechta


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