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Buchcover: Sepp Bauer: Die Christrose

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die Christrose von Sepp Bauer

erschienen bei Lappan

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

Ungefähr im Jahr 1920 ist „Die Christrose“ erstmals veröffentlich worden. Im Lappan-Verlag erscheint das Weihnachtsmärchen nun, angepasst an die aktuelle Rechtschreibung, in der Reihe „Klassiker der Bilderbuchkunst“.

Der Vater von Fritz und Gretl ist schwer krank und die Aussage vom Nikolaus, dass nur der Duft der Winterrose helfen kann, nährt die Hoffnung der Kinder ihren Vater retten zu können. Doch die Winterrose ist gar nicht so einfach zu bekommen. Der König Winter hoch oben im Norden soll sie züchten. So begeben sich die beiden auf einen beschwerlichen Weg. Dieser beginnt einen Tag nach Nikolaus also am 7. Dezember und wie es sich für ein richtiges Advents-Märchen gehört, erfahren wir nun mit jedem weiteren Dezembertag mehr von ihrem Abenteuer.

Glücklicherweise treffen Fritz und Gretl zahlreiche tierische Helfer an, die sie ein Stück ihres Weges begleiten. So gelangen Sie auf einem Reh, einem Rentier, auf einer Wildgans, auf dem Rücken eine Eisbären und sogar in der Tasche eines Riesen bis zur Burg von König Winter – es ist der 15. Dezember. Und tatsächlich erhalten sie, von einem Mäuschen überreicht, die sehnlichst gewünschte Winterrose. Doch die Blüte ist leider noch geschlossen und ohne Blüte, verbreitet die Winterblume keinen Duft und damit ist auch die Rettung ihres Vaters gefährdet.

König Winter sieht die Enttäuschung der Kinder und teilt ihnen mit, dass sie noch zum Christkind müssen, denn erst wenn das Christkind die Rose segnet, wird sie aufblühen. Eilig ruft er zwei weiße Wölfe herbei, die Fritz und Gretl auf ihrem Schlitten zur Himmelsmauer mitnehmen. Schließlich ist es soweit, die Kinder begegnen dem Christkind und erleben einen Moment voller Glückseligkeit. Das Christkind segnet die Rose, die sich sogleich öffnet. Gemeinsam mit dem Nikolaus fahren sie am 23. Dezember aus dem Himmel herab. Zum Heiligabend, am 24. Dezember, können Fritz und Gretl endlich die Christrose ihrem Vater überreichen, deren Duft ihn sofort genesen lässt.

Den Illustrationen von Else Wenz-Vietor sind die Ursprünge des Klassikers deutlich anzusehen und so mag sich vielleicht mancher Erwachsener an seine Kindheit erinnert fühlen. Die Bilder versprühen durchaus ihren winterlich-weihnachtlichen Charme, auch wenn es ihnen an mancher Stelle etwas an ausgewogener Dynamik und ein wenig an Präzision fehlt. Gerade in der Darstellung des Christkindes, welches die Christrose aufblühen lässt, macht das deutlich. Die insgesamt sehr puppenähnlichen, rotwangigen Gesichter oder die Darstellung des Nikolaus, mit großer geröteter Nase, wirken dabei etwas befremdlich. Es ergibt sich in der Bildsprache aber ein insgesamt homogenes Bild, welches den dramaturgischen Handlungsfaden stärkt und stets stimmungsvoll – und gerade zum Ende der Erzählung hin – auch festlich begleitet.

Dabei gehen trotz des manchmal etwas dunklen Ambientes – schließlich reisen Fritz und Gretel auch in der Nacht – weder von den Bildern noch vom Text eine Bedrohlichkeit oder gar Hoffnungslosigkeit aus; und das ist auch gut so.
Denn der Ausgangspunkt der Geschichte ist äußerst ernst und bürdet den Geschwisterkindern sehr viel Verantwortung auf. Diese schwere Last wird auch dem Leser und Zuhörer mit jeder Reisestation bewusst. Der Spannungsbogen ist von Sepp Bauer aber bedacht gesetzt und er baut ihn sehr sorgfältig bis zur Begegnung mit König Winter aus. Zu Gesicht bekommen wir diesen übrigens nicht, aber durch die Betonung, dass er eine sehr raue Stimme habe und aus seinen Augen grüne Blitze funkeln sollen, bleiben wir zunächst noch im Ungewissen, ob er den Kindern auch wirklich gut gesonnen ist. Auch die erste Freude über den Fund der Winterrose währt, wie erwähnt, nicht lange. Noch einmal müssen Fritz, Gretl und die zuhörenden Kinder Geduld haben, bis wir uns schließlich an dem feierlichen Ende erfreuen können.

Die überarbeitet Ausgabe erleichtert auch kleineren Kindern den Zugang, denn es wird den gesamten Text über nicht mit überliefertem Sprachgebrauch überfordert. So ist „Die Christrose“ wirklich ein nostalgisches Weihnachtsmärchen für die ganze Familie. Die stimmungsvolle und hochwertige Aufmachung mit rotem Leinenrücken wird durch ein ansprechendes Layout abgerundet.

Fazit:

„Die Christrose“ stellt eine durchaus bereichernde Ergänzung zur aktuell bunten Weihnachtsliteratur dar, wenngleich die besondere Faszination und der Wert, den wir als Erwachsene in dem Märchen erkennen, nicht zwingend von Kindern mitgetragen werden müssen. Diese werden sich aber von der spannenden Erzählung und den stimmungsvollen Bildern auf die Suche nach der Christrose mitnehmen lassen. Dabei den Nikolaus und das Christkind anzutreffen, nährt natürlich insbesondere den Zauber der Weihnacht.

Stefanie Eckmann-Schmechta


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