Cats

Film-Kritik von Sigrid Tinz (03.2020)/ Titelbild: © EuroVideo Medien

Drei Katzen und ein blumiges Abenteuer

Das kleine Kätzchen Cape lebt mit seinem Papa, einem dicken, gemütlichen grauen Kater, und einer  Menschenfrau in einer Hochhauswohnung. Die beiden haben es gut; nach draußen zieht es vor allem Papa Katze nicht. Eine Mutter gibt es nicht und wann immer Cape nach ihr fragt, heißt es, sie sei in Peachtopia, dem wunderbar paradiesischen Land der Tiere. In Wahrheit ist sie bei einem Gewittersturm vom Fensterbrett gestürzt und tot. Aber das traut sich der Vater seinem Kind nicht zu sagen.

Auf nach Peachtopia

Es kommt, wie es kommen muss: Cape wird älter, will seine Mutter kennenlernen und vor allem auch das Peachtopia-Wunderland. Trotz Verbot macht er sich auf den Weg, versucht sich tagelang mit seiner Menschenfrau aus dem Haus zu schmuggeln und baut am Ende eine Rakete aus Colaflaschen und Blättern und allem möglichen anderen Schrott und Zubehör. Damit fliegt er los – und landet in einem bunt-blumigen Park voller Bäume, Blumen, Tiere und voller wunderschöner Glasskulpturen.

Verfilmt mit großem Aufgebot

Ist das Peachtopia? Nein, ist es nicht. Das findet Cape schnell und sehr leidvoll heraus. Hinter der hübschen Fassade ist es hier gruselig und gefährlich. Denn der Park gehört einem verrückten Künstler, der aus lebenden Tieren Gussformen macht – für die Skulpturen. Dafür fängt er, was er findet, besser gesagt: lässt es von einer Bande Waschbären fangen. Bären, Affen, Häschen, Hunde und Vögel hält er in einem Stall in Käfigen und wählt alle paar Tage eins aus, das er in seine Gussformen-Höllenmaschine steckt.

Zum Glück trifft Cape einen alten Straßenkater, ein wunderschön struppiges Tier mit ausdrucksvollen Augen. Der kennt Capes Vater noch von früher und hilft jetzt dessen Sohn. Aber erst einmal kommt es  auch hier wie es kommen muss: Das kleine freche Kätzchen wird gefangen – und für die Maschine ausgewählt. Aber auch der Papa ist unterwegs, seinen Sohn zu retten.

Nichts Neues, aber nett

„Cats“ ist eine Mischung aus „Findet Nemo“, „Madagascar“, „Pets“ und wahrscheinlich noch einer Reihe anderer Animationsfilme mehr. Inhaltlich geht es ums Erwachsenwerden, um Abschied und Aufbruch, Kinder und Eltern, Freundschaft, Liebe und den eigenen Weg. Auch das ist nicht Neues, aber zeitlos und immer wieder ein gutes Thema, weil es eben jeden von uns immer wieder betrifft.

Animiert sind die Katzen und auch die Tiere sehr schön, zwischen lustig überzeichnet und sehr liebevoll getroffen. So hat jede und jedes seine eigene Persönlichkeit.

Am Ende geht es zwar nicht ganz glücklich aus, aber alle sind zufrieden. Während die beiden erwachsenen Kater in ihr altes Leben zurückkehren, nachdem sie endlich einmal da waren, in dem sagenumwobenen Peachtopia, ist für Cape alles erst der Anfang.

Fazit:

Dieses „schnurrige Abenteuer“ ist passend zum Beginn der Corona-Zwangspause auf DVD erschienen. Es bietet Humor, Spannung, ein bisschen Grusel, Action und viel Musik, präsentiert von fluffig und freundlich animierten Katzen-Charakteren. Kein Film, den man gesehen haben muss, aber besonders Kindergartenkindern und jüngeren Grundschülern dürfte er gut gefallen und zwei Stunden Kurzweil und gute Unterhaltung bieten. Und natürlich allen Katzenfans auch.

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