Grundregeln der Kommunikation

Seien Sie ein gutes Vorbild für Ihr Kind!

Kinder lernen vieles durch Nachahmung; auch bei der Entwicklung der Sprache spielt Nachahmung eine große Rolle. Seien Sie deshalb ein gutes Sprachvorbild für Ihr Kind. Achten Sie selber darauf, dass Sie klar und deutlich sprechen. Ihr Kind kann Sie so besser verstehen und besser nachahmen. Sprechen Sie in einfachen, aber vollständigen und richtigen Sätzen. Sprechen Sie vor allen Dingen nicht zu schnell. Besonders wichtig ist der Wechsel zwischen sprechen und zuhören.

Hören Sie Ihrem Kind zu!

Es ist Ihnen sicherlich bekannt, dass man viel lieber und auch viel mehr spricht, wenn man einen guten Zuhörer hat. Nehmen Sie sich also Zeit, Ihrem Kind zuzuhören. Lassen Sie es ausreden ohne ungeduldig zu werden. Achten Sie darauf, was das Kind erzählt, nicht wie es spricht!

Führen Sie Dialoge, keine Monologe!

Versuchen Sie, auf Mitteilungen Ihres Kindes intensiv einzugehen und seine Argumente einzubeziehen. Beobachten Sie mal Ihr eigenes Sprech- und Gesprächsverhalten. Wie oft führen Sie mit Ihrem Kind tatsächlich einen Dialog – vor allem, wenn es "kompliziert" wird? Oder ist es eher so, dass Sie etwas anordnen, dass Sie Gespräche anfangen oder beenden, wenn es Ihnen passt? Was würden Sie empfinden, wenn jemand zu Ihnen sagt: "Seien Sie jetzt still!", "Keine Widerrede!", "Das ist doch alles Blödsinn!", "Sie haben hier gar nichts zu sagen", "Sie sind dafür noch viel zu klein / dumm / blöd!"

Reden Sie über das Reden!

Ist Ihr Kind alt genug, können Sie mit ihm auch über die Form des Miteinander-Sprechens reden. Warum Gespräche so oft in der Sackgasse enden oder ob sich beide eigentlich richtig verstanden fühlen usw. Vielleicht kann eine dritte Person Ihnen dabei helfen. Auch der Umgangston gegenüber anderen, kann zum Gegenstand eines Gespräches werden und Respekt vor anderen und dessen Privatsphäre sollte Kindern klar gemacht werden.

Wenn Ihr Kind etwas Bestimmtes tun oder lassen soll, sagen Sie nicht einfach: "Du bist böse oder laut!", sondern erklären Sie ihm, warum es sich aus Ihrer Sicht in bestimmter Weise verhalten soll – etwa so: "Ich bin müde und habe Kopfschmerzen. Deshalb möchte ich, dass du das Radio leiser stellst!"

Loben Sie Ihr Kind!

Geben Sie Ihrem Kind dem Entwicklungsstand angemessene Aufgaben. Diese kann es gut ausführen und ein Lob erhöht sein Selbstbewusstsein und gibt Mut!

Das sollten Sie vermeiden:

  • Reden Sie nicht in verkürzten Sätzen mit Ihrem Kind "Lara Hunger? Essen?"
  • Benutzen Sie keine Babysprache.
  • Verwenden Sie keine Verniedlichungen wie "Mündchen" o.ä.
  • Sprechen Sie in normalem Tempo.
  • Verschlucken Sie keine Silben, vermeiden Sie zu nuscheln.
  • Wählen Sie keine besonders hohe Tonart.
  • Fordern Sie Ihr Kind nicht ständig auf, bestimmte Wörter "richtig" zu sprechen, wenn es dies wirklich noch nicht kann.
  • Werden Sie nicht ungeduldig und unterbrechen Sie Ihr Kind nicht. 

Weitere wichtige Elemente zur Förderung der Sprachentwicklung

Sorgen Sie für einen gleichmäßigen und ruhigen Tagesablauf, gesunde Ernährung, viel Schlaf, viel Bewegung im Freien, ausreichend Zeit zum ungestörten Spielen, wenig Medienkonsum, keine Überforderungen. Seien Sie selbst nicht hektisch und ungeduldig im Umgang mit Ihrem Kind. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind häufig die Möglichkeit hat, mit anderen Kindern zu spielen. Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes und trauen Sie ihm etwas zu. Mischen Sie sich nicht ein, wenn Kinder untereinander Meinungsverschiedenheiten haben. Nutzen Sie Spielzeug, mit dem das Kind selber kreativ werden kann und das in vielfacher Weise genutzt werden kann.