Black stories junior:
Mathematik
Rezension von Kathrin Walther (07.2026)
Statt gruseliger Verbrechen sorgen jetzt knifflige Rätsel für Knobelspaß!
Black Stories begleiten uns bereits seit vielen Jahren. Während des Studiums gehörten sie zum Grundinventar des Rucksacks und kamen bei so mancher Bahnfahrt zum Einsatz, wenn ungeplante Verspätungen oder Zugausfälle für lange Wartezeiten sorgten. Seitdem sind über 10 Jahre vergangen, die schwarzen Boxen mit ihren düsteren Geschichten sind ausgezogen und haben einer bunten Palette an kinderfreundlichen Junior-Boxen Platz gemacht, die von grünen Pferde-Stories über weiße Gespenstergeschichten bis zu silbernen Weltraum-Abenteuern reichen. Ganz neu im Sortiment gibt es seit diesem Jahr Black Stories junior: Mathematik, mit denen man sein mathematisches Wissen unter Beweis stellen kann. Also ran an die Zahlen und los geht’s!
Lernen ohne lernen
„Du musst noch lernen!“ ist ein Satz, bei dem wahrscheinlich jedem Kind die Freude am Lernen vergeht. Geschieht das Lernen hingegen ganz nebenbei, kann dasselbe Thema manchmal sogar Spaß machen. Diesem Prinzip folgen auch Black Stories junior: Mathematik, in denen mathematische Kompetenzen ganz spielerisch trainiert werden.
Das Set besteht aus insgesamt 50 Karten, die sich an Gruppen ab zwei Spielern richten, wobei der Spieleranzahl nach oben erst einmal keine Grenze gesetzt sind. Die Mathe-Rätsel sind auf Kinder in der 3. und 4. Klasse bzw. ab 8 Jahren ausgelegt, wobei sich die Knobelaufgaben auch noch gut für die weiterführende Schule eignen, auch wenn sie dort eventuell etwas schneller gelöst werden. Die Anzahl der oben abgebildeten Glühbirnen gibt den Schwierigkeitsgrad an, wobei eine Glühbirne für „leichtes Rätsel für Einsteiger“ steht, zwei Glühbirnen anzeigen, dass es sich um ein „verzwicktes Rätsel für Fortgeschrittene“ handelt und eine Karte mit drei Glühbirnen ein „extrem schwieriges Rätsel für schlaue Ratefüchse“ bezeichnet.
Im Set sind zwei unterschiedliche Kartentypen enthalten. Die sogenannten „Storykarten“ lassen sich am Detektiv-Symbol in der unteren rechten Ecke erkennen. Bei ihnen dreht sich alles um die Frage: „Was ist hier passiert?“ Alle Spieler versuchen durch Fragen an die Spielleitung den richtigen Hergang der Geschichte herauszufinden. „Storykarten“ machen mit 17 Karten den kleineren Teil des Sets aus.
Mit 33 Karten bilden die „Knobelkarten“ den Großteil der Aufgaben. Anders als die „Storykarten“ eignen sie sich auch fürs Solospiel und lassen sich alleine lösen. Bei ihnen steht die Frage: „Wie kann die Aufgabe gelöst werden?“ im Vordergrund.
Wird gemeinsam gespielt, braucht es zunächst einen Spielleiter, der den Text auf der Vorderseite vorliest und der auch die Antwort auf der Rückseite kennt. Alle anderen Spieler versuchen durch Fragen herauszufinden, was passiert ist. Spielt man in der „Basis“-Variante, sind auch offene Fragen erlaubt, und alle Spieler spielen gemeinsam.
In der „Rätsel-Profi“-Variante werden zusätzlich zu den Karten noch die zwölf in der Schachtel enthaltenen Chips benötigt, zusätzlich sollten nur Ja-/Nein-Fragen gestellt werden. Der Spielleiter legt alle Chips vor sich ab und schiebt drei zur Seite. Für jede gestellte Frage, die in die richtige Richtung führt, kann die Spielleitung einen Chip verteilen. Für die richtige Lösung gibt es am Ende die drei beiseite gelegten Chips. Wer am Ende die meisten Chips hat, gewinnt.
Wie kommt das Spiel an?
Egal ob Quersummenregel, Division mit Rest, Punkt- vor Strich oder das Rechnen mit verschiedenen Einheiten: Hier ist eine Menge an unterschiedlichem Mathewissen gefragt! Wie bereits erwähnt, beinhaltet die Schachtel mit Story- und Knobelkarten zwei verschiedene Aufgabentypen, die jeweils eine unterschiedliche Herangehensweise erfordern. Während die Storykarten nach dem gewohnten „Black-Story-Prinzip“ funktionieren und in einer Gruppe am meisten Spaß machen, empfanden wir den Solo-Modus für die Knobelkarten als deutlich passender. Zwar sollen Fragen an den Text gestellt werden, die auf den richtigen Weg zur Lösung führen, doch hatten wir eher den Eindruck, dass es um cleveres Kombinieren und logisches Denken geht. Um die im Text enthaltenen Informationen richtig zusammenzusetzen, sind ein Blatt Papier mit Stift ziemlich nützlich, um sich Reihenfolgen oder Anordnungen besser vorstellen und merken zu können. Schritt für Schritt lassen sich dann die Informationen aus dem Text zusammenpuzzeln, bis am Ende hoffentlich das richtige Ergebnis steht. Auch wenn sich die Karten an Grundschüler richten, stellen die Karten auch für ältere Schüler und oft auch für Erwachsene eine Herausforderung dar, bei der die Lösung erst erarbeitet werden muss.
Durch die Mischung aus Solo- und Gruppenkarten eignet sich das Set gut für verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Dank des kompakten Formats passt es in jede Tasche und bietet sich gut als Reisespiel oder für unterwegs an, wo es im Auto, im Flugzeug oder in der Bahn gemeinsam oder auch mal alleine gespielt werden kann.
Wie der Rückseite der Schachtel zu entnehmen, ist das Spiel so konzipiert, dass es sich gut für den Einsatz im Unterricht oder im offenen Ganztag eignet. Die Knobelkarten sind eine gute Differenzierungsmöglichkeit, um matheaffine Kinder in Einzel- oder Gruppenarbeit zu fordern, während sich die Storykarten zum Spiel mit der gesamten Klasse/Gruppe eignen, um spielerisch und mit Spaß Mathe zu üben. Eine tolle Idee sind die Karten auch für den Einsatz in Vertretungsstunden, wo sich mit ihnen spontan und ohne Vorbereitungszeit die Problemlösefähigkeit der Schülerinnen und Schüler fördern lässt.
Fazit
Eine tolle Idee, das bekannte „Black Stories“-Prinzip zum spielerischen Üben und Fördern mathematischer Kompetenzen zu nutzen. Das Spiel eignet sich sowohl für den Einsatz zuhause als auch in Schule oder OGS und lässt sich nicht nur in Gruppen spielen, sondern bietet sich auch zum alleinigen Knobeln und Rätseln an.



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