Keksekästchen
Rezension von Kathrin Walther (11.2025)
Ein simples Spiel zieht vom Rand des Mathehefts in eine seriöse Spielbox.
Lecker Kekse! Es gibt wahrscheinlich kaum jemanden, der zu einem schokoladigen Cookie, einem knusprigen Butterkeks oder einem gefüllten Doppelkeks Nein sagen kann. Sehen die Kekse dann auch noch so niedlich aus wie im Spiel „Keksekästchen“, braucht man nicht lange nach willigen Mitspielern suchen. Also ran an die Kekse und los geht’s mit Würfeln!
Klassiker neu aufgelegt
„Keksekästchen“ – Der Name wird manche wahrscheinlich an den Spiele-Klassiker „Käsekästchen“ erinnern, der schon seit vielen Schülergenerationen gerne heimlich während des Unterrichts auf dem Karo-Papier von Mathe-, Physik- oder Chemieheften gespielt wird, um in langweiligen Stunden für Abwechslung zu sorgen. Und ja, „Keksekästchen“ baut auf dieses Spielprinzip auf, wurde jedoch weiter gedacht und mit Chips, Würfeln, Wertungstafel und Spielplänen sowie mit niedlichem Design ausgestattet.
Um eine neue Runde zu starten, bekommt jeder Mitspieler zunächst einen Spielplan mit einem 6x6-Feld aus verschiedenen Keksen, einen (wegwischbaren) Stift sowie 11 Zahlenchips einer Farbe. Außerdem muss noch die Wertungstafel für alle gut erreichbar bereitgelegt werden, bevor es ans Verteilen der eigenen Zahlenchips auf der Tafel geht. Zum Einstieg kann es hilfreich sein, die Zahlenchips auf die mit zwei weißen Tupfen markierten Felder zu legen, da sie so gleichmäßig verteilt sind und einen guten Start ermöglichen. Sind alle Chips verteilt, kann es auch schon mit dem eigentlichen Spiel losgehen.

Dazu wird zunächst mit beiden Würfeln gewürfelt und das Ergebnis addiert, bevor die Spieler als nächstes auf ihrem Spielplan den entsprechenden Zahlenchip suchen. Je nachdem wie statistisch häufig das Ergebnis ist, befinden sich unter der Zahl zwischen ein und vier Linien, die anzeigen, wie viele Wände um das Kästchen eingezeichnet werden dürfen. Da 5, 6, 7, 8 und 9 relativ wahrscheinlich sind, darf bei einem entsprechenden Wurf nur eine Linie eingezeichnet werden, bei einer 4 oder 10 zwei, 3 und 11 erlauben drei Linien und bei einer 2 oder 12 sind sogar bis zu vier Linien möglich. Ist es einmal nicht möglich, alle Linien einzuzeichnen, da bereits Wände vorhanden sind, darf eine der drei Linien unter dem Getränk oben auf dem eigenen Spielplan abgestrichen werden, unabhängig von der Anzahl der tatsächlich verfallenden Linien. Wurden alle drei Linien abgestrichen, darf eine Wand an beliebiger Stelle eingezeichnet werden. Die Balken werden anschließend wieder freigewischt, sodass sie von vorne abgestrichen werden können.
Ist ein Feld von vier Wänden umschlossen, wird es durchgekreuzt, ein eventuell auf ihm liegender Zahlenchip genommen und auf ein freies Feld gelegt. Werden mehrere Felder mit Zahlenchip abgeschlossen, werden alle durchgekreuzt und die Zahlenchips in beliebiger Reihenfolge auf einem freien Feld platziert. Zusätzlich darf pro Runde ein beliebiger Zahlenchip versetzt werden. Ob bereits zuvor ein Chip versetzt wurde, spielt dabei keine Rolle, ebenso wenig die gewürfelte Zahl.
Ziel des Spiels ist es, auf der Wertungstafel als erstes die für die jeweilige Spieleranzahl notwendige Anzahl an Punkten zu erreichen. Punkte lassen sich auf drei verschiedene Arten erzielen:
- Indem die drei Kekse einer Sorte angekreuzt wurden.
- Indem sechs beliebige Cookies angekreuzt wurden.
- Indem eine durchgehende Reihe oder Spalte auf dem Spielplan durchgekreuzt wurde.
Hat man eine Aufgabe erfüllt, legt man einen beliebigen Zahlenchip unter das zur Kategorie passende Bild auf der Wertungstafel. Der Zahlenchip steht anschließend im Spiel nicht mehr zur Verfügung, daher sollte wohl überlegt sein, welcher gewählt wird. Der erste Spieler, dem es jeweils gelingt, eine Kategorie abzuschließen, erhält sechs, der zweite vier, und alle nachfolgenden Spieler drei Punkte. Die erhaltenen Siegpunkte werden dann auf der persönlichen Punkteleiste auf dem eigenen Spielplan abgestrichen.
Anschließend ist der nächste Spieler mit Würfeln an der Reihe und es startet eine neue Runde, die nach demselben Schema abläuft. Das Spiel endet, wenn ein Spieler die notwendige Anzahl an Siegpunkten erreicht hat.
Für noch mehr Abwechslung lassen sich sowohl Spielplan als auch Wertungstafel umdrehen, sodass dann die gelbe Rückseite oben liegt. Hier gibt es nicht nur eine neue Keksart, auch unterscheidet sich die Anzahl der verschiedenen Kekse, die dann unterschiedlich viele Punkte bringen. Der Herzkeks, von dem es nur ein einziges Exemplar gibt, bringt in der obersten Reihe beispielsweise nur zwei Punkte, wohingegen die fünf Schokodoppelkekse ganze 10 Punkte in dieser Reihe einbringen. Ansonsten unterscheiden sich die Regeln nicht von der blauen Version, sodass sich flexibel zwischen den beiden Seiten wechseln lässt, ohne durcheinander zu kommen.
Spielspaß für kleine und große Krümelmonster
„Keksekästchen“ richtet sich an 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren und hat sich bei uns als schönes Familienspiel entpuppt, bei dem jeder auf seine Kosten kommt. Dadurch, dass alle gleichzeitig spielen, muss keiner lange warten, was vor allem im Spiel mit mehreren Spielern oder langen Grüblern praktisch ist und besonders Kindern entgegenkommt, die nicht so geduldig sind. Auch wenn sich das Spiel eigentlich erst an Spieler im Grundschulalter richtet, macht es bei uns auch schon dem Kindergartenkind Spaß, auch wenn noch nicht ganz so taktisch gespielt wird und beim Addieren der Würfel noch etwas Unterstützung notwendig ist (gleichzeitig eine gute Methode, um spielerisch kleine Rechenaufgaben zu üben ;-) In reinen Kinderrunden ist es jedoch gut, wenn alle Kinder im Grundschulalter sind, selbstständig rechnen können und taktisch auf demselben Level sind.

Dank der anschaulichen und gut verständlichen Anleitung ist das Spiel schnell verstanden, sodass kein langes Lesen und häufiges Nachschlagen notwendig ist. Das Spielmaterial spricht für sich, die Linien unter den Zahlen, die Wertungstafel oder auch die Punkteleiste zum Sieg sind so konzipiert, dass immer klar ist, was zu tun ist.
Die Verpackung kommt fast ohne Plastik aus, nur Stifte und Würfel kommen verpackt in einer Tüte, wohingegen der Rest des Materials unverpackt geliefert wird. Da für uns eine Verpackung um Stifte und Würfel unnötig erscheint, kommt sie bei uns für die insgesamt 55 kleinen Zahlenchips zum Einsatz, die andernfalls wild durch die Packung purzeln. Insgesamt überzeugt das Material. Anders als bei vielen anderen Roll and Write-Spielen gibt es keinen Block zum Abreißen, sondern einen abwischbaren Spielplan, der für unbegrenzten Spielspaß sorgt und Papiermüll reduziert. Besonders optisch kann „Keksekästchen“ durch sein niedliches Design mit den knopfäugigen Cookies, herzförmigen Streuselplätzchen oder Butterkeksen mit Ärmchen, Beinchen und süßem Gesicht überzeugen und spricht damit nicht nur Kinder an.
Im Spiel spielt in erster Linie jeder für sich allein. Zwar kann man beim Setzen der Chips darauf achten, welche Kekse die Mitspieler bereits abgeschlossen haben und welche noch nicht, um mehr Punkte zu bekommen, letztendlich hat das jedoch nur wenig Einfluss auf den Spielverlauf, da der Glücksfaktor beim Würfeln doch unberechenbar bleibt. Egal wie gut die Überlegungen auch sind und wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Zahl ist, letztendlich bleibt es doch Zufall, und auch der beste Planer kann sich bei seiner Jagd auf die Kekse bzw. Punkte gründlich verzocken, was jedoch auch den Reiz des Spiels ausmacht.
Fazit
Ein schönes Spiel, bei dem sowohl kleine als auch große Krümelmonster auf der Jagd nach den meisten Keks-Punkten gemeinsam Spaß haben. Durch seine niedliche Optik, ein stimmiges Spielprinzip und eine gute Balance zwischen Glück und Taktik sorgt Keksekästchen für eine zuckersüße Spielzeit!



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