Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte,
wer ihm auf den Kopf gemacht hat

Spiel-Kritik von Kirsten Kohlbrei (08.2019)

Das maulwurfstarke Memo-Spiel

Als der kleine Maulwurf eines Tages seinen Kopf aus der Erde streckte, um zu sehen, ob die Sonne schon aufgegangen war, passierte es. Es war rund und braun, sah ein bisschen aus wie eine Wurst- und das Schlimmste: Es landete direkt auf seinem Kopf. „So eine Gemeinheit!“, rief der kleine Maulwurf. „Wer hat mir auf den Kopf gemacht?“

Das ist der Anfang des zum Klassiker gewordenen Bilderbuchs „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ mit dem Text von Werner Holzwarth und den llustrationen von Wolf Erlbruch, dessen Erstveröffentlichung sich in diesem Jahr zum dreißigten Mal jährt.

Mission Maulwurf

Die liebenswerte Geschichte des empörten Maulwurfs, der sich auf die Suche nach dem Verantwortlichen für seine Misere macht, liefert die Grundlage für das „maulwurfstarke Memo-Spiel“. Auf den Spielkarten findet man so unter Verwendung der Originalbildern neben dem Maulwurf auch all die Tiere wieder, die ihm unterwegs begegnen und als Übeltäter in Frage kommen könnten: die Taube, das Pferd, den Hasen, die Ziege, die Kuh und das Schwein. Dazu der Schuldige Hans-Heinrich, der Metzgershund und nicht zu vergessen, die Schmeißfliegen, die das Rätsel lösen. Der Clou, auch die jeweiligen Hinterlassenschaften, die der Maulwurf inspiziert und die, die Tiere nach und nach aus dem Kreis der Verdächtigen auschließen, sind mit abgebildet.

Die übereinstimmende Hintergrundfarbe erleichtert die Zuordnung. Also sind zum Beispiel, die Karten mit dem Pferd und den Pferdeäpfeln alle im Hintergrund türkis.

Dadurch ergeben sich zwei Spielvarianten. Variante 1, ist das klassische Memory, bei dem nur Kartenpaare eingesammelt werden, die dasselbe Bild zeigen. Bei Variante 2 zählt als Kartenpaar, wenn dasselbe Bild oder auch nur diesselbe Hintergrundfarbe gefunden wird.

Der Spielverlauf folgt den bekannten Memory- Regeln, wobei die Karten gemischt verdeckt ausgelegt werden und die Teilnehmer reihum zwei Karten aufdecken dürfen. Erscheint dabei ein Paar darf der jeweilige Spieler solange weitermachen bis er keine passenden Karten mehr findet. Danach werden die Karten wieder umgedreht und der nächste Spieler fährt fort. Das Spiel endet nach etwa 25 Minuten, wenn keine Karten mehr ausliegen.

Der Mitspieler, der am Ende die meisten Paare einsammeln konnte, hat gewonnen.

Neben dem Spielspaß laden die Bildkarten natürlich auch zum Lesen des Bilderbuches oder bei Kindern, die das Buch schon kennen, zum Wiederererzählen der Geschichte des kleinen Maulwurfs ein. Die Botschaft, die sie mit einem Augenzwinkern vermittelt, das Klein gegen Groß mit Motivation und Mut etwas gegen Ungerechtigkeit ausrichten kann, wird dabei schon für jüngste Leser  und Zuhörer verständlich und ist immer aktuell.

Fazit:

Das Spiel ist eine gelungene Adaption des Bilderbuchs für alle Fans und Freunde des kleinen Maulwurfs und alle, die es werden möchten. Die dabei verwendeten Illustrationen Erlbruchs sind mit ihrem skurillem Charme einfach zeitlos schön. Genau wie das klassische Memory-Format, das mit seinen einfachen Regeln und dem schnellen Erfolgserlebnis Spielfreude garantiert. Gut geeignet als Mitbringsel oder kleines Geschenk zwischendurch und dank des handlichen Formats auch ein idealer Reisebegleiter.

Spieler: 2-4
Alter: Ab 3 Jahre
Spieldauer: Circa 25 Minuten
Spielmaterial: 36 Memo-Karten, Spielanleitung
Hersteller: Kosmos-Verlag

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