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Buchcover: Hiroko Motai: Tausend Millionen Weihnachtsmänner

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Tausend Millionen Weihnachtsmänner von Hiroko Motai

erschienen bei Sauerländer

geeignet für Kinder im Alter ab 4 Jahren

Regelmäßig zu Weihnachten überlegt so manches Kind, wie das wohl funktioniert mit den Geschenken: Nicht so sehr, ob es das Christkind oder der Weihnachtsmann erledigt; sondern wie es die beiden schaffen, genau das zu besorgen, was man sich wünscht? Oder manchmal so daneben zu liegen, wo sie doch eigentlich alles sehen und wissen? Und vor allem, wie schaffen sie es, all den vielen, vielen, vielen Kindern dieser Welt ihre Geschenke an einem einzigen Tag zu bringen? In diesem Buch wird eine sehr charmante Erklärung versucht.

Eins vorneweg: in diesem Buch bringt der Weihnachtsmann die Geschenke. Das als Hinweis an alle, die der Meinung sind, das Christkind solle die Geschenke bringen und den Weihnachtsmann für eine von Coca-Cola in die Herzen der Kinder geschmuggelten Werbefigur halten, die außer Konsum nichts im Sinn hat. Wobei man lange darüber reden kann, wie das Geschenke-Bringen vom Nikolaus auf das Christkind überging, beide sich mit nordischen Mythen von Weihnachtselfen mischten, aus denen dann ein amerikanischer Künstler den Weihnachtsmann kreierte, der heute so allgegenwärtig zu sein scheint. Tun wir aber nicht. Hier reden wir davon, wie der Weihnachtsmann es schaffen kann, allen Kindern gleichzeitig ihre Geschenke zu bringen  eine Frage, die viele Kinder Jahr für Jahr beschäftigt.

Die Antwort in diesem Buch lautet: gar nicht. Früher, vor langer, langer Zeit, da hat er es wohl geschafft, als es noch ganz wenige Kinder gab. Aber dann wurden die Menschen immer mehr und die Kinder auch und der Weihnachtsmann wurde mit dem Geschenkeverteilen nicht mehr fertig, es war fürchterlich anstrengend und das Rentier machte auch noch schlapp.

Da fragte der Weihnachtsmann den lieben Gott, ob er aus ihm nicht zwei Weihnachtsmänner machen könnte. Gott wohnt in diesem Buch übrigens in einer riesigen Tanne  oder er ist die Tanne, das lässt das Buch offen. Gefragt, getan, es gibt fortan zwei Weihnachtsmänner und alles klappt wieder. Bis noch mehr Kinder da sind und die beiden Weihnachtsmänner Gott bitten, sie noch mal zu verdoppeln. Und dann irgendwann: Mach eine Million Weihnachtsmänner aus uns.

Aber: zwei Weihnachtsmänner sind nur noch halb so groß wie einer, vier nur noch ein Viertel so groß und Millionen Weihnachtsmänner sind millimillimilli-klein. Das ist die Erklärung, warum man auch keinen Weihnachtsmann mehr sehen kann: weil sie eben so klein sind. Und weil sie so klein sind, können sie auch kein Geschenk mehr hochheben. Viel zu schwer. Aber sie haben eine Idee: sie schlüpfen einfach nachts den Eltern in die Ohren und flüstern ihnen ein, den Kinder Geschenke zu machen. Und so funktioniert es bei uns bis heute.

Wenn man diese Geschichte nüchtern durchdenkt ist sie eigentlich überflüssig: denn wer überhaupt glaubt, dass es einen Weihnachtsmann gibt, der kann auch daran glauben, dass er in Lichtgeschwindigkeit die Geschenke austeilt. Und wer sein Kind in dem Glauben lassen will, der sollte dieses Buch vielleicht besser nicht lesen.

Andererseits ist diese Geschichte ein kleiner Schritt aus der kindlichen Vorstellung heraus, ohne es zu belügen „Natürlich bringt der Weihnachtsmann die Geschenke. Aber wehe du spionierst in Mamas Kleiderschrank!“ – oder vor vollendete Tatsachen zu stellen: „Ich sag dir jetzt mal, wie es ist, es gibt keinen Weihnachtsmann“. Es kann vielleicht selber anfangen über das Phänomen nachzudenken und sich trotzdem weihnachtlich fühlen und sich freuen, wenn die Geschenke unterm Baum liegen. Die Bilder in diesem Buch sind dafür ganz wunderbar geeignet: mit Kreide gemalt, hauptsächlich in grün, rot, weiß, grau und sehr warm und weihnachtlich.

Fazit

Eine originelle Idee, zu erklären, wie der Weihnachtsmann es schafft, alle Kinder zu beschenken und wieso ihn niemand dabei sehen kann  oder besser: wie die Weihnachtsmänner es schaffen. Verpackt in eine schön erzählte Geschichte, mit Kreidezeichnungen in rot, grün, weiß und grau illustriert. Wunderbar weihnachtlich und kindgerecht.

Sigrid Tinz

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