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Buchcover: Eirik Newth: Die Krähe die nicht bis 5 zählen konnte

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Die Krähe die nicht bis 5 zählen konnte von Eirik Newth

erschienen bei Hanser

geeignet für Kinder im Alter ab 8 Jahren

Vielen Kindern – und leider auch vielen Erwachsenen – jagt die Mathematik Angst ein und meistens führt das dazu, dass sie diesem eigentlich sehr logischen Bereich aus dem Wege gehen. So bleibt vielen der Einblick in die interessante Welt der Mathematik versagt.

Gut, das es Bücher wie dieses gibt. Der gelernte Astrophysiker, Eirik Newth, führt Kinder ab neun Jahren mit diesem Sachbuch durch die Verwinkelungen mathematischen Denkens und bleibt dabei ganz nahe am Alltag.

Mit viel Fantasie und originellen Geschichten, macht Eirik Newth uns deutlich, dass die Mathematik ein Teil unseres Lebens ist.

Die titelgebende Krähe, die nicht bis fünf zählen konnte, dient dabei als Lockvogel. Denn natürlich möchte jeder Leser erfahren, was es mit diesem Vogel auf sich hat …Das Tier frisst von der Ernte eines Bauern. Um den Schädling loszuwerden, schickt der Bauer einen Jäger in den Kirchturm, in dem die Krähe haust. Doch die flieht beim Anblick des bewaffneten Menschen auf einen Baum in sicherer Entfernung. Der Bauer schickt zwei Jäger. Die Krähe fliegt weg und kehrt auch nicht wieder zurück, als sie nur einen der zwei Jäger wieder herauskommen sieht. Sie wartet, bis beide weg sind. Auch drei oder vier Jäger, die hineingehen und einzeln wieder herauskommen, täuschen sie nicht. Erst bei fünf ist die Krähe überfordert. Bittere Konsequenz: Die Krähe – die eben nicht bis fünf zählen konnte – wird abgeschossen.

Die nächste Geschichte handelt von einem Garnelenessen. Der Autor hat für sich und seinen Gast ein Zwölferpaket Krustentiere gekauft. Doch dann kommt noch ein Freund zu Besuch, später noch ein dritter. Dabei wird offensichtlich, dass sich die Garnelenproduzenten etwas gedacht haben, als sie die Leckerbissen im Dutzend verpackten: Zwölf Garnelen lassen sich auf sechs verschiedene Arten gerecht verteilen, ohne dass sie zerschnitten werden müssen. Und schon wissen wir, was ein Teiler ist.

In dieser praktischen Art fährt Newth fort. Die Geschichten, die er erzählt, handeln zum Beispiel von Plundergebäck, für die der Bäcker den Teig immer wieder faltet – wobei er theoretisch einen Megablätterteig mit 220 Lagen herstellen kann. In anderen Geschichten geht es darum, wie man intime Tagebuchnotizen verschlüsselt, um sie vor neugierigen Blicken geheim zu halten. Oder warum ein Tag 24 Stunden hat. Auch abergläubische Menschen können hier etwas erfahren, nämlich warum die 13 eine Unglückszahl ist.

Am Ende des Sachbuches kommt das Steckenpferd des Autors zu Ehren: Außerirdische und wie wir mit ihnen kommunizieren könnten, wenn es sie denn gäbe. Nur in der universellen Sprache der Mathematik sei eine Verständigung mit fremden Zivilisationen möglich, vermutet der Autor und nimmt damit die am Anfang des Buches getroffene Feststellung auf, dass Mathematik die Sprache der Natur sei und die Naturgesetze auch in den abgelegensten Galaxien gelten.

In dem informativen Sachbuch finden wir jeweils auf einer Seite eine (wahre) Geschichte erzählt, auf der anderen Seite verdeutlicht uns der Autor den mathematischen Sachgehalt und Zusammenhang. Darüber hinaus werden lernwilligen Kindern Übungen angeboten, um die erklärten mathematischen Inhalte anzuwenden.

Sowohl die Geschichten, als auch die sachlichen Texte sind so geschrieben, dass sie schon von Kindern im Grundschulalter verstanden werden können. Trotz der erklärten fachlichen Begrifflichkeiten und Zusammenhänge, kommt der norwegische Physiker ohne Fremdwörter und komplizierte Erklärungen aus. Vor allem aber ist es die Nähe zur Praxis, die Kindern dieses Buch schmackhaft machen wird. Hier ist Mathematik nicht mehr nur ein trockenes Schulfach, sondern mitten aus ihrem Leben gegriffen.

Durch kleine lustige Bilder und wenige Fotos wird das Geschriebene aufgelockert. Oftmals finden wir Leser auch farbig hinterlegte Kästen, die thematisch zusammenhängende Begriffe, wie z.B. Primzahlen, erklären.

Fazit:

Eirik Newth versteht es, seinen Lesern die Welt der Mathematik informativ und spannend näher zu bringen und er schlägt dabei immer einen gelungenen Bogen zur Alltagswelt der Kinder. Vor allem für Schulkinder ist es wichtig zu erfahren, dass die oftmals gefürchtete Mathematik nicht nur von Lehrern erfunden wurde, die gern Schüler „quälen“.

Mit diesem Buch kann man sich kurzweilig durch die Welt der Zahlen lesen, denken und rechnen, hat am Ende viel gelernt und sicherlich eine Hemmschwelle in Bezug auf Mathematik überwunden. Vielleicht hat der Leser sogar Spaß am logischen Denken, Kniffeln, Knobeln – also an der Mathematik – gefunden.

Ein geniales Buch für Kinder ab 9 Jahre, das durchaus auch für die Ferien geeignet ist.

Simone Brinkschulte


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