20 Jahre Harry Potter – ein persönlicher Rückblick

Jacobite

Von Stefanie Eckmann-Schmechta

Harry Potter ist in diesem Jahr seit 20 Jahren auf dem Buchmarkt – und damit sechs Jahre länger, als es die Kinderbuch-Couch gibt, die Im Jahr 2004 an den Start ging. Da war das Harry-Potter-Fieber längst in vollem Gange und niemand musste mehr davon überzeugt werden, wie außergewöhnlich diese Kinderbuch-Reihe ist, die nicht nur von Kindern geradezu verschlungen wurde.

Dieses Jubiläum möchte ich zum Anlass nehmen, einen ganz persönlichen Blick zurück zu werfen. Dabei versuche ich weitestgehend auf Superlative, Fakten und Daten verzichten. Die wurden schon von vielen anderen bemüht und werden es sicherlich noch in Zukunft, denn die Begeisterung für Harry Potter ist auch nach zwanzig Jahren ungebrochen.

Ein Phänomen – viel kopiert, aber unerreicht

Viele haben seitdem versucht, das Erfolgsrezept um den jungen Zauberer mit der Narbe auf der Stirn nachzuahmen. Aber natürlich mussten neue Reihen, die die nunmehr verwaisten Potterfans unterhalten sollten, etwas Eigenständiges haben. Doch die probaten Mittel, allesamt Versatzstücke aus dem Harry-Potter-Universum, haben es alle nicht zu dieser Faszination geschafft. Ich denke, in diesem Genre wird es wohl immer nur den Einen geben. Es reicht eben nicht, dass man drei Freunde ein paar magische Abenteuer überstehen lässt. Sei es in der Luft, auf dem Wasser oder unter der Erde – oder wohin man sonst die Ausbildungsstätte für außergewöhnlich begabte Kinder hätte verorten wollen. Immer fehlte auch mir etwas, der vermeintliche Nachfolger hielt dem Vergleich mit dem „Original“ nicht Stand. Es waren viele Kleinigkeiten – und auch Großartigkeiten – die J.K. Rowling wohl instinktiv richtig und anders gemacht hat, als viele Autorinnen und Autoren vor ihr, die eine Fantasy-Geschichte erzählen wollten. Aus Harry Potter ist DIE Geschichte geworden, obwohl es natürlich schon den „Zauberlehrling“ gab und Zauberer mit spitzen Hüten und Hexen, die auf Besen reiten …doch Rowling hat das alles genommen und ganz anders und frisch in eine durch und durch glaubwürdige Parallelwelt gepackt. Und das mit so viel Humor und Ideenreichtum, dass man keinerlei Probleme hatte, ihr jedes Wort zu glauben.

Gerne möchte ich versuchen, ein wenig von diesem besonderen „Geist“ einzufangen, den Zauber einer Buchreihe, die damals als Kinderbuch angetreten ist, um Kinder zu unterhalten und am Ende die Welt verändert hat – auch was die Annahme anging, dass Kinder „heutzutage“ kaum noch lesen wollen. Das Ausnahmetalent Joanne K. Rowling, für mich ein Vorbild für Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit, wäre wohl der Welt verborgen geblieben, wenn sie nicht so sehr an sich und an ihr Projekt geglaubt hätte.

Jubiläumsauflage

Auch die Buchverlage konnten zunächst nicht ahnen, welches Wunder sie in den Händen hielten, als ihnen das Manuskript von „Der Stein der Weisen“ von einer ganz und gar unbekannten britischen Autorin zuging. Einzig der Bloomsbury-Verlag veröffentlichte das englische Original im Jahr 1997. Es waren nur 500 Exemplare, doch die fanden auf Anhieb reißenden Absatz. Der weltweite Durchbruch kam mit dem vierten Band „Der Feuerkelch“.

„Harry Potter und der Stein der Weisen“ erschien als Programmschwerpunkt im Juli 1998 und war zuvor schon als Leseexemplar an Buchhändler verschickt worden. Auf dieses Leseexemplar erhielt der Verlag überdurchschnittlich viele Rückmeldungen, vor allem auch mit Bitte um ein weiteres Buch, da man das eigene mit nachdrücklicher Empfehlung an andere Vorab-Leser weitergereicht hatte. Sehr rasch verbreitete sich die Kunde, dass es sich bei diesem Buch um etwas ganz Besonderes handelte. Die Begeisterung und Liebe der Leserinnen und Leser zu J.K. Rowlings Welt der Hexen und Zauberer und das Bedürfnis, ihre Lektüreerlebnisse mit anderen zu teilen, prägen den Erfolg der Bücher bis heute.

Sagt Katrin Hogrebe vom Carlsen Verlag, der Harry Potter auf den deutschsprachigen Buchmarkt gebracht hat.

Bis heute hat sich der erste Band „Der Stein der Weisen“ etwa 107 Millionen Mal verkauft. Diese unglaubliche Zahl musste ich jetzt doch mal nennen.

So langsam dämmerte es den Verlagen, dass die Romane um den Jungen Harry Potter eine außergewöhnliche Sogwirkung haben. 1999 war dann klar, dass es ein Mega-Erfolg würde.

Schon die Bände zwei und drei erschienen im Frühjahr und im Herbst 1999 in fünfstelligen Auflagenzahlen, doch der wirkliche Hype entstand im Jahr 2000, als J.K. Rowling in März auf eine einwöchige Lesereise nach Deutschland kam. Der vierte Band, „Harry Potter und der Feuerkelch“ erschien dann am 14. Oktober in der gigantischen Startauflage von 1 Mio. Exemplaren. Erstmals gab es für die Harry Potter-Bücher einen regulären Erstverkaufstag. Viele Händler veranstalteten Mitternachtsverkäufe und ermöglichten so zahllosen Fans die sehnsüchtig erwartete Rückkehr nach Hogwarts schon ab 0.01 Uhr. – Es war übrigens Vollmond.

So Katrin Hogrebe weiter.

Rufus Beck

Foto © Vincent Schaack / Carlsen

Schwierig, dieses Phänomen Menschen zu erklären, die nie etwas mit Harry Potter am Hut hatten, und wahrscheinlich denken: „Was für ein Theater um ein Kinderbuch, in dem merkwürdig gewandete Sonderlinge mit ihren Zauberstäben fuchteln!“ Die anderen werden aber immer – so wie ich – wehmütig und zugleich glücklich an die Zeit zurückdenken, da es alle zwei Jahre die langersehnte Fortsetzung gab. Es waren viele Jahre, die wir in diesem Universum verbringen durften. Um genau zu sein 10 Jahre. 10 Jahre, in denen auch wir uns weiter entwickelt haben, die einstigen Kinder wurden erwachsen und selbständig.

Heute heißen die Fans „Potterheads“ und machen die Welt Hogwarts zu einem Teil ihrer eigenen.

Die Reihe ist mit ihren Lesern und Leserinnen gewachsen. War sie am Anfang noch überwiegend kindlich, so wie ihre Protagonisten Harry, Ron und Hermine, ist sie mit jedem Band etwas reifer und auch düsterer geworden; wir haben gemeinsam mit den drei Freunden die heile Welt in „Hogwarts“ immer weiter hinter uns gelassen.

Dabei wurde den lesenden Kindern endlich wieder etwas zugemutet. Anders als in der Kinderliteratur der vergangenen Jahre üblich, wurde nicht alles, wenn möglich, in Watte gepackt und nett umschifft. Es gab Verluste für Harry, angefangen von seinen Eltern bis hin zum tragischen Tod seines einzigen Paten. Er war stets auf sich allein gestellt und musste seinen Platz in einer feindseligen Welt finden – und wahrlich nicht alle in und um Hogwarts waren nett zu ihm. Es ging gruselig und manchmal auch sehr hart zu, wenn die schwarze Magie, vorangetrieben von dem personifizierten Bösen an sich, dessen Name nicht einmal genannt werden durfte, zugschlug.

Aber auch das durchbrach Rowling irgendwann. Sie zeichnete ihre Figuren nie nur Schwarz oder Weiß, nie nur durch und durch gut oder ganz und gar böse. Sie gab Voldemort – alias Tom Riddle – eine Geschichte, die nichts beschönigt, aber erklärt, warum es so gekommen ist wie es gekommen ist. Natürlich steckt darin das klassische Muster aller guten Geschichten. Gut gegen Böse: Ein unschlagbares Erfolgsrezept für jedes spannende Abenteuer. Das Grundthema ist also nicht neu, erinnert in seiner „Aufarbeitung“ auch an das weltberühmte und ebenso erfolgreiche Weltraum-Epos „Star Wars“, in dem der Bösewicht Darth Vader durch sein Schicksal zu dem wurde, was er war. Man hätte es ahnen können, und man hatte es geahnt, auch Dumbledore sah die dunkle Seite in seinem ehemaligen Schüler.

Jubiläumsauflage auf dem Kamin

Harry Potter Kaminzimmer auf dem Carlsen-Messestand (Frankfurter Buchmesse, 2018)

Denn andererseits – so gern wir alle Dumbledore hatten – war auch der weise, liebenswerte Zauberer nicht ohne Schatten auf seiner weißen Weste. Er hat, so stellt es sich am Ende heraus, immer gewusst, dass er Harry Potter opfern würde, um die Welt vor dem erneuten Zugriff Voldemorts zu bewahren. Es war ausgerechnet Snape, der das erkannte – und der davon tief getroffen war. Wieder ein gutes Beispiel für Rowlings Talent, ihren Figuren Tiefe zu verleihen; immer noch einen Überraschungs-Trumpf im Ärmel, erreichte sie so, ihren Darstellern zutiefst menschliche Züge zu verleihen. Dies berührt ihre Leser/innen sehr und ist in meinen Augen einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg ihrer Bücher. Auch in ihren späteren Kriminalromanen hat sie dieses Talent unter Beweis gestellt. Nicht viele Autoren können ihre Figuren so nahe heranholen, dass man ihnen nicht mehr von der Seite weichen möchte.

Auch die vielen grandiosen Nebendarsteller machen ihre fantastische Welt so reich. Wem fällt da nicht der Halbriese Hagrid ein, der sich unermüdlich für die „zutiefst missverstandenen Wesen“ dieser Welt einsetzte, auch wenn es ihn in größte Schwierigkeiten brachte, zumindest aber den Bart oder ein blaues Auge kostete. Man merkt, während man es liest, dass J. K. Rowling selbst dort war als sie es schrieb – und sich selbst in Hogwarts zuhause gefühlt hat.

Wir konnten glauben, dass es diese magische Welt – weitab von uns Muggeln – wirklich gibt. Und dafür bin ich ihr auch heute noch dankbar.

Einmal in die Welt von Harry Potter versunken, konnte man alles um sich herum vergessen. Auch ich habe es genossen, den Alltag komplett hinter zu mir lassen, um mich in diese magische Welt zu versenken. Eine Welt, in der es vollkommen normal ist, dass die auf den Gemälden portraitierten Persönlichkeiten nur allzu lebendig waren – man denke nur an die Gallerie der ehemaligen Direktoren Hogwarts, in deren Reihe einer auch mal unterwegs sein konnte, um einen Kollegen zu besuchen. Wo sich sogar Stein-Treppen dahin verschieben, wo es ihnen gerade passte; wo mehr oder weniger begabte Eulen die Post zustellten, und wenn sie mit einem „Heuler“ laut und unangenehm ausfiel, für sehr viel Schadenfreude bei allen Anwesenden sorgte. Wo an der Decke der großen Halle der weite Himmel beim Festbankett zu sehen war und unter ihm tausende brennender Kerzen schwebten …wo es Fabelwesen gab, deren Eigenheiten man sicherheitshalber berücksichtigen sollte, und wo Zaubertränke wirklich wirkten und die absurdesten Veränderungen hervorriefen. Ich denke da zum Beispiel an den berühmten „Vielsafttrank“, in den sich zum Leidweisen von Hermine ein Katzenhaar verirrte. All das und noch viel, viel mehr hat J. K. Rowling in ihrem großen Abenteuer erschaffen und sie erreichte es, dass ihre Welt mit jedem weiteren Band noch lebendiger, noch glaubwürdiger wurde. Und sogar auch politisch, wenn man die Rolle des Zaubereiministeriums betrachtet.

Sie hat ihre Leserinnen und Leser ernst genommen. Mit jedem Wort und jedem Detail. Darum konnten wir ihr all das glauben, von ganzem Herzen.

Sie hat es hinbekommen, alle diese Details, diese „Alltagsbegenheiten“ in späteren Bänden immer wieder aufzugreifen oder auch dann wieder aufleben zu lassen, wenn unsere Helden dringend einen Ausweg aus ihrem Abenteuer brauchten. Und ich bin mir sicher, dass sie niemals die Logik ihrer Welt verraten hat zugunsten eines guten oder schnellen Plots. Sie hat es immer mit den Mitteln ihrer Welt hinbekommen. Ob sie das immer alles immer allein im Blick hatte, sei dahin gestellt. Aber da gerade junge Leserinnen und Leser da genau hinsehen und jeden noch so kleinen Logik-Fehler finden, wenn er da ist, ist dies auch als großartige Leistung anzumerken.

Der Wohlfühlfaktor

Und auch Rowlings besonderes Gespür für groteske, humorvolle Situationen, gespickt mit witzigen Dialogen und so manchem „Running Gag“ ist ein wichtiger Faktor.

Selbst während sich die finstersten Machenschaften ihrer Feinde abspielen, findet Rowling immer noch einen Gag, der ihre Leser hin und wieder erlöst, so dass sie sich sicher, wie unter Freunden fühlen können. Und nicht nur das, sie hat Orte und Traditionen geschaffen, die Zuflucht, Zusammenhalt, Geborgenheit und vieles mehr vermitteln. Sehnsuchtsorte, die sie in ihren sieben Büchern immer wieder mit uns Lesern und Leserinnen aufgesucht hat – bis es am Ende nicht mehr möglich war. In vielen von uns ist die Sehnsucht nach einer heilen Welt, wie in den ersten Bänden beschrieben, geblieben.

Am Kamin im Haus Gryffindor

Harry Potter Kaminzimmer auf dem
Carlsen-Messestand (Frankfurter
Buchmesse, 2018)

Wer würde nicht gerne auch mal im Haus der Gryffindors vor den Kamin sitzen und mit Freunden plaudern?

Oder im Zug zu sitzen, der uns nach Hogwarts bringt, allzu lebendige Schokofrösche zu vertilgen und eine oder zwei von Bertie Botts Zauberbohnen zu riskieren, die die Hexe mit dem Teewagen vorbeibringt? Träumen wir nicht davon, einmal in der großen Halle beim Festmahl zu sitzen oder in Hagrids Hütte dem alten verpennten Saurüden „Fang“ das Ohr zu kraulen? Jeder hat wohl so seinen Sehnsuchtsort oder seinen Sehnsuchtsmoment, den er gerne mal selbst erleben möchte.

Die grandiosen Verfilmungen haben diese Sehnsucht meiner Meinung nach nicht gestillt, sondern, im Gegenteil, die Faszination von Hogwarts noch verstärkt. Man möchte einfach einmal selbst da gewesen sein. Und so bedienen heute schon einige Themenparks wie zum Beispiel „The Wizarding World of Harry Potter“ also die „die zauberhafte Welt von Harry Potter“ in dem Universal Orlando Resort in Orlando (Florida, USA) den Wunsch, einmal selbst in den Mauern von Hogwarts umher zu wandern. Europa und Japan zogen nach und es werden sicherlich noch einige mehr dieser Themenparks eröffnet.

The Elephant House

Einen Park habe ich bisher noch nicht erlebt, doch ich habe das mittlerweile berühmte Café „The Elephant House“ in Edingburgh besucht, in dem J.K. Rowling die ersten Sätze dieses grandiosen Abenteuers schrieb, als sie wohl kaum ahnte, dass ihr Harry Potter einmal so berühmt werden würde. Beim Schreiben hatte sie einen wunderschönen Blick auf alte, ehrwürdige Mauern aus grauem Granitstein (das war wohl auch die Inspiration für Hogwarts) auf sattgrüne Wiesen und uralte Bäume in einer Senke – und das mitten in Edinburgh.

Auch die berühmte Zugstrecke von Fort William nach Mailag durch die West Highlands Schottlands mit „The Jacobite“ – dem berühmten dampfbetriebenen Museumszug – habe ich zusammen mit meiner Familie erleben dürfen. Wir sind über die legendäre Brücke, dem Viadukt von Glenfinnan, gefahren, wo Harry und Ron mit ihrem durchgedrehten Auto beinahe mit dem Zug zusammengestoßen waren. Und wir sind an jener Insel vorbeigekommen, wo Dumbledore seine letzte Ruhe fand. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es in der Realität ebenso magisch aussieht, wie im Film. Es war ein herrliches Erlebnis, das uns – da wir sehr oft unseren Kopf aus dem offenen Fenster gesteckt haben, was nicht unbedingt zu empfehlen ist – glückliche Gesichter und eine Menge Ruß in den Haaren bescherte.

Jacobite

Für mich schöne Erinnerungen, verbunden mit greifbaren, echten Orten, wo alles begann und wo ein Teil der Geschichte für immer endete. Und so hat jeder „Potterhead“ seine Verbindung und eigene Erinnerungen an und mit Harry Potter. Stationen im Leben, Momentaufnahmen, lange Lesenächte, das Warten vor der Bücherei, die die neuen Exemplare endlich ausgeliefert hatten.

Rufus Beck

Foto © Vincent Schaack / Carlsen

Auch Katrin Hogrebe vom Carlsen Verlag habe ich gefragt, welches besondere Ereignis um Harry Potter ihr in den letzten Jahrzehnten in Erinnerung geblieben ist. Dazu antwortet sie:

„Ganz frisch: Die Lesetour 'Auf nach Hogwarts!' mit Rufus Beck, der aus Anlass der Jubiläums erstmals wieder live aus den Harry Potter-Büchern las und damit das Publikum in Hamburg, Berlin, München und am Livestream im Internet aufs Neue restlos verzaubert hat.“

Ich denke an die unvergleichliche Hermine, Professor Mc Conagall, die streng aber durchaus auch mütterlich über ihre Schützlinge wachte, doch es war eben auch Dumbledore, der mein Herz eroberte. Ich muss wohl nicht – auch und gerade im Hinblick auf die vielen anderen Fans – darauf hinweisen, dass ich am Boden zerstört war, als er sterben musste. Merkwürdig, auch daran erinnere ich mich genau – wie ich es gelesen habe, wann und wo. Ich war schon zweifache Mutter. Es war späte Nacht, ich saß allein auf dem Sofa und konnte einfach nicht aufhören, bis ich das Ende kannte. So ganz habe ich es Mrs. Rowling noch immer nicht verziehen, dass sie ausgerechnet ihn geopfert hat. Auch Snape war ein herber Verlust, aber das liegt wohl auch an dem hervorragenden Schauspiel von Alan Rickman – auch ihn werden wir immer vermissen.

Ich weiß noch, wie ich im Sommer in unserem Garten saß und die ersten Seiten von „Der Stein der Weisen“ aufschlug. Ich wunderte mich, dass mein Mann mir so ein Kinderbuch geschenkt hatte. Doch er war sich so sicher, dass es mir gefallen würde, dass ich neugierig war. Anfangs kam mir das Buch schon ziemlich kindlich vor, mit den vielen Eulen und den merkwürdigen Menschen in den langen Umhängen. Ehrlich gesagt, war ich schon kurz davor, das Buch wieder zur Seite zu legen. Aber als es dann nach „Hogwarts“ ging, ab diesem Moment, war es um mich geschehen. Am liebsten wäre ich in die Seiten eingetaucht. Kein Buch war bisher so eng mit meinem Leben verknüpft wie diese Buchreihe. Und ich bin mir sicher, es geht vielen anderen auf der Welt auch so. Was habe ich gelitten, wenn ich wieder ein Band durchgelesen hatte und wusste, dass ich wieder zwei Jahre würde warten müssen, bis es endlich wieder zurück in diese wunderbare Welt geht. Ich habe später jeden Menschen beneidet, der die ganze Reihe an einem Stück lesen kann, ohne auf den nächsten Band warten zu müssen. Doch es wäre mir sicher nicht bekommen, ich hätte ja nie aufhören können.

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