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Buchcover: Antje Claus & Vogel Steinrötter: Auf der Suche nach der verlorenen Socke

Buch-Rezension - das meint Kinderbuch-Couch.de: Auf der Suche nach der verlorenen Socke von Antje Claus & Vogel Steinrötter

erschienen bei Coppenrath

geeignet für Kinder im Alter ab 3 Jahren

Jeder kennt es: Socken gehen ständig verloren und zwar in der Regel allein. Was im Alltag anstrengt, wird im Bilderbuch zum großen Spaß! Auf der Suche nach der verlorenen Socke erzählt in lustigen Versen die Geschichte einer Socke, die quer durch die Welt reist. Am ablösbaren Lesezeichen baumelt die gestreifte Stricksocke und lädt zum Fortsetzen der unendlichen Geschichte ein. Wer weiß, was sich in der Wohnung bei der Suche noch so alles findet und wie viele Reimpaare uns auf Anhieb einfallen.

Wie aus einer anderen Zeit wirkt das großformatige Bilderbuch in geschwungener Schreibschrift. Ein bisschen verrückt und irgendwie eigen sind die bunt gemustert bekleideten Tiere und Insekten, die es bevölkern. Strümpfe trägt hier jeder: wer keine Füße hat, braucht nur Ideen. Denn Socken sind als Schlafsäcke, Wetterfahnen, Schwanzspitzenersatz und Anti-Schnarch-Mütze einfach perfekt. Breit grinst der Hai mit gepunkteter Badehose und Flossenschutz. Am Anfang noch in Paaren, mischen sich die Socken mit der Zeit durch. Bei der „Sockenzwangknallparty“ trägt nur der Fuchs – dem zu Beginn eine Socke geklaut wurde – ein passendes Paar. Er hat „sehr geschickt, den zweiten Socken selbst gestrickt.“

Die Geschichte lässt sich nur in Grundzügen erkennen: in der „Häschensockenstrickschule“ lehrt der Fuchs den Hasen das Sockenstricken – da wird die Mustersocke vom Maulwurf geklaut. Die Reise der Socke führt von Maul zu Schnabel, von Schwanzspitze zu Nasenrücken und von Huf zu Flosse. Sie reist über Land, durch Luft und Wasser, quer durch die Wüste und tief in den Schnee. Dabei geht die Socke immer wieder verloren, wird geklaut oder kommt irgendwie abhanden. Wichtig sind die Strümpfe aber deshalb, weil sie als Eintrittskarte bei der Party dienen. Der Elefant auf der letzten Seite muss von den Kindern erst noch ausgemalt und bestrumpft werden, bevor er bei der nächsten Feier mittanzen kann.

Auf der Suche nach der verlorenen Socke ist nicht nur ein Kinderbuch, sondern auch ein Spiel – obgleich es so nicht beworben wird. Man kann sich daran stören, dass die Geschichte nur angedeutet ist und die verlorene Socke teils in den Hintergrund rückt. Der Rhythmus und die durchgehenden Paarreime, die – wie die Socken – nicht immer zueinander passen, führen sicher zu einer gewissen Eintönigkeit. Die immer gleichen Rahmen um die regelmäßig abwechselnden Text- und Bildseiten unterstützen dies noch. Aber letztlich nimmt all dies dem Buch seinen Charme nicht: denn im Mittelpunkt steht hier die Lust am kreativen Spiel mit Wörtern, Socken und Momenten des Alltags.

FAZIT

Ein Buch, das nicht jedem gefällt – Liebhabern aber umso besser! Ein kleiner Schatz, der irgendwie verrückt ist – weil das kreative Spiel eben eine ganz eigene Logik hat.

Anneka Esch-van Kan

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