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Idee

Johnny, zusammen mit manch anderem Tier, ein durchweg ansprechender Charakter. Doch die zunehmend melancholische Stimmung wirkt sich ebenso störend aus, wie die gar nicht authentisch wirkenden Aktionen der Tiere.

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Die lockeren, schlichten und doch so aussagekräftigen Strichzeichnungen von Philip Waechter zeigen lebendige und manchmal auch berührende Momentaufnahmen aus dem Hundeleben.

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Emotional, spannend, manchmal auch lakonisch-witzig beschreibt Amalia Rosenblum die Sicht von Johnny auf die Geschehnisse. Leider wird sie zum Ende hin für Kinder zu unklar . Übersetzt aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Aug 2009

Johnny, der kluge Mischlingshund ist tief traurig: sein bester Freund, der Golden Retriever Artur, ist mit seiner Familie in die Stadt fortgezogen. Doch dann ist ein neuer Hund im Dorf - Schoko. Und mit ihm fängt ein neues, aufregendes Abenteuer an, aus dem die beiden Hunde als wahre Helden hervorgehen...

In dem kleinen Dörfchen, wo Johnny mit seinem alleinstehenden Besitzer Ilan lebt, ist nichts mehr wie es war. Johnny fehlt sein Freund Artur sehr. Dann zieht in dem ehemaligen Haus von Arturs Familie auch noch eine fremde Familie ein und mit ihr ein Hund. Der braune Labrador ist sogar so dreist, in Arturs alter Hundehütte zu liegen. Johnny will mit dem Eindringling, der dazu auch noch den sinnigen Namen "Schoko" trägt, nichts zu tun haben. Doch die Gemeinschaft der Tiere im Dorf laden Schoko eines Tages zu einem ihrer regelmäßigen Lagerfeuer ein - doch niemand hat Schoko Bescheid gesagt, wann er wohin kommen soll. Trotz seiner anfänglichen Abneigung übernimmt Johnny den Auftrag, Schoko abzuholen. Aus den beiden Hunden werden schließlich Freunde und Johnny schöpft neuen Lebensmut.

Sie streunen durch die Gegend und verleben einen schönen Sommer. Es macht den Anschein, als habe Johnny Artur fast vergessen. Dann, eines Tages, kommen Wilderer ins Dorf und erlegen eines der Wildschweine, die zu der tierischen Dorfgemeinschaft gehören. Für Johnny und Schoko steht fest, dass sie etwas unternehmen müssen. In einem Zeitungsartikel, den die kluge Hündin Golda Johnny vorliest, erfahren sie von den Schwierigkeiten der Menschen, die Wilderer dingfest zu machen. Auch wird Johnny´s Besitzer Ilan in diesem Artikel zitiert und dem Hund fällt es erst jetzt wieder ein, dass sein Herrchen ein Mitarbeiter der lokalen Naturschutzbehörde ist. Johnny fasst einen kühnen Plan; er will, dass Ilan die Wilderer auf frischer Tag ertappt. Die Spur zu den Wilderern führt allerdings in ein Haus im Dorf, in dem ausgerechnet die Pitbull-Hündin "Germania" lebt. Sie hält sich stets der Gemeinschaft der Tiere fern und jeder hat Angst vor ihr, da sie als Unberechenbar gilt.

Es ist Schoko, der den Mut zu der gefährlichen Begegnung mit "Germania" hat. Johnny bleibt ganz in seiner Nähe - doch trotz ihres angriffslustigen Gebarens bleibt Germania friedlich. Mehr noch, sie schildert von ihrem Zwiespalt, dass von ihr einerseits erwartet wird böse und kaltblütig zu sein, sie aber andererseits gar nicht so sein möchte. Ohne ihre Besitzer wirklich zu verraten, hilft Germania den Tieren und es scheint, als könnte der Plan wirklich gelingen.

Doch plötzlich ändert Ilan, der nun einmal zur rechten Zeit an der rechten Stelle sein soll, seine Gewohnheiten und so ist es nicht Ilans geliebte TV-Fernbedienung, die Johnny vor den Augen seines Herrchens zu besagter Stelle im Wald verschleppen muss, sondern die Handtasche von Ilans neuer Eroberung. Und tatsächlich: Der Plan gelingt, die Wilderer können auf frischer Tag ertappt und verhaftet werden. Johnny und Schoko sind nun die wahren Helden und kommen sogar mit einem Foto in die Zeitung.

Leider steigt den beiden ihr Ruhm ein wenig zu Kopfe und die anfängliche Bewunderung ihrer Mit-Tiere schlägt schon bald in Enttäuschung um. Irgendwie läuft plötzlich alles schief und der schönste Hundesommer der Welt findet ein jähes und trauriges Ende.

Sehr gefühlvoll nimmt Autorin Amalia Rosenblum uns mit in Johnnys Welt. Johnny, dessen Vater ein kühner tschechoslowakischer Wolfhund war, beschreibt zunächst auf sehr berührende Weise, wie sein Leben mit Artur war und wie es dazu kam, dass Artur, trotz ihrer Pläne ihn bei den Füchsen zu verstecken, mit seiner Familie fortging. Johnny trauert den freien und glücklichen Tagen mit Artur nach. Seine zeitungslesende, ebenfalls vierbeinige Freundin Golda, die schon etwas in die Jahre gekommen ist, tröstet Johnny in seinem Verlust. Sie macht ihm klar, dass er vergessen wird und es dann irgendwann nicht mehr so weh tun wird. Sie ermuntert ihn zu einem kleinen Gedicht für Artur. Und nachdem Johnny die richtigen Worte gefunden hat, trötest ihn das tatsächlich.

So weit der wirklich gelungene Einstieg Amalia Rosenblums, der für junge Leser ab acht Jahren - so die Altersempfehlung des Verlages - durchaus einladend ist. Doch schon bald verlässt die Autorin die realitätsnahe Betrachtung, auf der sich so eine Geschichte vielleicht wirklich ereignen könnte - schließlich macht eine Erzählung aus Sicht eines Hundes genau den Reiz aus - und wird in ihren Beschreibungen zunehmend abwegig. Da machen die Tiere selbst ein grosses Lagerfeuer und halten in ihren, wohlgemerkt, Händen, an Stöcken aufgespiesst, Marshmallows über dem Feuer. Mag man der Tatsache, dass ein Hund nicht wirklich "rot" werden kann, noch nicht so viel Aufmerksamkeit schenken, so dürfte doch die Erläuterung, dass Eichhörnchen für den verletzten Schoko Desinfektionsmittel parat haben, auch unkritischeren Lesern etwas zu weit hergeholt erscheinen. Eingebettet in die doch sehr schönen Betrachtungen eines Hundelebens, wirken sich diese Details auf den Erzählfluss störend aus und die Geschichte büßt von ihrem anfänglichen Charme ein.

Was mich jedoch dazu bewogen hat, die Alterempfehlung auf 10 Jahre anzuheben, ist der weitere, emotionale Verlauf der Geschichte. Nicht nur von der Entwicklung her holprig, auch sprachlich, macht Amalia Rosenblum einige Gedankensprünge, die Kinder des empfohlenen Alters von acht Jahren, wenn überhaupt, nur mit Mühe nachvollziehen können. Es scheint fast so, als wolle die Autorin - die Philosophie und Anthropologie in New York studierte - möglichst viele Facetten von Verlust und vermeintlicher Schuld ansprechen. Dabei verliert sie jedoch leider den Blick auf die kindliche Wahrnehmung. Vollkommen überflüssig erscheint mir zudem der Schlenker, als Johnny den Besuch seines alten Freundes Artur verpasst und von der klugen Golda keinerlei Trost erfährt - im Gegenteil. Sollte Johnny denn nicht weiter leben, glücklich werden - auch mit einem neuen Freund? Kinder werden sich fragen, woher er denn wissen sollte, dass ausgerechnet an diesem Tag sein Freund auf einen kurzen Besuch zurückkehren würde und warum er - da er unwissend war - falsch gehandelt hat. Auch wenn Johnny am Ende einiges versteht, sein Verhalten überdenkt und sich mehr für seine Freunde einsetzt, bleibt ein melancholisches Gefühl zurück. Von dem besten Hundesommer der Welt, der ihm zweimal das Herz gebrochen hat, bleibt ihm nur die Gewissheit, dass nichts - schon gar nicht das Schönste -im Leben von Dauer ist.

Fazit:

Ist der Anfang von "Der schönste Hundesommer der Welt" auch vielversprechend und die Botschaft über Freundschaft und Verlust klar und leicht verpackt, so verschenkt Amalia Rosenblum im Verlauf ihrer Geschichte doch das Potential, die Herzen ihrer Leser zu erobern, indem sie zunehmend melancholische und abwegige Betrachtungen ins Spiel bringt. Für Kinder ist dieses Buch daher nur bedingt geeignet. Auf keinen Fall aber für Achtjährige, die mit den komplizierten Gewissensbetrachtungen sicherlich überfordert und bestenfalls gelangweilt sein werden.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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