Linny und die Delfine

Erschienen: November 2009

Couch-Wertung:

70%
Idee
Bilder
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Idee

Gefällige, phantasievolle Geschichte, die mit Linny und Ben sympathische Identifikationsfiguren bietet, aber eher an der Oberfläche bleibt und leider einiges offen lässt.

Bilder

Offensichtlich wurde hier bewusst nur mit Tierbildern gearbeitet, so bleibt viel Raum für das eigene Vorstellungsvermögen.

Text

lebendige Sprache, kindgerecht.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2009

Linny freut sich schon riesig auf den Urlaub mit Papa und ihrem besten Freund Ben. Zu allem Übel fahren allerdings neben Ben`s Vater auch dessen Freundin und Ben`s große, ständig nervende Schwester mit. Doch auf Linny und Ben warten eine einsame Bucht und eine Gruppe von Delfinen, die allen Stress vergessen lassen, bis, ja bis eines Tages ein fremdes Mädchen an "ihrem" Strand auftaucht.

Dabei fing alles so wunderbar an, denn das Beste für Linny und Ben ist: Übernachtet wird im Baumhaus. Linny ist begeistert. Sie ist noch nicht ganz aus dem Auto gestiegen, da springt Ben schon heran und zerrt Linny zu einem schmalen Pfad zwischen zwei Bäumen. Schnell hindurch geschlüpft, stehen die Beiden schon in einer der schönsten Buchten. Sie sind kaum auf ihre Surfbretter gesprungen und in den Wellen abgetaucht, da nähert sich ihnen eine Gruppe Delfine. Linny und Ben können es kaum glauben, aber die Tiere wollen offensichtlich spielen. Die Kinder lassen sich ziehen, reiten auf ihnen, es ist wie ein Traum. Linny schlägt vor, den Tieren Namen zu geben. Schnell sind fünf Namen ausgedacht und die beiden verabschieden sich von Flipper, Whoopie, den Zwillingen Twix-Twix und dem überaus scheuen Scarfy, der eine Narbe auf dem Rücken trägt.

Beim Abendbrot fragt Becky, Ben`s große Schwester, die Kinder aus; aber weder Linny noch Ben geben etwas von ihrem Geheimnis preis. Nur vor ihrem Vater kann Linny ihre Aufregung nicht verbergen und so muss sie ihm vor dem Schlafengehen alles vom Tag erzählen. Am nächsten Tag können die beiden gar nicht schnell genug in die Bucht kommen - und was sie kaum zu hoffen gewagt haben: die Delfine sind auch wieder da. Doch als sie genauer hinschauen, merken sie, dass heute nur vier Delfine gekommen sind. Was mag wohl mit dem Fünften sein?

Kurz bevor Linny und Ben die Bucht verlassen wollen, taucht plötzlich wie aus dem Nichts ein Mädchen auf, das offenbar auch eine besondere Beziehung zu den Delfinen hat.
Zu ihrem Entsetzen stellen die beiden Freunde am nächsten Tag sogar fest, dass die Bucht auch von Touristen besucht wird, doch wie gelangen die wohl hierhin?
Dann gibt es auch noch eine schöne Überraschung, der fünfte Delfin ist wieder da und er hat sogar etwas mitgebracht: einen Baby-Delfin. Linny und Ben werden ganz still vor Ehrfurcht, so etwas Schönes haben sie so aus nächster Nähe noch nie gesehen.

Da erscheint das Mädchen wieder und fast zugleich ein Boot mit Touristen. Linny und Ben sind stinksauer: offenbar missbrauchen die Fremde und ihr Vater die Delfine als Touristenattraktion.

Die Neugierde ist geweckt, Linny und Ben verfolgen das Mädchen und sehen vor ihrem Haus ein Auto mit der Aufschrift "Delfintouren". Jetzt ist ja alles klar, genauso wie sie es sich vorgestellt hatten. Mit dem Mädchen, das sich ihnen mit Thoe vorstellt, wollen sie wirklich nichts mehr zu tun haben.

Jeden Tag treffen die beiden Freunde nun ihre tierischen Freunde, aber so unbeschwert wie am ersten Tag ist es nie mehr.

Als das Delfinbaby eines Tages in eine Höhle gerät und nur durch die Hilfe von Linny, Ben und Thoe befreit werden kann, kommen sich die drei näher, so schlecht ist das Mädchen doch nicht. Sie laden sie zum Grillen ein und staunen nicht schlecht, dass auch die drei Väter schon Bekanntschaft geschlossen haben.

So kann der Zusammenhang zwischen Thoes Vater und den Bootstouren geklärt werden, die Linny und Ben voreilig völlig falsch eingeschätzt haben, denn er nutzt lediglich die Delfinlaute für seine Musik und würde die Tiere niemals mit lauten Touristen erschrecken.
Die drei Kinder schwören sich, in ihrer Bucht für immer Freunde zu bleiben und die Delfine stimmen übers Meer hinweg zu.

Lou Peabody zeigt in ihrem Roman der Buchreihe "Linny und die Delfine" mit dem Untertitel "Die geheime Bucht", dass man vorsichtig mit vorschnellen Urteilen sein sollte. Ebenso wichtig für Kinder in diesem Alter sind Zusammenhalt und Freundschaft und damit auch gemeinsame Geheimnisse, wie hier die geheime Bucht und das Treffen und Schwimmen mit Delfinen.

Die Vorstellung, mit Delfinen zu schwimmen, dürfte so ziemlich jedes Kind faszinieren. Da Lou Peabody ihre eigenen Erfahrungen aus der Kindheit einfließen lässt, sind viele Szenen sehr realistisch beschrieben.

Allerdings fehlt in diesem ersten Band oftmals die Auflösung eines begonnenen Nebenstrangs der Geschichte. Es wird zum Beispiel nicht mehr aufgeklärt, wie die Sache mit dem zwielichtigen Mr.Chandler weitergeht - ein Immobilienhai, der alle Anlieger der Bucht zum Verkauf ihrer Häuser drängen will. Ebenso die so spannend begonnene Sache mit dem scheuen Delfin, der eine Narbe auf dem Rücken hat. Jedes Kind wird wissen wollen, was diesem Tier in seinem früheren Leben zugestoßen ist, doch dazu kommt es leider nicht. Da müssen sich die Leser von Linny wohl noch etwas gedulden, bis diese Geheimnisse auch noch gelüftet werden.

Fazit:

Das Kinderbuch "Linny und die Delfine- Die geheime Bucht" entführt seine Leser/innen in eine Welt von einsamen Buchten, Baumhäusern inmitten der unberührten Natur im Einklang mit den dort lebenden Tieren. Ein gefälliges Buch, das wahrscheinlich in erster Linie Mädchen ansprechen wird. Leider findet die Geschichte aber oftmals den Bogen zu Begonnenem nicht zurück. Selbst für den ersten Band einer Buchreihe bleibt so einiges offen, was gerade für Kinder in diesem Alter irgendwie unbefriedigend ist.

Nicole Köchling

 

Linny und die Delfine

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