Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

ein Junge verliert seine beste Freundin durch einen Unfall von einem Tag zum anderen, in der Erinnerung verarbeitet er seinen Schmerz

Bilder

fein gemalte realistische Bilder begleiten die Geschichte

Text

gut verständliche Sprache ohne Pathos und doch gefühlvoll

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Dez 2009

[ab 5 Jahren]

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Otto kann es nicht fassen, nein, er glaubt es einfach nicht. Annie kann nicht tot sein. Gleich gehen sie doch zusammen in die Schule. Wie Otto mit dem Kummer um seine beste Freundin fertig wird, davon erzählt diese eindrucksvolle Geschichte.

Otto und Annie sind dicke Freunde. Sie gehen zusammen in die Schule, verbringen ihre Freizeit gemeinsam und können sich ein Leben ohne einander gar nicht vorstellen. Muss auch nicht sein, denn alles ist wunderbar bis zu dem Moment, wo Ottos Mutter ihren Sohn früh weckt und ihm erzählt, dass Annie durch einen Unfall im Haus zu Tode gekommen ist. Sie ist unglücklich die Treppe hinuntergefallen und gestorben.

Otto glaubt es nicht. Die Tränen der Mutter rühren ihn und doch kann er sich nicht vorstellen, dass Annie nie mehr bei ihm sein wird.
Heute darf er Zuhause bleiben, entscheidet die Mutter. Otto jedoch möchte in die Schule. Zum ersten Mal geht er allein den Weg. Vor dem Schulgebäude wird ihm klar, dass er nicht die Kraft hat, seine Mitschüler zu sehen. Er gibt sich seinen Erinnerungen an Annie hin. Ja, wie war es, als sie gemeinsam den Ring aus dem Automaten gezogen haben und nun darauf hofften, einen zweiten Ring für Otto zu bekommen. Viel Geld hatte der "Klimbim-Automat" verschluckt, bis nach Annies Geburtstag endlich mit dem Oma-Geld der Ring neben vielem anderen Krimskrams in Annies Händen lag. Nun konnten sie heiraten. Heimlich natürlich. Die anderen Kinder würden sich totlachen, wenn sie das wüssten. Immer haben die Mitschüler sich über Otto und Annie lustig gemacht. Doch dann sahen sie die gleichen Ringe an Ottos und Annies Fingern und fanden das einfach nur blöd. Die Eltern und Lehrer waren da ganz anderer Meinung. Ihnen gefiel diese enge Freundschaft zwischen den Kindern.

Otto geht zu allen Orten, an denen er mit Annie zusammen war. Wie oft hat die Mutter an diesem Morgen "Scheiße" gesagt. Auch Otto möchte immer wieder scheiße sagen, um sich besser zu fühlen. Aber es klappt nicht.
Otto erinnnert sich an die Badetage mit Annie und an Gespräche. Wie war es damals als Annies Papa nach langer Krankheit gestorben ist?
Otto hofft, dass alles ein böser Traum ist und Mama gleich kommt und ihn aufweckt.
Zuhause angekommen, weiß er, es ist kein Traum.
Seinen Vater fragt Otto, wie ein Mann heißt, dessen Frau gestorben ist. Er weiß nun, wer er ist: "Ich bin Otto, der Mann von Annie, und ich bin Witwer."

Über Wortbedeutungen und Schreibweisen tastet sich Otto an seine persönliche Situation heran und fragt drei Wochen nach der Beerdigung von Annie seine Lehrerin wie das Namenwort Tod geschrieben wird. Die Lehrerin muss sich abwenden und kann diese Frage erst später beantworten.

Das Kinderbuch "Als Otto das Herz zum ersten Mal brach" erschien posthum. Am Ende heißt es "in memoriam Axel Schulß" und auch für ihn wie für Annie hat die Illustratorin Daniela Bunge eine Blume gezeichnet. Axel Schulß, Münsteraner Allroundtalent für Musik, Kunst und Literatur, starb Anfang des Jahres mit 57 Jahren an Multipler Sklerose.

Der Tod im Kinderbuch ist kein Tabu mehr und trotzdem ist es extrem schwer, für junge Leser über das Unbegreifliche zu schreiben, besonders dann, wenn ein Kind gestorben ist. Axel Schulß hat sehr feinfühlig und ohne falsches Pathos oder religiöse Tröstungsversuche eine zarte Liebesgeschichte erdacht, die zu früh enden musste. Otto verkraftet seinen ersten großen Kummer im Leben überhaupt durch Erinnerungen an wunderbare Momente mit seiner Freundin Annie. Er stellt kaum Fragen, erwartet auch keine Antworten. Zwar kann er mit den Eltern sprechen, die für ihn in dieser schweren Situation da sind und doch, dieses tiefe Gefühl für Annie wird ihn immer an sie binden und darüber muss nicht geredet werden. Stabilität und Geborgenheit geben Otto seine Eltern, die ihn weder bedrängen noch allein lassen.

Daniela Bunges farbige Illustrationen fangen beides ein, das Glück mit Annie und den schweren Schmerz des Jungen, der in einem Bild gekrümmt mit dem Rücken zum Betrachter sitzt und in sich versinken möchte. Die Endgültigkeit des Abschieds wird Otto erst nach und nach bewusst.

Wie das Leben weitergehen kann, wird einfach nur angedeutet. Jetzt sitzt Julchen neben Otto und schaut ihn mit großen Augen an.

Fazit:

Otto verliert Annie und zugleich seine erste große Liebe. Axel Schulß vermag es mit seiner Geschichte zu rühren ohne sentimental zu werden. Eine Gratwanderung, die nicht jedem Autor gelingt.

Karin Hahn

 

Als Otto das Herz zum ersten Mal brach

Als Otto das Herz zum ersten Mal brach

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