Couch-Wertung:

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Idee
Text

Idee

Dariusch, ein sensibler und sehr intelligenter Junge, der endlich den richtigen Platz auf der Welt findet. Doch zunächst drohen ihm und der Wundergeige größte Gefahr. Sehr gelungene Darstellung der Nebencharaktere.

Text

Rusalka Reh findet sehr schöne und treffende Worte, um Stimmungen und Situationen greifbar zu machen. Dies gelingt ihr in einer wunderbar klaren, kindgerechten Sprache.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Dez 2009

Dariusch, ein stiller Junge aus dem Waisenhaus, soll bei einem Schulprojekt ein Praktikum bei dem Geigenbauer Archinola absolvieren. Dort entdeckt er in einer Vitrine eine alte Geige, die ein geheimnisvolles bläuliches Leuchten verströmt. Neugierig geworden, beschliesst Dariusch, der Sache auf den Grund zu gehen und macht dabei eine unglaubliche Entdeckung...

Dariusch versteckt sich jeden Mittag mit seinem kleinen rosafarbenen Radio unter der Bettdecke und lauscht hingebungsvoll klassischer Musik. Hier hat er Ruhe vor seinem bösartigen Zimmergenossen Max. Für Max ist der sensible Dariusch eine "Lahmbacke" und Max lässt keine Gelegenheit aus, um Dariusch zu piesacken und vor versammelter Mannschaft herunterzuputzen. Durch einen Zufall - eigentlich sollte Dariusch bei der Schmuck-Designerin Alice Ponticello sein Dreiwochenprojekt absolvieren - erklärt sich der Geigenbauer Archibald Archinola bereit, den Jungen aufzunehmen. Dariusch ist überglücklich.

Schnell erkennt der Geigenbauer die besondere Geschicklichkeit des bedächtigen Jungen und schließt ihn - nicht zuletzt durch Dariusch´ Begeisterung für klassische Musik - in sein Herz. Das Herz von Dariusch wiederum erobert das Mädchen Mey-Mey im Sturm. Mey-Mey spielt regelmäßig bei Meister Archinola Geige. Ihre Eltern halten nicht viel von der Begeisterung ihrer Tochter für das Geigenspiel: Mey-Mey hat einen steifen Finger. Sie sehen keinen Sinn darin, dass das Mädchen mit dieser "Behinderung" dem Geigenspiel länger Aufmerksamkeit widmet. Also spielt Mey-Mey heimlich - aber wunderschön, wie Dariusch findet.

In der Nachbarschaft siedelt sich ein neuer Arzt an, Dr. Neidhardt. Dessen ehrgeizige Mutter wirft auf ihren Sprössling stets ein wachsames Auge und es wird schnell klar, dass die beiden irgendetwas im Schilde führen.

Als Dariusch allein in der Werkstatt ist, nimmt er aus dem Augenwinkel wahr, dass von einer der alten Geigen ein geheimnisvolles, bläuliches Licht ausgeht. Er findet den Schlüssel zu der Geigen-Vitirine und beschliesst, diese Geige einmal genauer zu untersuchen. Doch dazu hat er kaum Zeit, denn Meister Archinola kehrt zurück. Dariusch darf an der Werkbank mithelfen, ist nervös und verletzt sich. Als er erst später dazu kommt, die Geige eingehender zu betrachten und dabei vorsichtig auf ihren Saiten zupft, entdeckt er das Geheimnis der Geige: Seine Verletzung ist verschwunden! Ein Wunder! Dariusch beschliesst, dieses Phänomen auch an anderen Menschen zu testen und so nimmt er die Geige heimlich mit auf die Straße. Dort hilft er so manchem, der seine plötzliche Genesung kaum fassen kann. Dariusch hat nur noch einen Plan: Er will Mey-Meys steifen Finger heilen, so dass das Mädchen nicht mehr heimlich Geige spielen muss.

Doch Dariusch wird von dem Gaunerpärchen Neidhardt beobachtet. Neidhardts Mutter erkennt sofort, dass dies die Gelegenheit ist, um richtig reich zu werden. Dr. Neidhardt ist nämlich kein Arzt, sondern ein ehemaliger Betreiber einer Geisterbahn, seine Mutter war dort Kartenabreißerin. Die Neidhardts entführen Dariusch und zwingen den Jungen, durch die Geige Wunder zu bewirken, die sich der vermeintliche "Wunderarzt" allesamt selbst zugute hält. Dariusch muss Meister Archinola am Telefon sagen, dass er keine Lust mehr auf das Geigenbauen habe und in das Heim zurückgekehrt sei. Der "Wunderarzt" macht schnell Schlagzeilen: Von Nah und Fern kommen die Menschen herbeigeströmt, um ihr Leiden loszuwerden. Und so kommt es, dass sich am Ende alle Beteiligten in der Praxis des angeblichen Doktors einfinden. Schnell wird klar, dass Dariusch weder beim Geigenauer noch im Kinderheim ist. Die Erwachsenen schalten die Polizei ein. Doch Mey-Mey ist es, die durch die Unachtsamkeit von Neidhardts Mutter auf die richtige Spur gebracht wird...

Mit ihrem fantastischen Krimi für Kinder stellt Rusalka Reh wieder einmal ihre Vielseitigkeit unter Beweis. Der aussergewöhnliche Schauplatz - die Werkstatt eines Geigenbaumeisters- wirkt geheimnisvoll und steht ganz im Bann der klassischen Geigenmusik. So fließt scheinbar ganz nebenbei so manches Detail zur Musik und zum Geigenbau in die Geschichte ein. Die für die Kinderliteratur doch ungewöhnliche Thematik verdient also schon einen ersten, großen Pluspunkt.

Dennoch hat diese Geschichte über die Magie einer alten Geige - und nicht zuletzt über die der Musik - einiges mit ihren bisherigen Veröffentlichungen gemeinsam. Wie beispielsweise in "Mini und die Spioninnen" oder "Das Geheimnis des Wasserritters" sind Kinder, auf der Suche nach der Entschlüsselung eines Geheimnisses, in turbulente Abenteuer verwickelt. Wieder einmal beherrscht Rusalka Reh den Grat zwischen Nervenkitzel und kindgerechter Unterhaltung perfekt. Ihre Helden und Heldinnnen geraten in Gefahr, doch niemals wirkt das Szenario zu bedrückend - schnell löst die Autorin die Situation auf. Anders als bei den erwähnten Titeln ist nun ein Junge der Held der Geschichte. Durch die einfache aber treffend-emotionale Art, wie Rusalka Reh die Perspektive von Dariusch beschreibt, ist es durchaus ein Buch, das sowohl Jungen als auch Mädchen begeistern dürfte.

Rusalka Reh legt stets sehr viel Gewicht auf die Beschreibung ihrer Charaktere und deren Lebensumstände. Dariusch ist wahrlich kein Draufgänger und seine empfindsame Kinderseele zieht sich mit Hilfe der Musik tief in sein Innerstes zurück; es ist das einzige, das ihn glücklich macht. Schnell empfinden die Leser Zuneigung zu diesem tapferen Jungen. Die studierte Heilpädagogin und Kunsttherapeutin, die selbst u. a. in den städtischen Kinderheimen Kölns mit Kindern gearbeitet hat, beschreibt die Atmosphäre von Dariuschs Kinderheim sehr treffend, indem sie dem stillen Dariusch mit den Nebendarstellern, wie dem fiesen Max, dem geduldigen Betreuer Ben, aber auch der liebenswerten kleinen Quenie, die tragischerweise nicht mehr wachsen will, damit ihre Mutter - käme sie eines schönen Tages wieder zurück - sie wiedererkennt, greifbare Charaktere zur Seite stellt. Man spürt, dass die Betreuer den Kindern ihr Möglichstes geben, aber nicht das, was sie am nötigesten brauchen: Ein echtes Zuhause, in dem sie sich geborgen fühlen können.

Der Szenenwechsel in die Werkstatt des Geigenbauers wirkt daher geradezu wohltuend. Hier zeigt Rusalka Reh, was in dem bedächtigen Dariusch steckt und dass seine Langsamkeit keine Schwäche, sondern - für das Handwerk eines Geigenbauers - eine echte Stärke sein kann. Es wird sofort klar, wohin Dariusch gehört. Ohne viele Worte beschreibt Rusalka Reh, wie der etwas eigenbrödlerische Geigenbauer den Jungen mehr und mehr in sein Herz schließt. Denn natürlich ist Meister Archinola gar nicht so gleichgültig, wie er immer vorgibt - in einem Nebenstrang wird erzhält, dass Meister Archinola heimlich in die Schmuckdesignerin Alice Ponticello verliebt ist. Und es wundert daher nicht, dass die Autorin aus diesen und anderen wohldurchdachten "Zutaten" ein wunderschönes Happy-End für alle Beteiligten zaubert.

Fazit:

Rusalka Rehs "Pizzicato oder die Entführung der Wundergeige" ist ein spannender Krimi für Jungen und Mädchen, der sowohl durch seine fantastische Note überzeugt, wie auch durch seine vielen zwischenmenschlichen Töne.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

Pizzicato oder die Entführung der Wundergeige

Pizzicato oder die Entführung der Wundergeige

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