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Das beliebte und auf den ersten Blick eher wenig originell wirkende Thema „Zeitreise“ wird lebendig und anschaulich umgesetzt, die Charaktere wirken meist realitätsgetreu und werden differenziert dargestellt.

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Die Geschichte liest sich spannend und flüssig. Besonders gelungen sind die Teile der Handlung, die in fernen Ländern und in weit zurückliegenden Zeiten spielen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mär 2010

In Bramstock geschehen seltsame Dinge: die Menschen haben im Schlaf oft Albträume und benehmen sich tagsüber seltsam und viele verschwinden einfach ohne jede Spur. So auch der Vater des zwölf-jährigen Jamie Ward. Dieser besitzt jedoch unerklärliche Fähigkeiten, um die Menschen seiner Stadt zu retten....

Zum ersten Mal merkt Jamie im Kunstunterricht, dass er ganz besondere Kräfte hat.
Die Schüler haben die Aufgabe, eine Maske ihrer Wahl zu basten und werden aufgefordert, Gründe zu nennen, wozu Masken dienen. Als Hauptgrund erarbeiten sie, dass sie vor allem dazu dienen, ihren Träger anders zu zeigen, als er in Wirklichkeit ist.

Jamie wählt einen Tiger als Vorlage, weil er dieses Tier bewundert. Als er jedoch die Maske aufzieht, geschieht etwas Seltsames: er begibt sich auf eine unerklärliche Reise durch Zeit und Raum, auch verwandelt sich seine Stimme und er brüllt auf einmal wie ein Tiger: als er die Maske abnimmt, hat er Blut an den Lippen. Ist er wirklich zum Tiger geworden, der in der Steppe ein kleines Tier gerissen hat?

Seine Kunstlehrerin, Miss Lambent, ist Zeugin dieses merkwürdigen Vorfalles geworden, tut aber so, als ob nichts gewesen wäre und bestellt ihn am Samstagmorgen in ihren Maskenladen in einem heruntergekommenen Teil der Stadt.

Dort angekommen, zeigt ihm seine Kunstlehrerin ihr wahres Gesicht: unter einer Maske einer jungen, hübschen Frau steckt in Wirklichkeit eine uralte, verrunzelte und hässliche Greisin. Doch das ist nicht die einzige Überraschung, die Jamie erlebt: er erfährt, dass er zur Rettung seiner Heimatstadt dieser Greisin, einer Art Hexe, die auch "weisse Frau" genannt wird, drei Steine bringen muss, die übernatürliche Kräfte besitzen. Zur Unterstützung hat er nur eine schwarze Katze namens "Jasper", die sich später als nützlicher Ratgeber erweisen soll.

Um diese Steine zu gewinnen begibt er sich mit Hilfe von Masken und eines Zauberspiegels auf drei gefährliche Reisen durch Zeit und Raum, die ihn nacheinander in die Wüste vor hunderten von Jahren, in die Arktis der Wikingerzeit und zu einem weisen Drachen im alten China führen.

Durch seinen Mut und seine Gewitztheit, gelingt es ihm nach haarsträubenden Abenteuern die Steine zu erobern. Bevor er jedoch der "weissen Frau", den dritten und letzten Stein übergeben kann, ist diese von ihrem Widersacher, dem "König der Schatten" entführt worden. Dieser herrscht über die Nacht, und steckt hinter den Albträumen vieler Menschen und deren spurlosem Verschwinden.

Die beiden kämpfen um die Macht über Bramstock, wobei sich herausstellt, dass die Pläne der "weissen Frau" nicht unbedingt Gutes für Bramstock beinhalten. In einem spannenden Finale gelingt es Jamie, beide zu überwinden , seinen Vater zu finden und in seiner Heimatstadt wieder normale Zustände herzustellen.

Das Thema "Zeitreise" ist zwar nicht neu aber immer wieder faszinierend. Hier wird es zudem so "nägelkauend spannend" umgesetzt, dass die Handlung keineswegs abgedroschen wirkt, sondern frisch und lebendig.

Sympathisch wirkt, dass die Hauptfigur des Jamie kein Superheld ist, sondern ein ganz durchschnittlicher Junge, der sich mit seiner älteren Schwester streitet und ungern im Haushalt mithilft, wie es eben typisch für viele zwölfjährige ist. Jamie hat zudem Schwierigkeiten in seiner Klasse einen Platz für sich zu finden Er gilt als Aussenseiter, hat kaum Freunde, ausser seiner Klassenkameradin Jinnie, die zu ihm hält, als er zum Beispiel wegen seiner dunklen Hautfarbe vom Klassentyrannen gehänselt wird. Eben wegen seiner Durchschnittlichkeit bietet Jamie so ein hohes Identifikationspotential und der heranwachsende Leser kann sich leicht in seine Figur hineinversetzen.

Besonders spannend sind die Teile der Handlung, in denen sich Jamie in weit zurückliegende Zeiten und ferne Länder begibt, so etwa zu einem Beduinenstamm des siebzehnten Jahrhunderts, oder ins Zeitalter der alten Wikinger. Mit viel Liebe zu Detail und Lokalkolorit gelingt es der Autorin, dem Leser diese längst vergangenen Zeiten plastisch vor Augen zu stellen. Quasi nebenbei und auf spielerische Weise lernt der Leser etwas über die Lebens- und Denkweise dieser exotisch wirkenden Völker und wird zugleich unterhalten, was für mich ein gutes Kinderbuch ausmacht..

Für Spannung sorgt auch die undurchsichtig wirkende Kunstlehrerin Miss Lambent., die sich im Laufe der Handlung an Stelle der netten, jungen, wohlwollenden Lehrerin als machthungrige, habgierige, uralte Hexe entpuppt. Sie ist zwar Widersacherin des "bösen" "Königs der Schatten", jedoch verkörpert sie nicht das eindeutig Gute, sondern hat ihre eigenen Pläne, die nicht unbedingt zum Wohle der Bevölkerung von Bramstock sind.

Ihre Uneindeutigkeit verleiht dieser zunächst typisch wirkenden Fantasygeschichte mehr Vielschichtigkeit und Tiefe als es für dieses Genre üblich ist, in dem es sonst um den klassischen Widerstreit zwischen Gut und Böse geht.

Wenig glaubwürdig und vielschichtig wirkt jedoch die Figur des bösen "König der Schatten", der in seiner Bösartigkeit seltsam farblos bleibt. Es handelt sich bei dieser Geschichte jedoch um den ersten Band einer Trilogie, sodass dieses Manko vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird. Wenig realistisch wirkt auch, dass heutige Zwölf-jährige, durch Fernsehen und Videospiele sicher an Schlimmeres gewöhnt, vor solch einem Ammenmärchen entsprungen wirkenden "Buhmann" Angst haben und seinen Namen kaum auszusprechen wagen.

Fazit:

"Herr der Masken" ist vielschichtiger als die sonst typische Fantasygeschichte. Geschickt schafft es die Autorin, fremde Völker und ferne Zeiten lebendig werden zu lassen.

Andrea Delumeau

 

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