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Idee
Bilder
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Idee

Die Gelassenheit und der Pragmatismus der Tiere ist schon bewundernswert, zeigen sie dem sorgenvollen Lokführer doch, dass alles kein Problem ist.

Bilder

die Illustrationen von Chris Wormell tun ihr übriges, um dieses kleine Pappbilderbuch perfekt zu machen. In warmen Buntstiftfarben gezeichnet, sind die drei dicken Hauptakteure rundum gelungen.

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Es entsteht ein herrlicher Erzählrythmus, der einfach mitreissend ist. Schön auch die kursiven Einschübe, die das Schnaufen der Lok wiedergeben. Aus dem Englischen von Felix Buchinger

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Apr 2010

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Es war einmal ein kleiner Zug, der war auf dem Weg zur Stadt. Doch an diesem Tag muss er gleich drei sehr große und dicke Tiere mitnehmen: Frau Walross, Herr Bär und Frau Elefant. Und denkt der arme Lokführer jedes Mal, dass sie kaum in den Zug passen - so passen sie doch! Und wäre da nicht eine kleine Biene gewesen, hätten sie vielleicht auch die Einkäufe mitbekommen...

Der Lokführer hat schon am Morgen ein Kribbeln im großen Zeh. Und er ahnt gleich, dass etwas Großes auf ihn zukommt. Wie Recht er hat: Gleich drei dicke Freunde wollen mit seiner Bahn in die Stadt fahren. Der Lokführer hat jedes Mal so seine Zweifel, doch irgendwie gelingt es ihnen, sich in die kleinen Waggons zu quetschen. Doch die Ermahnung des Lokführers, nicht zu viel einzukaufen, schlagen Frau Walross, Herr Bär und Frau Elefant in den Wind. Sie kehren mit Unmengen von Heringen, Honiggläsern und Obst zurück. Der Lokführer ist entsetzt: Wie soll das alles in seinen armen Zug passen? Aber siehe da: Es passt. Ein wenig ungemütlich sieht es ja aus, wie die drei Passagiere ihre Einkäufe gerade noch festhalten können. Es hätte auch gut gehen können - wenn nur nicht eine Biene in den Rüssel von Frau Elefant geflogen wäre!

Mit einem lauten "Haaaaaaa-tschi!" fliegen Fahrgäste, Fische, Melonen, Honiggläser und Bananen samt Zug durch die Luft. Der Lokführer, der ja die ganze Zeit nichts Gutes ahnte, ist sauer. Aber da hat Frau Elefant die Idee, ein Picknick zu machen und Frau Walross, die findet dass das Essen selbst für sie zu viel sei, schlägt vor, die Familien herbeizurufen. Dies tut jeder auch auf seine Art und hast-du-nicht-gesehen, machen sich Elefanten, Bären und Walrosse fröhlich ans Futtern. Als alles aufgegessen ist, kann der Lokführer endlich wieder nach Hause fahren - die Picknick-Gäste aber bleiben dort, wo sie sind. Sie sind einfach zu satt, um auch nur einen Schritt zu gehen.

Der englische Autor und Illustrator Chris Wormell erzählt in seinem Bilderbuch von einer ziemlich turbulenten Zugfahrt, die ihren besonderen Reiz durch ihre kaum mögliche Steigerung bekommt. Den Ausblick, der gleich neugierig macht, legt Chris Wormell bereits textlich, indem er das, was er vorwegnimmt auch gleich darauf bestätigt. Als der Lokführer weiss: "Heute kommt etwas Großes auf mich zu." bestätigt er dies mit "Und so kam es auch." Diesem Muster folgend entsteht ein herrlicher Erzählrythmus, der einfach mitreissend ist. Auch finden sich immer wieder - um die Zugfahrt anzuzeigen - kursive Einschübe, die das Schnaufen der kleinen Lok wiedergeben. Wenn man diesen Teil entsprechend inszeniert, erhöht dies außerdem noch die Spannung für die Kleinen.

Unter dieser schlichten und doch so originellen Geschichte verbirgt sich ein so fröhlicher Unterton, dass die Illustrationen des Autodidakten Chris Wormell, aus dessen Feder auch "Georg und der Drache" stammt, ihr übriges tun, um dieses kleine Pappbilderbuch wirklich perfekt zu machen.

Die kleine Holzeisenbahn, die aussieht als wäre sie aus einem Kinderzimmer entliehen, und ihre dicken Darsteller überzeugen auf ganzer Linie. Der kleine Lokführer wirkt in seiner blauen Uniform, als wäre auch er eine Spielfigur und passt dabei wunderbar auf seine Holzeisenbahn, bestehend aus roter Lok und drei Waggons in blau, rosa und grün. Neben den drei dicken Freunden sehen der Lokführer und seine Bahn ziemlich winzig aus. Und man kann dem kleinen Kerl die Sorge um seinen Zug nicht verdenken. In warmen Buntstiftfarben liebevoll gezeichnet, sehen Elefant, Bär und Walross ihren echten Artgenossen zeimlich ähnlich und wirken doch sehr eigenständig. Sie machen mit ihrem stets zufriedenen Gesichtsausdruck den Eindruck, als wäre alles gar kein Problem. Herrlich, wie sie sich verdutzt nach der Niesexplosion von Frau Elefant umsehen und am Ende allesamt mit ihren dicken, vollgefutterten Bäuchen einschlafen.

Die Originalausgabe dieses schönen Bilderbuches erschien 2000 mit dem Titel "The Animal Train". Die deutsche Erstausgabe erschien bereits 2001 im Sauerländer Verlag und es ist sehr erfreulich, dass der Moritz-Verlag dieses wunderbare Bilderbuch 2010 wieder neu auflegt. Der zeitlose Klassiker zeigt, dass ein richtig gutes Bilderbuch aus vielen kleinen, behutsam eingesetzten Details besteht. Nichts scheint zuviel und nichts zu wenig. Dabei findet es wunderbar die Mitte zwischen Originalität und Bodenständigkeit. Es ist durchweg fröhlich aber niemals albern oder effektheischend. Durch die fast schon absehbare "Katastrophe" bekommt es einen schönen Spannungsbogen, der durch die amüsante Wendung der Geschichte immer wieder aufs Neue begeistert.

Fazit:

"Drei dicke Freunde" zeigen, dass es kein Problem gibt, das man nicht irgendwie lösen kann. Chris Wormell überzeugt mit seinem Bilderbuch über einen sorgenvollen Lokführer und drei zuversichtliche Fahrgäste auf ganzer Linie. Ein Bilderbuchvergnügen, das kaum zu übertreffen ist und das ich jedem - ob klein oder groß - uneingeschränkt empfehlen kann!

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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