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Idee

Sympathische Protagonistin, die es an der strengen Hexenakademie nicht leicht hat. Humorvoll und warmherzig transportiert, liefert Jill Murphy ein durchweg unterhaltsames „Hexenbuch für Anfänger“.

Bilder

humorvolle und zahlreiche Strichzeichnungen von Jill Murphy lockern das Lesevergnügen noch auf.

Text

Aus dem Englischen von Ulla Kösters. Warmherzige, fantasievolle und vor allem leicht eingängige Sprache, die es gerade Leseanfängern leicht macht, mit der Geschichte Schritt zu halten.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jun 2010

[ab 7 Jahren]

Die lausigste Hexe an Frau Grausteins Hexenakademie, Mildred Hoppelt, ist ausnahmsweise mal guter Dinge, als das neue Schuljahr beginnt. Doch dann kommt alles anders - und zwar noch schlimmer, als sie je gedacht hätte.

In Jill Murphys sechste Band über die Abenteuer der berühmten Hexe Mildred beginnt alles so hoffnungsvoll: Mildred hat während der Ferien eine geniale Hausarbeit geschrieben. Sie hat einen Zauberspruch gefunden, der Tiere zum Sprechen bringt. Allerdings funktioniert es nur bei Tieren unter einer Größe von 25 cm, wobei die Wirkung des Zauberspruchs hält nur zwei Wochen anhält. Allzu vertrauensselig erzählt Mildred ihrer sonst so feindselig gesonnenen Mitschülerin Esther Edel von ihrem genialen Einfall und von der Beharrlichkeit, mit der sie ihre Arbeit fertiggestellt hat. Mildred ist sich sicher: Die sonst so ungnädige Lehrerin Frau Harschmann wird zum ersten Mal mit ihr zufrieden sein. Angesichts dieser frohen Aussichten denkt Mildred dann auch nicht länger über ihre ungewöhnliche Begegnung mit Esther in dem Baumwipfel nach. Sie ist nur erfreut darüber, wie nett Esther auf einmal ist; sie hat sogar Mildreds Schulsachen aufgesammelt, die "ausversehen" vom Baum gefallen sind. Und so mancher mag an dieser Stelle schon denken: Ohje, wenn das mal alles gut geht...

In der Schule angekommen, haben die Mädchen auch gleich Kunstunterricht - Mildreds Lieblingsfach. Sie stellt sich beim Töpfern so geschickt an, dass die neue Lehrerin sie vor der ganzen Klasse lobt. Esthers Arbeit hingegen stellt sie als Gegenbeispiel dar und demonstriert so den Mädchen, wie man es nicht machen sollte. Kurzerhand werden Esther und Mildred zusammengesetzt, denn Esther soll von der begabteren Mildred lernen. Doch plötzlich verwandeln sich die Tonwürste, die Mildred so perfekt geformt hat, in lebendige Giftschlangen. Panik bricht aus und am Ende schafft es ausgerechnet Esther, die Klasse mit einem Zauberspruch vor den gefährlichen Tieren zu retten. Frau Harschmann kommt herbeigelaufen und ist keineswegs erfreut. Mildred, die sich keiner Schuld bewusst ist, wird kurzerhand auf ihr Zimmer geschickt. Nach längerem Grübeln und etlichen Tränen ist Mildred sich sicher, dass Esther etwas mit den Schlangen zu tun haben muss: Schließlich wollte Esther sich unbedingt an Mildreds Platz setzen, um deren Arbeit zu betrachten.

Aber Mildred gibt nicht auf. Sie hat ja noch ein "Ass im Ärmel": ihre wunderbare Hausarbeit, mit der sie Frau Harschmann sicherlich wieder besänftigen wird. Doch es kommt, wie es kommen musste: Nicht Mildred trägt die Hausarbeit vor, sondern Esther. In Mildreds Mappe liegen nur Blätter mit hingekritzelten "Smileys". Nun ist guter Rat teuer. Aber auch die sonst so treuen Freundinnen Maude und Edith können mit Mildreds Theorien zu Esthers Intrigen nicht viel anfangen. Zum Glück gibt es aber einen Zeugen für Esthers Missetaten. Durch einen Zufall erfährt Esther davon und lässt jenen Zeugen, bevor er sprechen kann, in einem Loch im höchsten Baum der Akademie verschwinden. Die Rettung in stürmischer Höhe bringt schließlich nicht nur Mildreds echtes Flugtalent an den Tag, sondern wirft beim Lehrpersonal von Grausteins Hexenakademie erhebliche Zweifel über Esthers "Wahrheit" auf...

Bereits mit fünfzehn Jahren begann Jill Murphy an der Geschichte über die etwas ungeschickte, aber überaus sympahtische kleine Hexe, Mildred Hoppelt, zu schreiben. Während ihrer Ausbildung an der Kunstschule illustrierte sie auch ihre Geschichte, fand aber erst zehn Jahre später einen Verlag. Bereits der erste Band wurde ein Erfolg und wurde später in Großbritannien als Kinderserie verfilmt. Auch bei uns ist die Fernsehserie im Kinderkanal unter dem Titel "Eine lausige Hexe" bekannt. 2002 erschien bei Diogenes der erste Band mit dem Titel "Eine lausige Hexe"; weiterhin erschienen 2003 "Eine lausige Hexe zaubert weiter", "Eine lausige Hexe hat viel Pech" und "Eine lausige Hexe fliegt ans Meer"; 2007 kam der fünfte Band mit dem Titel "Eine lausige Hexe löst den Bann" auf den deutschsprachigen Markt.

Jill Murphy, die auch viele andere preisgekrönte Kinderbücher geschrieben und illustriert hat, versetzt ihre jungen Leser mit den "Mildred Hoppelt-Bänden" in eine Welt, die der ihren nicht unähnlich ist und doch so viel aufregender. Dabei bleibt das Maß an Magie - so weit ich das über den mir vorliegenden sechsten Band beurteilen kann - in überschaubaren Grenzen. Jill Murphy baut weder bedrohliche Szenarien auf noch entwirft sie komplexe Parallelwelten. Das braucht sie auch nicht, denn die jungen Hexen an Frau Grausteins Hexenakademie sind ganz normale Mädchen - mit all ihren Sorgen und Nöten, wie sie im Schulalltag eben vorkommen. Dass dabei ein wenig gezaubert und geflogen wird, macht die Sache natürlich umso interessanter. So geht es in dem sechsten Band "Eine lausige Hexe eilt zur Hilfe" um den Diebstahl geistigen Eigentums, um Missgunst und nicht zuletzt um eine ziemlich bösartige Mitschülerin. Dass Mildred einem in ihrer Gutgläubigkeit und in ihrem Unglück einfach nur leid tut, weckt fraglos Empathie; löst aber auch einen ziemlich gelungenen Spannungsbogen aus, der die wohl überwiegend weiblichen Leser mitfiebern lässt. Kann Mildred ihre Unschuld beweisen? Wie kann sie den gemeinen Diebstahl aufdecken? Wird Esther ihre gerechte Strafe bekommen? Dass hier und da noch ziemlich eigenwillige Tiere sprechen, Mildred buchstäblich auf ihr Zimmer gehext wird und sich Katzen als mehr oder weniger flugtauglich erweisen, macht die Sache rund.

Bei allem ist mir aber Jill Murphys warmherzige Erzählweise aufgefallen. Sie schenkt vielen kleinen Details, die der Geschichte Leichtigkeit verleihen, sehr viel Aufmerksamkeit und erschafft damit eine Atmosphäre, die Mädchen ab sieben Jahren einfach gefällt. Ein wenig erinnern mich die freundschaftlichen Bande und die gutgepflegten Feindschaften auch an Enid Blytons berühmte "Hanni und Nanni"-Geschichten am Mädcheninternat "Lindenhof".

Aber auch für diejenigen, die für die Harry Potter-Bände noch ein wenig zu jung sind, ist diese Serie eine gute Vorstufe. Nebenbei bemerkt ist "Die Lausige Hexe" keineswegs durch die berühmten Potter-Bände beeinflusst worden. Denn bereits 1975 erschien der erste Band mit dem englischen Originaltitel "The Worst Witch". Also ist Mildred Hoppelt schon etwas länger auf dem Buchmarkt als ihr berühmter Kollege Harry Potter - und gerade, weil ihr so manche Sache daneben geht, ist sie für ihre Leser/innen so sympathisch.

Zwar als Serie angelegt, muss man nicht die vorherigen Bände der "lausigen Hexe" gelesen haben, um ins Geschehen zu finden. Sehr schnell wird klar, wer auf wessen Seite steht und welcher Lehrerin Mildred lieber aus dem Wegen gehen sollte. Aber einmal auf den Geschmack gekommen, da ich bin mir sicher, müssen sicherlich schnell auch die anderen Bände gelesen werden. Zum Glück gibt es mit den bislang fünf weiteren Bänden ja noch reichlich Lesestoff.

Die zahlreichen, abwechslungsreichen Illustrationen stammen ebenfalls aus der Feder von Jill Murphy. Sie zeigen viele Details und die jeweiligen Stimmungen der Darsteller. Da auf jeder Doppelseite mindestens eine Illustration vertreten ist, lockert dies das Lesevergnügen noch zusätzlich auf - und das ist bei jungen Lesern ab sieben Jahren durchaus von Bedeutung. Neben freigestellten, einfachen Strichzeichnungen finden sich auch einige aufwändig angelegte Illustrationen, die beispielsweise die Rettungsaktion in stürmischer Nacht zeigen. Die engen, fein angelegten Schraffuren sorgen für eine entsprechende Tiefe in den Bildern. Besonders die tierischen Darsteller sind Jill Murphy gut gelungen und unterstützen mit ihrem niedlichen bzw. witzigen Charakter den leichten Unterton der Geschichte.

Fazit:

Jill Murphy entführt ihre Leser in eine Welt, die der ihren nicht unähnlich ist und doch so viel spannender. Federleicht geschrieben, mit allerlei guten Einfällen und sympathischen Protagonisten ausgestattet, ist es es genau das richtige Lesefutter für alle kleinen Hexen und Zauberer, die bis zu den berühmten Fantasy-Serien noch ein wenig (Lese-)Zeit brauchen. Besonders Mädchen werden sich in Mildred Hoppelts zauberhaften Welt pudelwohl fühlen.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

Eine lausige Hexe eilt zur Hilfe

Eine lausige Hexe eilt zur Hilfe

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