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Marla zeigt den Lesern, dass man zu seiner Persönlichkeit stehen kann und auch sollte - und, dass das Leben mehr zu bieten hat, als Medien und Konsum.

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kindgerechte Sprache, die nahe an ihren Leserinnen ist

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jul 2010

Was kann es Besseres für ein Mädchen geben, als Ferien auf dem Bauernhof - wo es gleichaltrige Mädchen, Pferde zum Reiten und jede Menge Tiere gibt? Für Marla ist die Vorstellung, ihre Verwandten auf dem Land zu besuchen, der absolute Albtraum. Dann überschlagen sich aber die Ereignisse, so dass Marla am Ende gar nicht mehr dort weg möchte.

Schon die Hinfahrt ist typisch für "Malheur- Marla", denn sie springt am falschen Bahnhof aus dem Zug, wird mit Eis bekleckert und lernt am Ziel zuerst ihren kleinen Cousin Nikolaus kennen, der fast ausschließlich als Superman herumläuft. Auf dem Hof angekommen, trifft Marla auf eine unüberschaubare Menge wiehernder und quakender Wesen, was bei ihr sonst regelmäßig Panik hervorruft. Aber auf einem Bauernhof wäre das aber wohl fehl am Platze.

Als der Erpel Schnapp es auf Marlas dicken Zeh abgesehen hat, lernt sie auf peinliche Art und Weise den süßen Nachbarjungen Lenny kennen, der aber trotzdem hocherfreut ist.
Dann trifft sie auch endlich die beiden Mädchen der Höfe: Anna und Loretta. Sie verstehen sich auf Anhieb und berichten Marla auch direkt Geschichten über Lenny, aber auch über Einbrüche, die es gegeben hat. Marlas Freundin Tanja, die permanent zum ungünstigsten Zeitpunkt auf dem Handy anruft, ist sich jetzt schon sicher, dass Marla in die Diebstahlserie verwickelt werden wird. Ob sie wohl Recht behält?

Superman Nicki, der Marla auf Schritt und Tritt verfolgt, zeigt ihr schon mal alle "Tatorte". Komischerweise sind sich alle Opfer sicher, dass Vincent der Täter ist; ein verschlossener Junge, dessen Vater arbeitslos ist. Marla, Anna und Loretta halten den geheimnisvollen Jungen ganz sicher für unschuldig, und Marla ist fest entschlossen, das zu beweisen.

Auch Nicki recherchiert auf eigene Faust und Marla muss ihn aus einer verzwickten Lage befreien, skurrilerweise mit Hilfe der Oma ihrer Tante, die im Rollstuhl sitzt und Marla bis zu diesem Zeitpunkt mehr als merkwürdig vorkam.

Als ein paar Tage später alle Erwachsenen zur Landwirtschaftsausstellung fahren, versucht der Einbrecher es doch tatsächlich auf dem Hof. Unglücklicherweise wird er von Marla überrascht, die aber blitzschnell reagiert und ihn mit Hilfe von Lenny, Nicki und sogar dem verdächtigten Vincent sowie - man höre und staune - Oma Wilma, überwältigt. Und zu guter Letzt wollen wir nicht die Mithilfe der gemeingefährlichen, aber hier sehr hilfreichen Ente Schnapp vergessen zu erwähnen.

Nachdem das Abenteuer überstanden und der Dieb festgenommen ist, heißt es auch schon Abschied nehmen. Marla fährt zurück in ihr Düsseldorfer Reihenhaus mit riesigem Zimmer und eigenem Fernseher. Für sie steht aber fest - und das hätte sie nie für möglich gehalten -, dass sie den Trubel auf dem Hof vermissen wird. Und so hat sie sich auch schon für die nächsten Ferien bei ihren Verwandten auf dem Land angemeldet.

Marla ist für den Leser eine faszinierende Persönlichkeit: Sie selbstbewusst, beliebt und es ist mit ihr nie langweilig. Sie selbst allerdings hält sich für "Malheur -Marla", findet sich überhaupt nicht anziehend und möchte sich am liebsten immer zu Hause vor ihrem eigenen Fernseher verkriechen.

Doch Marla lernt auf dem Bauernhof wahre Freundschaft zu schätzen - und der Leser mit ihr. Ihr wird klar, was echter Zusammenhalt bedeutet und dass man gemeinsam eine Menge erreichen kann.

Vanessa Walder zeigt sehr anschaulich, wie wichtig es ist, zu seiner eigenen Persönlichkeit zu stehen - auch dann, wenn etwas mal nicht glatt läuft. Gleichzeitig vermittelt sie den Wert der Toleranz und der gegenseitigen Verantwortung. Marla lernt auf die Menschen zu achten, die sie mag. Selbst dann, wenn es der kleine "Superman- Cousin" ist, der ihr zunächst doch so lästig erscheint.

Sehr schön verankert die Autorin in ihrer kurzweiligen Geschichte, dass das wahre Glück nicht an materiellen Dingen hängt. Wie bei der Mehrzahl der Jugendlichen, spielen Medien und Konsumgüter auch für Marla zunächst eine große Rolle. Marla findet jedoch nach und nach heraus, dass all die schönen Dinge, die man kaufen kann, nicht das Entscheidende sind. Das harmonische Familienleben, der enge Zusammenhalt, das schlichte "Versorgtsein" durch ihre Tante sowie auch die Lebendigkeit der großen Familie werden ihr sehr fehlen. Diesen Gegensatz bringt Vanessa Walder immer wieder ein und zeigt den jungen Leserinnen anschaulich, wo sich das "wahre Leben" abspielt.

Die Missgeschicke, die Marla immer wieder zustoßen, lassen den Leser das eine und andere Mal schmunzeln. Vanessa Walder ist mit ihrer Sprache nahe an ihren Leserinnen und bringt so manches Mal die Dinge wunderbar einfach auf den Punkt. Dies gelingt ihr sowohl in humorvoller als auch in ernsthafter Hinsicht. Sehr einfühlsam beschreibt sie auch das Gefühl des ersten Verliebtseins, da Marla sich gleich in zwei Jungs verguckt.

Die verschiedenen Charaktere der Geschichte sind so angelegt, dass jedes Kind sie aus seiner Klasse oder Clique wiedererkennt. Die Kunst, die hier demonstriert wird, ist aber, jeden so zu akzeptieren, wie er ist - denn jeder bringt andere Stärken und Fähigkeiten ein. Schließlich macht diese Mischung das Zusammenleben erst richtig bunt. Im Kern der Handlung bleiben jedoch Marla und ihre Abenteuer.

Fazit:

"Marlas verflixte Fälle" ist unterhaltsam, witzig und so manches Mal richtig spannend. Zugleich gelingt es Vanessa Walder, die wahren Werte wie Freundschaft und Zusammenhalt ernsthaft und aussagefähig einzubringen. Mädchen ab 10 Jahren werden die Protagonistin mögen und dürfen sich schon jetzt auf weitere Bände mit "Malheur - Marla" freuen.

Nicole Köchling 

 

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