Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Sechs sehr unterschiedliche Tiere treten in einen sportlichen Wettstreit und sorgen damit für kurzweilige und humorvolle Unterhaltung.

Bilder

Die ansprechenden Bilder von Dirk Hennig tragen maßgeblich zur Wirkung der Geschichte bei, transportieren Freude, Trubel, Heiterkeit und erwecken sechs sehr unterschiedliche Charaktere zum Leben.

Text

Gut verständlicher, der Geschichte angemessener Reporterstil, führt Groß und Klein auch an die Nebenschauplätze der Handlung.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Sep 2010

Den Wettkampf zwischen Hase und Igel kennt wohl jeder, aber wer hat schon mal etwas vom Wettkampf zwischen Hase, Elefant, Flamingo, Krokodil, Tiger und Krabbenfresserrobbe gehört? Bei dieser Konstellation verspricht der Wettstreit sehr spannend und unterhaltend zu werden...

"Herzlich willkommen, meine lieben Zuschauerinnen und Zuschauer" begrüßen die Kommentatoren Giraffe und Affe aus dem Stadion heraus die Leser zu Hause an den Büchern. Denn niemand geringeres als gleich sechs hochkarätige Sportler aus sechs Ländern treten zum Wettkampf in den sechs schwierigsten Sportarten der Welt gegeneinander an: Pink Peter, der Flamingo; Marla, die Super-Elefantenkuh; der Vorjahressieger Tim Tiger; der Neuling Henry Hase; Sidney, das Krokodil und Anke, die antarktische Krabbenfresserrobbe. Oberste Regel des sportlichen Zusammentreffens: "Wer beißt, fliegt raus!"

Und los geht es auch schon. Die erste Disziplin - Wegrennen - gewinnt der Neuling Henry Hase gleich haushoch. Doch es geht sofort weiter mit dem Hürdenlauf über Strauße, den Henry Hase knapp hinter Tim Tiger als Zweiter gewinnt. Der Einbein-Dreisprung wird klar von Pink Peter gewonnen, die anderen Teilnehmer haben einfach zu viele Schwierigkeiten mit der technischen Umsetzung. Doch die nächste Chance folgt zugleich im Köttelkugelstoßen. Hier ist Marla in ihrem Element und gewinnt ungeschlagen mit 273 Metern und 73 Zentimetern. Verstecken und Erschrecken ist die nächste Disziplin, vor allem der zweite Teil dieser Sportart ist ganz klar ein Heimspiel für Tim Tiger und Sidney, die die Leistung der anderen Tiere dabei weit hinter sich lassen. Die letzte Sportart, der Superplatsch, ist alles entscheidend, denn Tim Tiger und Henry Hase liegen nach der fünften Disziplin punktgleich auf Platz 1. Todesmutig erklettert Henry Hase die riesige Palme, zögert und... springt! Damit ist Henry Hase das mutigste Kaninchen aller Zeiten, denn den Superplatsch "hat vor ihm noch kein Kaninchen, Hase oder Meerschweinchen gewagt!" Doch währenddessen sind am Beckenrand ungeheuerliche Dinge passiert: Tim Tiger hat Sidney am Schwanz angeknabbert und, als er dafür die gelbe Karte kassieren sollte, auch noch den Schiedsrichter samt Karte gefressen. Dafür gibt es ganz klar Platzverweis, Tim Tiger scheidet aus und die Goldmedaille geht an: Henry Hase!

Die Olympiade ist vorbei, olympische Winterspiele sind auch nicht in Sicht, da bietet "Der Wettkampf der Tiere" von Christian Tielmann eine gute Möglichkeit, der passiven Sportlust beizukommen und dem sportlichen Treiben anderer beizuwohnen. Wenn diese Anderen dann auch noch Tiere der unterschiedlichsten Art sind, verspricht es eine lustige, spannende und kurzweilige Angelegenheit zu werden, bei der ganz nebenbei auch noch vermittelt wird, dass vermeintliche Zwerge sich vor Giganten nicht zu verstecken brauchen.

Ganz so, wie es bei einer richtigen Sportreportage auch der Fall ist, erhält der Leser Infos über die Sportler sowie die neuesten Entwicklungen und Punktstände aus der Reporterperspektive. Und doch ist alles ganz anders, denn der Wettkampf findet zwar in einem Stadion statt, ist ansonsten aber komplett in die Tierwelt verlegt und löst dadurch so manches Schmunzeln aus. Die Reporter sind ein Affe und eine Giraffe, das Publikum unterschiedlichste Tiere und die sechs sehr verschiedenen Teilnehmer tragen Sportanzüge und haben Startnummern; doch anstelle der Laufbahn haben Krokodil und Robbe eine parallel verlaufende Schwimmspur, um z.B. am Weg-"rennen" überhaupt teilnehmen zu können. Als Schiedsrichter sind überall im Stadion unglaublich emsig wirkende Maulwürfe zu finden, die mit großen Brillen, Blöcken und Stiften ausgerüstet Zeiten aufschreiben oder Weiten ausmessen. Und die Sportarten selbst muten doch auch eher ungewöhnlich an und spätestens, wenn sich die Elefantendame Marla beim Verstecken hinter einem winzigen Schild zu verbergen versucht, verzaubert der Charme der Geschichte den Leser.

In Sportreportermanier ist die Sprache wertend, schnell und stakkatoartig, mit Ausrufen und Zwischenbemerkungen versehen. Die Reporter beschreiben nicht nur die Aktivitäten der Sportler, sondern auch Nebenschauplätze oder die Atmosphäre, wodurch der Leser die Stimmung im Stadion fast hautnah miterlebt. Die Sätze sind kurz, die Satzmenge auf jeder Doppelseite variiert zwischen drei Zeilen und einer Viertelseite und ist auch für kleine Kinder gut begreifbar. Der Text beschreibt jedoch nicht einfach nur das Geschehen, sondern verbindet auch noch die Seiten und Sportdisziplinen miteinander, in dem er vom einem zum nächsten überleitet. Diese Erzählbögen wirken leider manchmal etwas bemüht, was teilweise der Kürze des Textes geschuldet ist.

Geschickt legt Tielmann der Geschichte gleich zwei Spannungsbögen zugrunde: der erste ist die Ebene des Wettkampfes, bei der der Leser mit einem neugierigen Kribbeln verfolgt, wer denn nun die Goldmedaille gewinnt. Durch immer wieder unterschiedliche Sieger bleibt diese Frage auch wirklich bis zum Ende offen und wird erst durch die letzte Disziplin entschieden. Die zweite Ebene wird gleich zu Beginn des Buches mit der Regel "Wer beißt, fliegt raus!" eröffnet, denn natürlich will der Leser dann verstärkt wissen, ob Henry Hase den Wettkampf zwischen Krokodil und Tiger unbeschadet übersteht. Dass diese Neugier nur zu gerechtfertigt ist, zeigt sich dann auch auf der letzten Seite, als Tiger Tim sich schließlich nicht mehr beherrschen kann und, zwar nicht Henry Hase, jedoch kurzerhand den Maulwurf verspeist.

Die Illustrationen von Dirk Hennig passen hervorragend zum Text und überzeugen durch ausdrucksstarke Bilder und Detailreichtum. Die Spannung eines Wettkampfes, die Anspannung der Sportler, ist fast durch die Bilder greifbar und wird gut durch Mimik und Gestik der Figuren transportiert: Marlas bemühter Versuch, beim Wegrennen einzuholen, die gierigen Blicke von Tiger und Krokodil, die ängstlichen, aber trotzdem entschlossenen Augen von Henry Hase. Dadurch erhalten die Tiere einen individuellen und ausdrucksstarken Charakter, der ihrem (zugesprochenen) Wesen entspricht und es leicht macht, sich in sie hinein zu versetzen und mit zu fiebern. Zusätzlich unterstreicht die Farbwahl der doppelseitigen Bilder den Trubel, Lärm und Aufregung in einem Stadion: lebendige, kräftige und fröhliche Farben dominieren.

Doch neben diesen angemessenen Illustration der jeweils erzählten Situation hat Dirk Hennig zusätzlich Liebe zum Detail bewiesen: das Krokodil trägt Badehose, die Straußenvögel, die als Hürden dienen und somit auch in den Wasserbahnen stehen müssen, sind mit Schnorcheln ausgestattet, die Teilnehmer des Köttelkugelstoßens stehen jeder vor einem individuellen Toilettenhäuschen, in dem sie vorher ihr Geschäft erledigt haben, sind nur einige illustrative Finessen, die das Buch sehr unterhaltsam machen.

Fazit:

Wenn sechs sehr unterschiedliche Tiere in einen sportlichen Wettkampf gegeneinander antreten, dann verspricht das spannend zu werden mit einer großen Portion Spaß. "Der Wettkampf der Tiere" hält, was er verspricht - ganz klar, ein tierisches Vergnügen!

Claudia Goldammer

 

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