Olive und das Haus der Schatten

Erschienen: September 2010

Couch-Wertung:

89%
Idee
Bilder
Text

Idee

Eine sehr spannende Geschichte über eine alte, verzauberte Villa, in der Katzen sprechen können, Bilder sich bewegen und ein böser Zauberer in der Welt hinter den Rahmen lauert.

Bilder

Die Geschichte lebt in erster Linie von der Phantasie und wird dem Lesealter entsprechend nur von wenigen Illustrationen gestützt. Diese sind schaurig schwarz-weiß, passend zur Buchatmosphäre und unterstreichen die Geschichte an den richtigen Stellen.

Text

Die Geschichte ist sehr mitreißend geschrieben. Es wird nie zu viel über die Geheimnisse des Hauses verraten, so dass eine andauernde Spannung entsteht. Aus dem Englischen übersetzt von Leonard Thamm.

Leser-Wertung

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Sep 2010

Kinderbuch des Monats [09.2010]. Die Katze stand auf und reckte sich. "Nur weil deine Eltern dieses Haus gekauft haben, bedeutet das noch lange nicht, dass ihr hier bleiben werdet", sagte sie. Nicht nur die Tatsache, dass plötzlich eine Katze zu ihr spricht, macht Olive Kopfzerbrechen. Sie spürt, dass mit der alten Villa irgendetwas nicht stimmt. Doch das macht Olive umso neugieriger und obwohl ihr dabei ganz schön mulmig ist, will sie dieses Geheimnis unbedingt aufdecken.

Als die elfjährige Olive Dunwoody mit ihren Eltern in die alte Villa der McMartins zieht, merkt sie gleich, dass irgendetwas mit dem Haus nicht stimmt. Nicht nur die vielen Bilder, die an den Wänden hängen und sich keinen Zentimeter bewegen lassen, erscheinen ihr merkwürdig. Auch die tuschelnden Nachbarn und der gruselige Keller machen sie stutzig. Weil ihre Eltern mit ihrem neuen Job vollauf beschäftigt sind und die Schule noch nicht begonnen hat, hat Olive viel Zeit, das Haus auf eigene Faust zu erkunden. Dabei entdeckt sie viele seltsame alte Dinge und betrachtet die verschiedenen Gemälde genauer. Und tatsächlich hat sie das Gefühl, dass sich in dem einen oder anderen Bild etwas bewegt hätte.

Eines Nachts liegt Olive in ihrem Bett und kann nicht schlafen. Plötzlich stößt eine große Katze mit rötlichem Fell das halb offene Fenster auf und betrachtet sich in dem Spiegel von Olives Schminktischchen. Aus heiterem Himmel fängt die Katze an zu sprechen. Sie heißt Horatio und eröffnet Olive, dass sie und ihre Familie in ihrem neuen Zuhause nicht willkommen seien und, dass das Haus selbst versuchen würde sie loszuwerden. Mit dieser und anderen rätselhaften Äußerungen verschwindet die Katze wieder und lässt Olive mit ihren Gedanken alleine.

In den nächsten Tagen führt Olive die Suche nach Antworten auf die Geheimnisse der alten Villa zu einer alten Kommode über der ein Bild einer jungen Frau hängt. In der Kommode findet sie eine seltsame alte Brille, die sie sogleich aufsetzt. Als sie das Bild der Dame wieder betrachtet, blinzelt diese plötzlich. Vor Schreck rutscht Olive die Brille von der Nase. Sofort begreift Olive, dass es sich hier um eine Zauberbrille handelt, mit der die Gemälde im Haus zum Leben erweckt werden. Aber die Brille vermag noch mehr. Olive kann mit ihrer Hilfe die Bilder sogar betreten. Von Horatio erfährt sie jedoch, dass sie die Brille niemals verlieren darf, weil sie sonst der gemalten Welt nicht mehr entfliehen kann.

In den meisten Bildern herrscht eine düstere Stimmung. Die Bewohner haben allesamt Angst vor einem "bösen Mann". In einem der Gemälde entdeckt sie sogar einen Jungen namens Morton, der von dem mysteriösen Mann eingesperrt wurde und der alleine nicht entkommen kann. Olive trifft noch auf zwei weitere Katzen, Harvey und Leopold, und erfährt von ihnen sowie von den Personen in den Bildern einiges über die Gemälde. Sie erzählen Olive außerdem, dass der Keller des Hauses aus den Grabsteinen der Familie erbaut wurde und dass der ehemalige Besitzer Aldous McMartin, ein böser Zauberer war. Die Geschichte wird immer undurchsichtiger und Olive weiß nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann. Durch ihre Neugierde bringt sie sich selbst in immer größere Gefahren und begeht schließlich einen folgenschweren Fehler...

Jacqueline West schafft es in ihrem Erstlingswerk "Olive und das Haus der Schatten" einen permanenten Spannungsbogen in der Geschichte zu erzeugen. Die seltsamen Vorkommnisse in der alten Villa, in die Olive und ihre Familie gezogen ist, sorgen immer wieder für neue Rätsel und ständig findet Olive weitere Geheimnisse heraus. Doch mit jedem neuen Wissen, dass Olive erhält wird die Geschichte nur noch rätselhafter und verworrener. Die verschiedenen Charaktere in den Bildern und die drei Katzen erzählen Olive nie die ganze Wahrheit oder führen sie gar auf falsche Fährten. Alle Geheimnisse werden bis kurz vor Schluss gerade so weit gelüftet, als dass eine andauernde Spannung für den Leser erhalten bleibt. Dabei kann man sich gut in Olive hineinversetzen, denn der Leser erfährt nie mehr als Olive selbst und kann mit ihr nur mutmaßen, was sich genau hinter der geheimnisvollen Fassade verbergen mag. Wie auch Olive versucht auch der Leser zu beurteilen, wem man vertrauen kann und wem nicht.

Über die emotionale Erzählweise, die sich ganz an Olives Perspektive orientiert, gelingt es der Autorin ihre Leser tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Da ist zum Beispiel das Schicksal von Morton, über das man nur nach und nach etwas erfährt. Er wurde entführt und hat scheinbar schon lange Zeit in den Bildern verbracht. Er wird den Figuren in den Gemälden immer ähnlicher: Er scheint aus Farbe zu sein und hat auch keinen Pulsschlag mehr. Sein sehnlichster Wunsch ist es, wieder nach Hause zu kommen. Doch Olive weiß nicht wie sie ihm helfen soll. Man kann Olives Hilflosigkeit und ihre innere Zerrissenheit Morton gegenüber nachempfinden und fühlt mit ihm und seinem tragischen Schicksal.

Olive selbst wird als sehr vielseitiger Charakter dargestellt. Von ihren Eltern wird sie völlig verkannt, da diese sie als Mathematikprofessoren für geistig minderbemittelt halten, weil sie nicht gut zählen und rechnen kann. Ansonsten ist sie jedoch ungemein clever und deckt nach und nach alle Geheimnisse des Hauses auf. Durch Mut und Hilfsbereitschaft wächst sie jedem schnell ans Herz. Besonders die verschiedenen Gefühle, die sie durchlebt, lassen sie sehr real und menschlich wirken. Sie kämpft mit Zweifeln und Unsicherheit darüber, wem sie vertrauen kann und ob sie weiter in die Geheimnisse der Gemälde und des Hauses eindringen sollte. Diese Zweifel werden jedoch durch ihre unstillbare Neugierde überlagert. Außerdem hat sie mit verschiedenen Ängsten zu kämpfen: Zum einen hat sie große Angst vor der Dunkelheit des gruseligen Kellers, den sie jedoch betreten muss, um mehr über Aldous McMartin zu erfahren. Zum anderen plagt sie die Furcht vor Einsamkeit, denn durch viele Umzüge hat Olive keine Freunde, und diese Angst wird ihr auch im Verlauf der Geschichte fast zum Verhängnis.

Die Story der deutschen Erstausgabe, erschienen beim Rowohlt Taschenbuch Verlag, enthält viele klassische Elemente aus dem Bereich der phantastischen Literatur. Die etwas gruselige, geheimnisumwobene Villa oder die neue Welt, die man durch die Bilderrahmen erreichen kann, üben einen besonderen Reiz aus und wecken beim Leser auf Anhieb Interesse. Zusammengenommen bilden diese Elemente eine neue und kreative Idee, die eine mitreißende und überaus spannende Geschichte entstehen lassen, und Lesern ab 10 schon einigen Nervenkitzel bietet. Laut dem englischen Originaltitel "The Books of Elsewhere, Volume One: The Shadows" darf man auf weitere Geschichten von Olive und der Welt hinter den Bildern gespannt sein.

Fazit:

Mit ihrem Debüt "Olive und das Haus der Schatten" hat Jacqueline West es geschafft, alle Anforderungen, die an ein gutes Buch gestellt werden, zu erfüllen: Eine kreative Geschichte, Spannung, eine charismatische Hauptdarstellerin und ein fesselndes Finale. Ein Muss für jede fantasievolle Leseratte - aber auch für alljene, die der fantastischen Literatur sonst nicht so zugetan sind.

Anna Fleckenstein

 

Olive und das Haus der Schatten

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