Weit weg

Erschienen: April 2005

Couch-Wertung:

86%
Idee
Bilder
Text

Idee

Eine Geschichte, die unter die Haut geht, ein wichtiges Thema wird kindgerecht angegangen. Überzeugende Umsetzung, die emotional fesselt.

Bilder

Illustrationen unterstützen konsequent den Verlauf der Geschichte, schöne Farben, Bonus: die vom Sohn der Illustratorin gemalten „Vignetten“

Text

kindgerechte, von der Hauptfigur „gewählte“ kurze Sätze, sehr echt und emotional treffend formuliert

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Apr 2005

Wenn ein Kind das erste Mal alleine auf eine Reise geht, dann ist Alles anders. ";Weit weg - Ein Ferienerlebnis"; von Paul Friester schildert die verwirrenden Gefühle, die sowohl Mutter als auch Sohn in dieser Situation empfinden.

Daniel darf in den Ferien wieder zu Oma und Opa ans Meer fahren, doch dieses Mal ist alles anders, denn seine Mutter kann ihn nicht begleiten. Und so kann er sich gar nicht richtig freuen und hat sogar ein bisschen Angst davor. Doch die beiden finden eine Lösung, wie sie in Verbindung bleiben können. Auf der Reise zum Urlaubsort schenkt die Mutter ihrem Sohn Papier und Stifte, damit Daniel seiner Mama die schönsten Erlebnisse aufzeichnen kann. Zusätzlich werden sie jeden Abend, obwohl weit voneinander entfernt, gemeinsam den großen Wagen am Sternenhimmel suchen, da liegt dann eine dicke Umarmung von Mama drin. Voller Zuversicht steigt Daniel aus dem Zug und ist unmittelbar verunsichert als seine Mama sich von ihm verabschiedet und ihm nicht folgt. Die sonst so vertraute und schöne Umgebung bei den Großeltern ist anfänglich grau und fremd obwohl die Sonne scheint, denn seine Mama ist ";Weit weg";. Aber Tag für Tag passieren so viele interessante Dinge, dass er ganz schnell lernt seinen Urlaub trotzdem zu genießen. Am Ende hat Daniel, außer einem wunderschönen Bilderbuch, das voll von Erlebnissen ist, ganz viel zu erzählen. Und er hat sogar noch eine Überraschung für seine Mutter: Er hat schwimmen gelernt!

In einfachen und dennoch klaren Sätzen lässt Paul Friester den kleinen Jungen Daniel die Geschichte erzählen und zwar so, dass sie uns unmittelbar berührt. Beim Abschied von Mutter und Sohn fühlt man die enge Bindung und die Geborgenheit zwischen den beiden, aber auch einen kleinen Stich. Und beim Wiedersehen ist auch die Freude Aller übergroß. Die wunderschönen, einfachen Illustrationen von Nathalie Duroussy verlieren sich nicht in Details sondern beschränken sich auf das Wesentliche. Sie unterstützen den Handlungsverlauf perfekt und die Mimik in den Gesichtern unterstützt die gezeichnete Gefühlswelt hervorragend. Die Farbgebung ist anfangs eher dunkel und die Gesichter besorgt, aber während die Stimmung von Daniel immer besser wird, hellen sich auch die Bilder auf und der Ausdruck auf den Gesichtern wird zusehends fröhlicher.

Dass Daniel die Geschichte selbst erzählt, bewirkt dass sich Kinder ernst genommen fühlen.Wunderschön auch die Idee, das von Daniel Erlebte in dem kleinen Bildertagebuch von Nathalie Duroussys Sohn Paul malen zu lassen. Dies ermöglicht es, uns noch tiefer in die kindlichen Vorstellungen von Daniel hineinzuversetzen.

Insgesamt ein starkes Buch, das zeigt, wie eine typische Angstsituation auf liebevolle Weise entkräftet werden kann. ";Weit weg- ein Ferienerlebnis"; ist eines der wenigen Bücher, die lange im Gedächtnis haften bleiben.

Fazit:

";Weit weg! "; - ein wunderbar emotionales Buch mit Gänsehautfaktor über Abschied, Trennung und Wiedersehen, sowie eine kleine Hilfestellung für uns Erwachsene, wie wir mit Geborgenheit und Kleinigkeiten unseren Kindern helfen können, ihre Ängste zu überwinden.

Gabriele Jansen

Weit weg

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