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Die Geschichte über die Rettung von entführten Kindern aus den Klauen einer bösen Zauberin stellt Rose als eine gelungene Hauptfigur dar. Sie meistert ihr Leben realistisch, ist charakterstark und entwickelt sich im Laufe der Handlung.

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Im Allgemeinen verfolgt das Buch einen schönen Schreibstil. Leider findet man auch sprachliche Stolpersteine oder übereilte Schlüsse in der Handlung, die es erschweren, sich von der Geschichte in den Bann ziehen zu lassen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Nov 2010

[ab 9 Jahren]

Rose Leben steht plötzlich Kopf, als sie aus dem Waisenhaus als Dienstmagd in das Haus eines Zauberers geholt wird. Sie hat mit mürrischen und verwöhnten Dienstherren zu kämpfen, lernt die Welt der Zauberei kennen und entdeckt entsetzt, dass auch in ihr verborgene Kräfte schlummern. Außerdem verschwinden aus der Nachbarschaft auch noch auf mysteriöse Weise Kinder...

Nachdem Rose als Baby in einem Fischerkorb eines Londoner Kirchhofes gefunden wird, lebt sie in St. Bridget´s Waisenhaus für Mädchen. An Sonntagen dürfen sich die Kinder die letzten verbliebenen Erinnerungsstücke an ihre Eltern ansehen und träumen davon doch eines Tages von ihnen aus dem Waisenhaus abgeholt zu werden. Rose hat jedoch kein Andenken und wünscht sich für ihre Zukunft eine Anstellung bei der sie selbst Geld verdienen kann.
Eines Tages scheint sich dieser Traum zu erfüllen: Eine gut gekleidete Frau erscheint im Waisenhaus und sucht nach einem Mädchen zwischen 10 und 11 Jahren, das vernünftig und zuverlässig ist, um als Dienstmädchen zu arbeiten. Die Wahl trifft auf Rose und noch am selben Tag kommt sie in das Haus von Mr. Fountain, einem Alchemisten und Zauberer, der am Hof des Königs arbeitet und Gold herstellt. In den nächsten Tagen erfährt Rose einiges über die Welt der Zauberei. Unter anderem ist Zauberei sehr teuer, sodass zum Beispiel ein unzerbrechliches Porzellanservice nur an Hochzeiten verschenkt wird.
Neben den Angestellten leben im Haus noch Isabella, Mr. Fountains verzogene Tochter, Frederik, sein überheblicher Lehrling und Gustavus, sein arroganter Kater. Auch wenn sich Rose langsam einlebt, ist sie der Zaubereisehr skeptisch gegenüber eingestellt. Trotzdem muss sie immer öfter feststellen, dass sie selbst scheinbar auch magisch begabt ist, obwohl sie dies zu verdrängen versucht. Doch Treppen, die sich von alleine zu bewegen scheinen und ein Kater, der in Gedanken mit ihr spricht, lassen sich leider nicht sehr gut ignorieren.
Außer der Zauberei beschäftigt Rose jedoch noch etwas anderes. Sie bemerkt, dass aus der Nachbarschaft immer wieder Kinder spurlos verschwinden. Sie findet heraus, dass eine böse Zauberin die Kinder entführt hat und sich durch das trinken von Kinderblut ewig jung halten will. Gemeinsam mit Frederik und Isabella entwickeln sie einen Plan, um die Kinder zu befreien, der jedoch schief geht und alle drei in große Gefahr bringt.

Rose und das Geheimnis des Alchemisten von Holly Webb schildert eine Welt der Magie, in der Zauberer und Nichtzauberer in einer Gemeinschaft leben. Trotzdem herrscht eine gewisse Spannung zwischen beiden: Diejenigen, die nicht zaubern können, sind der Zauberei sehr skeptisch gegenüber eingestellt, auch weil sie so teuer ist. Dabei zeigt die Autorin sehr deutlich eine Schattenseite der modernen Konsumgesellschaft auf: Zauberei fungiert hier als Statussymbol und treibt einen Keil zwischen arm und reich.

Neben der eigentlichen Haupthandlung spielen die verschiedenen menschlichen Beziehungen in der Geschichte um Rose eine große Rolle. Dabei ist vor allem die zeitliche Einordnung der Handlung maßgebend: Die Geschichte spielt im London des 19. Jahrhunderts und stellt sehr schön die Klassengesellschaft der damaligen Zeit dar. Zum Beispiel dürfen Rose und die anderen Angestellten im Haus den großen Haupteingang nicht benutzen.

Diese Ordnung führt gerade bei den jungen privilegierten im Haus oft zu Übermut und Selbstüberschätzung. Frederik zum Beispiel sieht sich als Lehrling des großen Mr. Fountain als überaus begabt und wichtig an und verdeutlicht Rose ihre mindere Stellung. Nachdem Rose ihn jedoch einmal aus einer brenzligen Situation rettet, steht er in ihrer Schuld und das Verhältnis zwischen beiden verbessert sich zusehends. Die sehr gegensätzlichen Persönlichkeiten der Figuren, deren Beziehungen untereinander und die charakterlichen Veränderungen die sie nach dem Auftauchen von Rose durchlaufen machen den Charme des Buches aus.

Rose selbst ist im Allgemeinen sehr freundlich und hilfsbereit, kann aber manchmal auch sehr dickköpfig sein. Sie sieht ihr Leben sehr realistisch und versucht nicht irgendwelchen Träumen hinterherzuhinken. Nicht nur in dieser Eigenschaft ist sie ein gutes Vorbild für die heranwachsende Leserschaft. Bis zum Schluss bleibt sie eine sehr genügsame Zeitgenossin, die eigentlich nur ein ganz normales Leben führen möchte. Trotz ihres Wunsches nach Normalität, entwickelt sich nach und nach eine gewisse Neugierde für ihre neu entdeckten Kräfte.

Leider ist Rose und das Geheimnis des Alchemisten sprachlich nicht immer ganz rund. Dabei ist zum einen die Wortwahl teilweise etwas holprig. (Dies könnte jedoch auch an der Übersetzung liegen.) Zum anderen unterbricht die Autorin immer wieder kleinere Spannungsbögen in der Geschichte, indem sie Schlussfolgerungen voreilig präsentiert und so die Handlung nicht ganz flüssig wirkt.
Schade ist auch, dass Holly Webb das große Potential an Möglichkeiten das junge Publikum mit fantasiereichen Ideen über Zauberei zum Staunen und Lachen zu bringen, nicht ausreichend nutzt. So erfährt man zum Beispiel überhaupt nichts über die Arbeit von Mr. Fountain beim König oder die Lebensweise von Zauberern. Dem sei jedoch entgegenzustellen, dass "Rose und das Geheimnis des Alchemisten" erst der Auftakt einer Buchreihe über die magisch begabte Rose ist. Vielleicht soll hier nur die Neugierde an der Zauberei geweckt und in weiteren Geschichten gestillt werden. Zwei weitere Bände sind bereits in englischer Sprache erschienen: "Rose and the Lost Princess" sowie "Rose and the Magican's Mask"; "Rose and the silver Ghost" erscheint im kommenden Frühjahr.

Fazit:

Mit ihrem Pilotband Rose und das Geheimnis des Alchemisten führt Holly Webb den Leser in eine Welt über Magie und Zauberei. Die abwechslungsreichen Charaktere und deren Entwicklung im Verlauf der Geschichte lassen über kleinere Unebenheiten in Sprache und Handlung hinwegsehen.

Anna Fleckenstein

 

Rose und das Geheimnis des Alchemisten

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