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Der Schluss dieses humorvollen Abenteuers ist nicht nur spannend, sondern auch sehr überraschend. Luis, der Held der Geschichte lässt sich nicht unterkriegen und „verarbeitet“ seinen Probleme mit jeder Menge Humor und witzigen Randbemerkungen.

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Die s/w Illustrationen von Dagmar Geissler scheinen direkt aus der Feder des Protagonisten zu stammen und zeigen dessen verrückte Einfälle und manchmal schrägen Gedankengänge.

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Die freche Sprache ist ganz auf Augenhöhe mit ihren jungen, männlichen Leser ; die Ausdrücke wie Dumpbacken, Pfannkuchengesicht und Monsterbacke lassen sie sicherlich so manches Mal amüsiert aufhorchen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Dez 2010

Für den achtjährigen Luis ist die Welt in Ordnung. Zusammen mit seinem besten Freund Vincent arbeitet er an einem echt coolen Comic-Film. Alles könnte so schön sein. Bis eines Tages Detlef Weich und Ritchie in seine Klasse kommen und Luis schikanieren wo sie nur können. Und dann hält nicht einmal mehr Vincent zu ihm ...

Nur seine Freundin Cleo hat den Mumm, sich gegen die "Dumpfbacken" aufzulehnen. Sie ist am Ende die Einzige die zu Luis steht, doch dafür kassiert "Luilein" als "Weiberfreund" auch noch jede Menge Spott obendrein. Klar, dass sich ein Junge nicht gerne nachsagen lässt, er sei verliebt und ein "Mädchenversteher" - so kommt das Befreundetsein mit Cleo auch irgendwie nicht mehr in Frage. Cleo ist ziemlich sauer auf Luis und meint, Luis habe so viel Mut wie ein Eichhörnchen. Sie drängt ihn, endlich etwas gegen Detlef und seine dumpfen Begleiter zu unternehmen. Doch zu denen gehört auch Detlefs großer Bruder Oliver - und vor dem hat Luis wirklich Angst.

Alles wäre vielleicht noch erträglich, wenn Vincent zu ihm stehen würde, wenn sie wenigstens an ihrem genialen Comic-Film mit dem außerirdischen Raumschiffkapitän "Käpt´n Spark" und dem Piratenkapätin "Käptn´Shark" weiterarbeiten könnten. Nebenbei hat Luis, der Jüngste Spross der Familie, auch noch so seine Probleme mit seiner großen Schwester Jess, deren Zwillingsbruder Julian dagegen ziemlich O.K. ist. Bei Jess geht es in den stundenlangen Gesprächen mit ihren zahlreichen Freundinnen ständig um das Aussehen und um das Verliebtsein. Das wäre ja immer noch nicht unbedingt Luis Problem, wenn sie für die Gespräche nicht ständig das Telefon blockieren würde, das er so dringend braucht, um Vincent anzurufen. Als dann die Mutter nach Hause kommt und ihn auch noch "Kleiner" nennt, ist für Luis das Maß voll. Schließlich wurde er schon in der Schule bloß gestellt, als die Lehrerin voller Entzücken seine süße Katzengeschichte vorgelesen hatte. Aufgabe war in diesem Aufsatz, jede Menge Adjektive zu verwenden, was naturgemäß jede Menge rosa Näschen und kuscheliges Fell zur Folge hat. Wie peinlich für Luis, der doch eigentlich cool sein möchte.

Zum Glück gibt es noch Käpt´n Shark und Käpt´n Spark, mit denen er über seine fantasievollen Zeichnungen regen Kontakt hält und die ihm nicht selten aus ganzem Herzen beipflichten. Luis unternimmt dann doch einiges, um sich gegen die "Dumpfbacken" zu behaupten, ist aber nur bedingt erfolgreich.

Doch dann wendet sich wirklich das Blatt. Als der Streit zwischen Luis und Vincent eskaliert, kommt es endlich zu der wichtigen Aussprache zwischen den beiden Freunden. Luis erfährt endlich, warum Vincent sich in der vergangen Zeit so merkwürdig verhalten hat. Gemeinsam hecken sie einen Plan aus, der einfach genial ist und sogar die beiden alten Haudegen Spark und Shark zum Staunen bringt. Ausgerechnet der große Bruder von Detlef ist plötzlich ganz klein mit Hut und macht sich am Ende selbst zum Volldeppen.

Dagmar Geisler, bekannt durch ihre erfolgreichen Wanda-Bände, in der ein Mädchen die Hauptrolle spielt, hat nun mit den "Chaos Comics von Luis" eine freche Kinderbuchreihe für Jungen begonnen, in der sie mit viel Humor und Einfühlungsvermögen die Höhen und Tiefen im Alltag eines Achtjährigen schildert. Dabei greift sie ein durchaus ernstes Thema auf und vermittelt es auf leicht bekömmliche Weise, ganz nach Luis´Motto: "Bleibt locker, Leute!"

Luis, den man für seinen kreativen Umgang mit den täglichen Widrigkeiten bewundern muss, versucht sich tapfer durch die Unwägbarkeiten des Alltags zu lavieren. Schon innerhalb der Familie, im Wettstreit mit den beiden älteren Zwillingen, wird Luis klar, dass er seine Geschwister nie einholen wird. Er wird immer der Kleine bleiben. Kein guter Ausgangspunkt also, um sich gegen Detlef Weich, alias "Zorro", und Ritchie behaupten zu können, besonders wenn die ganze Klasse bei den Späßen auf Luis´ Kosten mitgröhlt. Umso beeindruckender ist es, wie Luis aus seiner vermeintlich schwachen Position heraus den Spieß umdrehen kann. Die Kinderbuchautorin und -illustratorin Dagmar Geisler zeigt ihren Lesern, dass es mit Cleverness viel besser geht - ohne sich auf das Niveau der Mobber zu begeben.

Die freche und witzige Erzählung für Jungen ab 8 Jahren ist nicht nur durch die direkte Sprache aus dem Blickwinkel des Protagonisten sehr kurzweilig und unterhaltsam, auch die zahlreichen, abwechslungsreichen Comics innerhalb des Textes sorgen für anhaltenden Lesespaß. Gerade eher leseverdrossene Jungen werden so herausgefordert, dabei zu bleiben. Das wird zum einen durch die klare und große Fibelschrift begünstigt, die es auch Leseanfängern leicht macht das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Aber auch das lebendige Konzept, bei dem die Illustrationen einen wichtigen Bestandteil der Erzählung ausmachen, zeigen jede Menge witzige Details, die neugierig auf mehr machen. Scheinbar aus Luis´ Feder stammend, liefern sie einen ziemlich amüsanten Blick auf das Geschehen. Sie ergänzen den Text und sind inhaltlich relevante Bausteine für den Fortlauf der Geschichte.

Das Happy End ist nicht nur eine Genugtuung für die Leser, sondern auch eine humorvolle Aufmunterung, sich von so dummen Querschlägern nicht unterkriegen zu lassen. Seine Fantasie und seinen Verstand einzusetzen, zu seinen Freunden zu stehen und - locker bleiben: Wer clever ist, wird am Ende einen Weg finden, Mobbern den Spaß gründlich zu vermiesen. So kann Luis umso gestärkter aus der Krise hervorgehen

Und das wird er auch brauchen, denn schon im zweiten Band, der seit Dezember 2010 auch schon erhältlich ist, müssen sich Luis und Vincent in "Wehe, einer lacht! - Neue Chaos-Comics von Luis" wieder gegen Detlef Weich behaupten. Und das ausgerechnet während des großen Trickfilm-Wettbewerbs.

Fazit:

Die "Chaos-Comics von Luis - bleibt locker Leute!" ist ein witziger und unterhaltsamer Auftakt zu einer neuen Buchreihe für Jungs ab acht Jahren. Ganz auf Augenhöhe lässt Dagmar Geisler ihren kreativen Zeichenakrobaten so manche Peinlichkeit überstehen, um am Ende durch seine Cleverness zu punkten: Humorvoller, frecher Lesespaß.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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