Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
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Idee

Klasse Auftakt für neue Buchserie mit Musik. Sehr gelungene, rundherum abgerundete Idee, lebendig und spannend zugleich. Humor, Spannung, Wortwitz- ein riesen Spaß für Augen und Ohren.

Bilder

Die Aquarellbilder sind lebendig, fantasievoll und oftmals comicartig und sprühen vor Ideenreichtum. Viele lustige Details sind zu entdecken.

Text

Der Text ist flott, locker spannend und erzählend mit vielen witzigen Dialogen. Die Jazzmusik ist mal laut und mal leise - sehr beschwingt und lebendig. Ein guter Einstieg in die Jazz-Welt.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2011

Beim terzio-Verlag startet nach der bekannten Ritter Rost-Serie nun eine neue Musical-Reihe für Kinder - ein jazziges "Krimi-Mäusical". Es handelt sich dabei um eine spannende Krimi-Geschichte mit Noten und jazzig-cooler Hörspiel-CD als Zubehör.

Die Pecorinos: eine echt coole Mäusebande,die zu Unrecht zu zwei Jahren Gefängnisstrafe aufgrund eines Käsediebstahls verurteilt ist! Und das bei dem bezeichnenden Namen eines schmackhaften italienischen Hartkäses ...

Zunächst wird jedes Band-Mitglied einzeln vorgestellt. Jede Maus spielt ein unterschiedliches Instrument wie Trompete, Saxophon, Schlagzeug, Klavier und Kontrabass - aber auch äußerlich ist jedes Mitglied schon sehr individuell. Der eine ist ziemlich dick und trägt eine Schmalzlocke, der andere ist wild, und wieder ein anderer eher schlaksig und überaus cool ...

Mit einer cleveren List entlockt der Chef der Pecorinos, genannt Dizzy, dem etwas schusseligen Gefängnisdirektor das Geheimnis um den einzigen Fluchtweg aus dem Mäuseloch. Nach gelungener Flucht erfährt Kommissar K. jedoch davon und begibt sich mit seinem etwas verschlafen wirkenden, aber gewitzten Wachtmeister Henry auf Verfolgungsjagd.

Die Pecorinos wollen nach Liverpool und schleichen sich im Hamburger Hafen auf ein Schiff. Da sie als vermeintliche Schiffsband angesehen werden, lernen sie somit die bezaubernde Mäusesängerin Billie kennen. Ihr erster gemeinsamer Auftritt wird zum Riesenerfolg. Doch auch Kommissar K. ist auf dem Weg nach Liverpool: Durch einen kleinen zerrissenen Zettel im Schloss der ehemaligen Gefängnistür der Pecorinos kam er ihnen auf die Schliche. Und prompt erwischt er die Pecorinos bei ihrem nächsten Auftritt im beliebten und berühmten Cavern Club (in dem schon die Beatles auftraten).

Abermals gelingt ihnen die Flucht und sie ziehen weiter: Erst nach London und dann mit einer Fähre von Dover nach Calais (Frankreich). Kommissar K . entdeckt sie hier auf dem Schiffsdeck, aber der Schlagzeugstock von Danny bringt die Spürnase auf Samtpfoten zu Fall; Kommissar K. geht über Bord. Er muss an Land schwimmen obwohl er das Wasser hasst. Ein gutes hat es aber dennoch: Mit dieser Aktion gelangt er in die internationale Presse als Kater, der es als erster den Ärmelkanal durchschwommen hat. Eine ironische Glückwunschkarte mit einer Briefmarke aus Paris, die ihm die Pecorinos schicken, gibt Kommissar K. den nächsten Hinweis und er macht sich auf den Weg. Aber ob er es schafft, die Mäusebande zu fassen, erfahren wir vielleicht im nächsten Band.

Wem dieses mäusemäßig turbulente Abenteuer noch nicht reicht, kann im Internet über den terzio-Verlag eine Schnitzeljagd quer durch die Welt starten, wobei man einiges wissen muss, um das Versteck der Pecorinos ausfindig zu machen.

Gleich der erste Band der Pecorinos überzeugt auf ganzer Linie. Der Bandname "Die Pecorinos" kann für eine Mäuseband kaum passender sein - und wie auch bei dem Käse, möchte man nach dem ersten Biss gleich mehr.

Ein spannender, leicht zugänglicher Krimi, nach bewährtem Muster, der durch die Vielfalt der Charaktere bestens unterhält. Der flüssige Sprachstil und der stetig ansteigende Spannungsbogen unterhalten Kinder ab sechs Jahren bestens. Und macht sie neugierig auf eine Fortsetzung, da die Pecorinos es noch immer geschafft haben, dem findigen Kater zu entkommen.

Viele Dialoge und auch die Musik lassen die Geschichte lebendig werden. Ein Spaß für Groß und Klein ist garantiert und so mancher erwachsene Derrick-Fan schmunzelt bei den Sätzen des Kommissar K: "Henry, hol` schon mal den Wagen". Aber nicht nur dieser berühmte TV-Kommissar stand hier Pate; es fällt natürlich auf, dass auch die berühmten Beatles ein wenig für Inspiration gesorgt haben, wobei die Musikrichtung der Pecorinos eindeutig in den Jazz-Bereich geht.

Die mal laut und mal leise Jazzmusik geht ins Ohr und lässt den Zuhörer automatisch mitswingen. Man darf gespannt und gleichzeitig erstaunt sein, wie oft Kinder sich diese Lieder anhören und schon nach kürzester Zeit mitsingen können. Dabei eröffnet das Konzept ganz mäuseleicht die musikalische Welt des variantenreichen Jazz. Die abwechslungsreichen Songs - mal rythmisch, mal soulig oder funkig - fügen sich nahtlos in die Geschichte ein. Dabei bestimmt die Mitarbeit professioneller Musiker und Sänger die Qualität dieser kindgerechten musikalischen Umsetzung.

Ebenso professionell unterstützt wird die Geschichte von den flotten und frechen Illustrationen von Doris Eisenburger. Die witzigen, comicartigen Zeichnungen versprühen den Charme eines echten Abenteuers. Einige Bilderabfolgen könnten glatt das Storyboard zu einem Film sein.

In einem Wechselspiel, mal großflächig oder doppelseitig mal in schnellen Szenenwechseln oder auf weissem Hintergrund angelegt, schaffen die Illustrationen viel Abwechslung im Erzählverlauf. Mit klarer Strichführung erzeugen die Aquarellbilder immer die passende Stimmung. So entdeckt man schillernde Bühnenbilder, Hamburger Hafenflair, Bahnhofsatmosphäre, ein London um Mitternacht, oder die Stimmung auf hoher See an Bord der Fähre. Die Mimik der Protagonisten lässt den Betrachter die Geschichte miterleben und bringt ihn an so mancher Stelle zum Schmunzeln. Schatten und Licht deuten darauf hin, um welche Tageszeit es sich bei der jeweiligen Aktion handelt. Ungewöhnliche Perspektiven setzen zudem das Wesentliche ins rechte Licht.

Fazit:

Mit den Pecorinos ist dem Autor- und Komponisten-Team Henk Flemming und Franz-David Baumann, zusammen mit der Illustratorin Doris Eisenburger ein überzeugender erster Band geglückt. Sympathische Charaktere, kriminalistischer Spürsinn, mitreissende Jazz-Musik und die flott-frechen, comicartigen Aquarellbilder überzeugen auf ganzer Linie und lassen eine Fortsetzung sehnlichst erwarten.

Sylke Wilmer-Gruchmann

 

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