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Idee
Bilder
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Idee

Die wenigen Worte, die der große Bär macht, zeigen, dass Liebe und Geduld alles sind, was Kinder brauchen, um zu wachsen. In ihrer Ruhe und mit ihren wunderschönen, kleinen Pointen vermitteln die Geschichten ein rundum positives Gefühl.

Bilder

Die Geschichten vom kleinen Bären zeigen, wie perfekt die Verbindung zwischen Illustration und Text sein kann. Barbar Firths Bären haben so freundliche und liebenswerte Gesichter, dass es eine Freude ist, diese Bilderwelt zu betrachten.

Text

Auf gefühlvolle Weise fängt Martin Waddel in kurzen, treffenden Sätzen ein, was sich zwischen großem und kleinen Bären abspielt und wie gut der große Bär den kleinen versteht.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2011

Ausgezeichnet mit dem Kinderbuch-Couch-Star*. Wer sie noch nicht kennt, die Geschichten vom kleinen Bären, die Martin Waddell in den 1990ern veröffentlicht hat, kann das nun mit dem Sammelband des Annette Betz Verlags nachholen. Seine vier berührenden Geschichten über das liebevolle Miteinander zwischen dem großen und dem kleinen Bären, sind echte Klassiker - dabei sind Barbara Firths einzigartige Illustrationen in diesen warmherzigen Geschichten einfach nicht wegzudenken.

Die Geschichten von den beiden Bären, die tief im Wald in einer gemütlichen Höhle wohnen, beginnen immer gleich: "Es waren einmal zwei Bären. Der große hieß großer Bär und der kleine hieß kleiner Bär." - in Martin Waddells Bilderbuch geht es sehr beschaulich zu. Seine Wiederholungen "sagte der kleine Bär" oder "fragte der große Bär" erzeugen in den kurzen Dialogen einen ruhigen, eingängigen Sprachrythmus. Daneben macht Waddell nur wenige, aber dafür umso schönere Worte. Die Ruhe, die von Martin Waddells Sprache ausgeht, überträgt sich auch auf den Vorleser. Innerlich lehnen sich beide - Vorleser und Zuhörer - schon beim ersten Satz zurück.

Und Zeit nimmt sich auch der große Bär für den kleinen Bären - ganz viel Zeit - auch, wenn er mal so einiges zu erledigen hat oder eigentlich lieber endlich sein Lieblingsbuch zu Ende lesen würde. Zu keinem Moment gibt er dem kleinen Bären das Gefühl, er würde stören und so mancher Seufzer des großen Bären wird bei uns Erwachsenen nur auf allzu großes Verständnis stoßen. Er spielt mit seinem kleinen Racker, obwohl er müde ist und er ist sofort zur Stelle, wenn der kleine Bär in Not ist. Der große lässt dem kleinen Zeit, seine Welt zu entdecken und Abenteuer zu erleben, spielt so manches Spiel mit.

Dabei erzeugt Martin Waddell einen charmanten Erzählverlauf, der in seiner Grundstruktur stets ähnlich ist, aber jedes Mal ganz unterschiedliche Aspekte aus dem kindlichen Alltag aufgreift. Eine wunderschöne und auch humorvolle Geschichte ist "Kannst Du nicht schlafen, kleiner Bär?", die bereits 1988 entstand. Der kleine Bär hat Angst vor der Dunkelheit. Der große Bär bringt ihm eine Laterne. Doch die reicht nicht, denn "die Dunkelheit drumherum" ist immer noch zu groß. Am Ende hat der Bär, der eigentlich so gerne lesen möchte, alle Laternen aufgestellt. Doch der kleine Bär fürchtet sich noch immer. Und weil die Dunkelheit draußen immer noch sehr groß ist, gehen die beiden hinaus und betrachten den Mond und die Sterne. "Ich hab Dir den Mond gebracht und die funkelnden Sterne" sagt da der große Bär. In den Armen des großen Bären schläft der kleine Bär schließlich selig ein.

Wie der kleine Bär da so in den den starken Armen des großen Bären liegt, das bedarf keiner weiteren Worte. Die ausdrucksstarken Strichzeichnungen von Barbara Firth sind in diesen gefühlvollen Geschichten nicht wegzudenken. Ihre beiden zotteligen Bären sagen über ihre Mimik und ihre Körpersprache noch viel mehr; sie erzählen zwischen den Zeilen von ihren Gefühlen. Dabei sind die beiden nicht einfach nur "süß", wie Teddybären, sondern durchaus markant mit ihrem zotteligen Fell, ihrer schwarzen Nase und den großen Tatzen. So authentisch und dennoch so liebenswert, überträgt Barbara Firth so manch humorvollen Unterton in die Gesichter der beiden Protagonisten. Etwa, wenn es dem kleinen Bären in seinem Übermut plötzlich einfällt, von seiner Astschaukel zu springen - direkt in die Arme des großen Bären. Dessen überraschtes Gesicht zeigt, dass er sich ganz schön beeilen musste, um rechtzeitig zur Stelle zu sein. (Der kleine hingegen guckt, als hätte es nie einen Zweifel gegen, dass ihn der große Bär auffängt.) Immer dann, wenn ein Moment sehr intensiv ist, verändert Barbara Firth die Perspektive und geht ganz nahe an die beiden heran, zeigt in den kleinen Augen des großen Bären Besorgnis oder den seligen Ausdruck des Geborgenseins im Lächeln des kleinen Bären. Die Geschichten vom kleinen Bären zeigen, wie perfekt die Verbindung zwischen Illustration und Text sein kann.

Dass Martin Waddell ihnen keinen Namen gegeben hat, macht sie übertragbar auf die Eltern-Kind-Beziehung an sich. Seine puristische Erzählweise lässt viel Raum für die elementaren Gefühle. Der große Bär steht für Güte, Fürsorglichkeit, Verständnis und grenzenlose Geduld (etwas, was wir Eltern uns auch so manches Mal wünschen würden) und der kleine Bär für die kindliche Sprunghaftigkeit und die Neugier. Seine Verletzlichkeit, wenn der kleine Racker in den Fluss fällt oder wenn er sich im Wald vor den komischen Geräuschen fürchtet, weckt unsere Beschützerinstinkte und spiegelt den kleinen Zuhörern ihre Gefühlswelt.

Fazit:

Es ist beeindruckend, wie Martin Waddell und Barabara Firth uns mit so wenigen Worten zeigen, worum es wirklich geht. Die Geschichten vom kleinen Bären erzählen von der Neugier auf die Welt, von dem Gefühl der Einsamkeit, von neuem Selbstbewusstsein und wie man das Beste aus allem macht. Unterstützt vom großen Bären, kann dem kleinen Bären gar nichts passieren. Zeitlos schön sind sie, die Geschichten von Martin Waddell, denn sie vermitteln so viel Gefühl, dass man eigentlich nicht zu alt für dieses Buch werden kann.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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