Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Gelungene und ansprechende Neuerzählung, bei der der rasante Handlungsverlauf dank stilistischer Hilfsmittel gut nachvollziehbar ist.

Bilder

Angenehm zurückhaltende aber stimmige Illustration der Handlung.

Text

Einfache, kindgerechte Sprache mit vielen Vergleichen und Verständnis fördernden Erläuterungen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Jun 2011

[ab 5 Jahren]

Die Vorstellung, mit selbst gebauten Flügeln bis zur Sonne fliegen zu können, hat an Faszination nichts verloren.

Dädalus, ein begabter Handwerker und Baumeister aus Athen, gilt als der größte Erfinder seiner Zeit. Doch zugleich ist er auch als neidischer Mann bekannt und so stößt er seinen Lehrburschen zornig vom Felsen, als dieser mindestens eben so schöne Dinge erfindet wie Dädalus. Daraufhin flieht er auf die Insel Kreta und verdingt sich bei König Minos als Baumeister. Eine seiner Aufgaben besteht darin, ein Labyrinth für den Menschenfresser Minotaurus zu bauen, aus dem dieser nie mehr heraus kommen kann. Und tatsächlich sitzt der Minotaurus nach dessen Erbauung gefangen. Jedoch werden ihm alle neun Jahre junge Männer als Opfer gebracht. Eines Jahres ist Theseus unter den Opfern, in den sich Ariadne, die Tochter von König Minos, unsterblich verliebt. Sie bittet Dädalus um Hilfe und mittels eines Fadens, den er am Eingang des Labyrinths befestigt, kann Theseus dem Labyrinth entkommen (nachdem er vorher den Minotarurs getötet hat) und flieht mit Ariadne. König Minos wird daraufhin sehr böse und verbannt Dädalus und seinen Sohn Ikarus selber in das Labyrinth. Daraufhin sinnt Dädalus über Mittel und Wege zur Flucht nach und baut schließlich aus Federn, Faden und Wachs für sich und seinen Sohn Flügel. Mit diesen entkommen sie ihrer Gefangenschaft. Doch in zu großem Übermut fliegt Ikarus zu nah an die Sonne heran, die daraufhin das Wachs schmilzt und so die Flügel zerstört. Ikarus stürzt aus großer Höhe ins Meer und Dädalus zieht sich als Einsiedler nach Sizilien zurück.

Die Sagen des klassischen Altertums sind ein Stück Weltkulturgut und werden Kindern nicht nur in der Schule sondern auch darüber hinaus immer wieder begegnen. Da sie außerdem wunderschöne Geschichten erzählen, eignen sie sich hervorragend für Kinder jeden Alters, egal ob zum Vorlesen oder zum selber Lesen. Je früher man beginnt, Kinder an diese Literaturgattung heran zu führen, desto geringer werden später ihre Berührungsängste sein und eher als selbstverständlich und (im besten Fall) lieb gewonnen erscheinen.

Die neu erzählte Version von "Dädalus und Ikarus" von Rudolf Herfurtner eignet sich hervorragend, um Kinder in diese Materie einzuführen. Herfurtner versteht es mit wenigen Mitteln, seine Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Der Erzähler begibt sich dabei in die Rolle eines klassischen Geschichtenerzählers, der Kindern etwas erklärt, ihnen Zusammenhänge zwischen einzelnen Handlungsabfolgen erläutert, Schritt für Schritt die Geschichte weiter entwickelt und Rückfragen stellt. Denn auch, wenn die Handlung sehr spannend ist und mit immer neuen Wendungen überrascht, entwickelt sie sich fast stakkatoartig und kann auch durch die vielen und schnell hinter einander eingeführten Namen und Orte zunächst verwirren. Daher hilft der von Herfurtner eingesetzte Erzähler, er arbeitet gemeinsam mit dem Leser wichtige Handlungsschritte auf und trägt so zum besseren Verständnis bei.

Zusätzlich wählt Herfurtner eine einfache, schlichte Sprache und simple Satzkonstruktionen, um die Aufmerksamkeit nicht abzulenken. Die Nacherzählung der Sage ist zwar als Fließtext geschrieben, jedoch sind wenige Sätze immer zu Sinneinheiten zusammengefasst und durch Absätze von einander getrennt. Die Sprache ist für Kinder sehr verständlich, fließt harmonisch und wird noch unterstützt durch die vielen Vergleiche, die Herfurtner wählt, um Teile der Handlung noch verständlicher und besser nachvollziehbar zu gestalten.

Die Illustrationen von Laurence Sartin dienen der Untermalung der Handlung und zeigen in freundlichen Pastell-Farben in Aquarelltechnik die jeweilige Handlungspassage, lassen jedoch immer noch Spielraum für die eigene Phantasie. Dabei variieren die Größen der Bilder von kleinen umspielenden Teilillustrationen bis hin zu Seiten füllenden Bildern, wodurch eine spannungsgeladene, abwechslungsreiche Abfolge entsteht, die das Tempo der Geschichte passend untermalt.

Herfurtner beschränkt sich bei seiner Nacherzählung auf die reine Schilderung der Handlung, ohne diese zu werten oder zu interpretieren. So lässt er auch den Leser mit dem Ende der Sage allein, um ihn seinen weiteren Gedanken zu überlassen und eigene Schlussfolgerungen aus der Geschichte zu ziehen - und sicherlich wird sie kleine Leser noch lange und nachhaltig beschäftigen.

Fazit:

Gelungene moderne Neuerzählung des antiken Klassikers mit einer immer noch aktuellen Moral.

Claudia Goldammer

 

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