Rosi in der Geisterbahn

Erschienen: April 2005

Couch-Wertung:

90%
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Kraftvoll und sanft zugleich besiegt die kleine sympathische Häsin Rosi ihre Angst und so auch ihre Alpträume. Eine Geschichte über Mut mit ironischem Witz und viel Charme erzählt.

Bilder

Illustrationen im Comic-Stil mit vielen Details, sehr abwechslungsreich präsentiert.

Text

Ausgewogener Text mit gelungenem Spannungsbogen.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Apr 2005

Rosi, die kleine liebenswerte Häsin, stellt sich mutig Ihren Ängsten und kann sie ebenso kraftvoll wie sanft besiegen. Philip Waechter verlegt den Schauplatz des Triumphes seiner Titelheldin dann auch ganz passend auf den Rummelplatz - in die Geisterbahn.

Schon das Cover lässt erkennen - Rosi hat´s geschafft: Keck mit aufgestellten ";Löffeln"; sitzt sie auf der Schnauze eines großen, grünen Echsen-Monsters und lächelt uns entgegen.

Doch zu Beginn der Geschichte werden wir zunächst Zeuge eines dramatischen Alptraumes unserer liebenswerten Hauptfigur, die schon seit einiger Zeit keine ruhige Nacht mehr verbringt. In unserer Szene sitzt sie voller Angst vor nachtschwarzer Kulisse in einem Holzboot und schaut in den tiefen Schlund eines Monsters. Am ganzen Leib zitternd wacht Rosi schweißgebadet auf.

Doch diesmal hat Rosi genug und fasst einen Beschluss: Hilfe muss her. So sucht Sie auch gleich einen Traumspezialisten auf, der ihr zur Therapie - wie kann es anders sein - ";ein wunderbares Buch"; verschreibt. Rosi sucht unverzüglich eine Buchhandlung auf, kauft sich das Buch mit dem Titel ";Monster: Alles was man wissen muss"; und beginnt auch sofort mit den darin beschriebenen Übungen.

Nachdem Sie sich gerüstet fühlt, fasst Rosi einen Plan und sucht den Rummelplatz auf, um ihr Gelerntes gleich in der Praxis anzuwenden und den Alpträumen endgültig ein Ende zu bereiten. Am Kassenhäuschen der Geisterbahn kauft sich Rosi ein Ticket, setzt sich in einen Wagen und die Fahrt beginnt…

Durch den tiefen Schlund eines Monsterkopfes führt der Weg in die Geisterbahn und kaum nimmt die Dunkelheit Rosi gefangen, stürzen sich auch schon zahlreiche Schreckgestalten auf die kleine Häsin: Skelette, Dinosaurier, fliegende Ungeheuer… Mit einem beherzten Satz springt Rosi aus dem Wagen, schreit ihre Angst förmlich heraus und den Monstern entgegen. Mit ein paar geschickten Handgriffen setzt sie einige der Monster ausser Gefecht. Für das Größte und Schrecklichste Monster (das grosse grüne Echsen-Monster aus der Alptraum-Szene und vom Titelbild) hat sich Rosi etwas Besonderes einfallen lassen: einen zarten, sanften Kuss auf die Nasenspitze.

Sogleich ergreifen alle Monster die Flucht. Während Rosi daran Gefallen findet ist der Geisterbahnbesitzer verständlicherweise gar nicht glücklich und erteilt Rosi Hausverbot. Doch beim Verlassen der Geisterbahn steht Rosi der Stolz und die Zufriedenheit förmlich ins Gesicht geschrieben.

Erschöpft vom Erlebten treffen wir Rosi am Ende der Geschichte zu Hause an, wo Sie über einem Buch eingeschlafen und wieder im Land der Träume ist. Kein Wunder, dass dieser endlich ganz anders abläuft und ein Lachen kann man sich an dieser Stelle nur schwer verkneifen. Rosi sitzt auf dem großen, grünen Monster und fliegt mit ihm vor idyllischer Inselkulisse über das Meer. Doch damit noch nicht genug des Triumphes. Ähnlich wie die Angel mit der Möhre den Esel antrieben soll, schaut das Monster auf einen kleinen Knochen…

";Rosi in der Geisterbahn"; versprüht von der ersten Seite einen ungeheuren Charme. Die sympathische Leichtigkeit und der fast auf jeder Seite spürbare ironische Unterton von Philip Waechter bereitet sofort ungemeines Vorlesevergnügen.

Wenn auch vor allem die jüngeren Kinder den ironischen Witz nicht gleich erkennen mögen, so wird sie der gelungene Spannungsbogen und natürlich die etwas gruselige Atmosphäre in der Geisterbahn gebannt bei der Geschichte halten. Begeisterung bricht natürlich aus, wenn Rosi mit mutigem Schrei aus dem Wagen und den Monstern entgegenstürmt und sie schließlich besiegen kann.

Rosi können wir sofort ins Herz schliessen, ihre allzu menschlichen Züge machen es einem da wirklich leicht. Nur zu gerne nehmen wir die im Laufe der Geschichte steigende Zuversicht und ihren Optimismus in ihrem Gesicht wahr.

Die treffsicheren Illustrationen im Comic-Stil werden in geschicktem Wechselspiel mal großflächig oder doppelseitig mal in schnellen Szenenwechseln oder auf weissem Hintergrund angelegt und schaffen so viel Abwechslung im Erzählverlauf. Mit klaren Konturen und harmonischer Kolorierung erzeugt Philip Waechter stets die passende Stimmung. Dabei gibt es viele Details zu entdecken. So finden wir sogar den Bären aus seinem Kinderbuch ";Ich";, der eingerahmt das Zimmer von Rosi schmückt.

Fazit:

Diese Geisterbahnfahrt entfesselt voller Witz und Charme wahren Mut. Philipp Waechter zeigt unseren Kindern, dass man sich seinen Ängsten stellen und diese überwinden kann. Mit viel Fingerspitzengefühl für eine ausgewogene Mischung aus Bild und Text setzt er seine Hauptdarstellerin in Szene und macht aus ";Rosi in der Geisterbahn"; ein Kinderbuch, das uns für jedes Seite umblättern augenzwinkernd belohnt.

Stefanie Eckmann-Schmechta

Rosi in der Geisterbahn

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