Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Tommi, ein gewöhnlicher Junge, der ohne Grund zum Außenseiter wird, sehr gute Identifikationsfigur für die Zielgruppe der ab 4-Jährigen

Bilder

farbige Zeichnungen, unterstützen den Text, Illustrationen wirken nicht überladen, spiegeln Tommi’s Gefühle wieder

Text

kindliche Problematik, sehr einfühlsam behandelt,und kindgerecht umgesetzt, guter Leitfaden für Eltern & Erzieher.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Aug 2011

Keiner will Außenseiter sein, ausgegrenzt werden oder Angst haben, in den Kindergarten zu gehen, auch der kleine Tommi nicht. Bereits im Kindergarten ist das leider schon ein allgegenwärtiges Thema. Antje Szillat spricht in ihrem Bilderbuch für Kinder offen an, wo ein normaler Streit aufhört und wo eine systematische Ausgrenzung beginnt.

Tommi geht eigentlich gerne in den Kindergarten, nur seit ein paar Tagen macht es ihm überhaupt keinen Spaß mehr dort hin zu gehen. Der Grund: Johannes. Er ist in seine Gruppe gewechselt - und seitdem ist nichts mehr so, wie es war. "Angsthase, Blödian, Trottel", hat er ihn schon genannt, dabei hat Tommi ihm doch gar nichts getan. Er kann einfach nicht verstehen, warum ihn Johannes nicht mag. Sogar Tommis leckeres Brot hat Johannes einfach in den Müll geworfen. Und beim Turnen hat er Tommi ein Bein gestellt, absichtlich, und alle haben gelacht.

Nun möchte Tommi nicht mehr in den Kindergarten gehen. Er zeigt typische Anzeichen, dass etwas nicht stimmt: morgens braucht er ganz lange um aufzustehen, möchte beim Frühstück nichts essen, da sein Bauch grummelt und als sie im Kindergarten ankommen, möchte er nicht von Mamas Hand weichen. In der Gruppe wird es kein bisschen besser. Seine Freunde, Paul und Lukas, wollen heute allein spielen. Nele und Mia drehen sich schnell weg, als Tommi in den Toberaum kommt. Und dann noch Johannes, dieser kommt angerannt und schubst Tommi einfach beiseite.

Tommi geht es schlecht, so schlecht, dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und zu weinen. Lukas bemerkt, dass sich Tommi schlecht fühlt und geht auf ihn zu. Er weiß wohl, dass Johannes der Grund für Tommis Traurigkeit ist. Lukas will seinem Freund helfen und was ändern. Er macht das einzig Richtige in solch einer Situation, er sucht Rat bei seiner Erzieherin. Die tröstet zuerst Tommi und arrangiert anschließend ein tolles Spiel, das den Kinder zeigt, wie es sich anfühlt, wenn man ausgegrenzt wird. Johannes will unbedingt beginnen, weiß allerdings noch nicht, dass er in diesem Spiel der Außenseiter ist. Die übrigen Kinder sollen sich alle begrüßen, der Außenseiter Johannes muss nun versuchen, wieder in die Gruppe aufgenommen zu werden. Nach vier Minuten wird er erlöst, da ihn kein anderes Kind in die Gruppe aufnehmen will. Als alle Kinder an der Reihe waren, wird über das Erlebte gesprochen. Die Gruppe und auch Johannes wirken verändert, so verändert, dass Johannes anschließend im Garten den Ball aufhebt und ihn Tommi, ohne gemein zu sein, reicht.

"Du gehörst nicht dazu!" ist das Buch für Kinder, Eltern und Erzieher, die mit dem Thema Ausgrenzung konfrontiert sind. Der Text entspricht einer alltäglichen Situation: ein Kind wird von einem Anderen, vermeintlich stärkerem Kind gehänselt, zum Außenseiter gemacht, damit dieser selbst sich daran profilieren kann.

Die Vorgehensweise von Johannes und die damit verbundenen Enttäuschungen bei Tommi, sind sehr einfühlsam erzählt. Eine hohe Empathie zu den Protagonisten kann problemlos hergestellt werden. Die ungute Situation, die Tommi erlebt, spiegelt die kindlichen Gefühle sehr ergreifend wieder. Es wird klar beschrieben, dass Tommi traurig ist, dass er sich seinem Schicksal hilflos und machtlos ausgesetzt sieht.

Auch auf seine Freunde kann er wenig bauen. Diese stehen nicht zu ihm und verleugnen ihn. Somit fühlt er sich ganz allein. Sehr treffend beschreibt Antje Szillat Tommis Empfinden. Durch den prägnanten, aber sehr ausdrucksstarken Text können sich die kleinen Zuhörer und Betrachter sehr gut in dessen Lage versetzten.

Doch es wäre kein empfehlenswertes Buch, wenn nicht eine (Er-) Lösung folgen würde. Lukas, Tommi's Freund, bemerkt, dass sein Verhalten nicht richtig war. Er geht auf Tommi zu und hilft ihm mit der Erzieherin ins Gespräch zu kommen. Diese Verhaltensweise von Lukas ist den Kindern als Vorbildverhalten zu vermitteln. In unserer Gesellschaft, die täglich den sozialen Herausforderungen Stand halten muss, ist es wichtig, benachteiligten Menschen zu helfen. Besonders wenn es die eigenen Freunde sind. Lukas dient hier als Vermittler, er selbst kann nicht helfen, jedoch kann er Hilfe holen. Dies tut er auch indem er sich an eine "ranghöhere" Person wendet. Die Erzieherin ist als Verantwortliche für alle Kinder zuständig und wird zur Problemlösung herangezogen.

Die Vorgehensweise, die sie wählt - ein Spiel das die Kinder sensibilisieren soll - ist sehr passend für diese Altersstufe. Im Spiel machen Kindergartenkinder unzählige Erfahrungen, genauso wie sie nun im "Außenseiterspiel" gemacht werden. Johannes wird als Erster zum Außenseiter und muss gleich zu Beginn erfahren, dass ihm niemand ablösen bzw. dass ihn niemanden in die Gruppe aufnehmen will. Scheinbar ist den anderen Kindern sein Verhalten auch aufgefallen, nur haben sie sich nicht getraut, ihm entgegen zu treten. Nun steht er da, ganz allein und spürt, wie Tommi sich die vergangenen Tage über gefühlt hat. Aber auch die anderen Kinder schlüpfen einmal in die Rolle des Außenseiters; einmal um Johannes nicht ebenfalls in die Außenseiterrolle zu bringen und um ihnen klar zu machen, wie schnell es auch sie treffen könnte.

Dieses Buch ist ein wunderbares Medium für Eltern sowie Erzieher. Es bearbeitet das sensible Thema Mobbing auf feinfühlige und lösungsorientierte Weise. Es ist wichtig, die Kinder von Anfang an zur Empathie zu sensibilisieren und sie stark zu machen, hinzuschauen und Hilfe zu holen, wenn andere benachteiligt werden. Zuletzt wird in der Geschichte noch über das Erlebte gesprochen. Dies ist sehr wichtig, damit die Kinder nicht mit den geballten Eindrücken alleine gelassen werden, sondern im Gespräch ihr Erlebtes mitteilen zu können. Somit ist das Bilderbuch auch eine wunderbare Anleitung für Eltern und Pädagogen.

Die Illustrationen spiegeln Tommis Gefühle und seine Stimmung wieder. Er ist niedergeschlagen gezeichnet, kein freudiger Gesichtsausdruck ist zu erkennen, bis das Problem angesprochen und wohlwollend gelöst wird. Die farbigen Zeichnungen sind realitätsnah gestaltet, sowie mit bekannten Motiven aus dem kindlichen Umfeld versehen. Passend zum Text unterstützen die Zeichnungen die Hauptaussagen und visualisieren sehr treffend Tommi´s Situation.

Fazit:

Tommi zeigt wunderbar, wie man sich fühlt, wenn man zum Außenseiter gemacht wird. Toll ist auch die Lösung der Situation, die sich besonders an die Empathiefähigkeit der Kinder richtet. Sehr empfehlenswert.

Eva Wimmer

 

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