Couch-Wertung:

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Idee
Text

Idee

Spannende Hintergründe und Handlung werden entwickelt, die die Protagonisten sehr gut einbeziehen. Das ist ohne Frage gelungen, daher fällt es nicht so ins Gewicht, dass die Charaktere noch ein wenig flach beschrieben werden.

Text

Übersetzt von Leonard Tamm. Sehr sorgfältig gewählte Sprache, die die Fantasie anregt, aber manchmal auch das Tempo der Geschichte aufgrund ihrer Genauigkeit bremst. Dialoge und die Aktionen wirken sehr lebendig.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Dez 2011

[ab 9 Jahren]

Megan macht eines nachts eine unglaubliche Entdeckung. Vor ihren Augen springt eine Gruppe Affen über die Hausdächer. Doch ihr Bruder Noah will ihr nicht glauben. Megan setzt ihre Nachforschungen im benachbarten Zoo von Clarksville fort. Als sie eines Tages spurlos verschwindet, erhält Noah eigenartige Nachrichten von den Tieren im Zoo...

Ein kleiner blauer Vogel fliegt nachts in Noahs Zimmer und hinterlässt eine rätselhafte Nachricht, die ihn in den Zoo zu einem Affen schickt. Von ihm und anderen Tieren erhält er weitere Botschaften: ausgerissene Seiten aus Megans Tagebuch, in das sie ihre Nachforschungen vermerkt hat. Entschlossen vertraut Noah sich seinen Freunden Ella und Richie an. Sie, Noah und seine Schwester Megan gehören zu den "Action Scouts", die sie gemeinsam ins Leben gerufen haben - und die halten fest zusammen. Mutig und entschlossen machen sie sich im Zoo gemeinsam auf die Suche nach Megans Spuren. Hier lernen sie den Eisbären Blizzard kennen, der plötzlich - außerhalb seines Geheges - vor ihnen steht. Wie auch die anderen Tiere scheint Blizzard nur auf die drei Kinder gewartet zu haben. Als sie eine ganz heiß Spur zu Megan gefunden haben, macht ihnen ein Zoowärter einen Strich durch die Rechnung. Er bedroht sie und jagd sie aus dem Zoo. Doch ein anderer Mitarbeiter des Zoos "Tank", der sie eigentlich hinausbefördern soll, vertraut den Kindern an, dass Megan sich im "Innern" befindet. Er schickt Noah in der Nacht den Geparden, der ihm eine weitere Nachricht überbringt. Er soll zu dem Pinguin Podgy gehen. Um in den Zoo zu gelangen, findet Noah einen eigenartigen Schlüssel, mit dem er alle Türen im Zoo öffnen kann.

Während Noah sich mit den Pinguinen in ein gefährlich-eisiges Abenteuer begibt, finden seine Freunde Ella und Richie zusammen mit den Präriehunden einen Weg in ein eigenartiges Tunnelsystem und schließlich in wilde, weite Landschaften. Hier leben Tiere und Menschen friedlich nebeneinander. Aber nicht nur das scheint den Kindern unfassbar: wie kann es sein, dass in unterirdischen Höhlen so viel Raum - ja sogar der Himmel sein kann?

Obwohl sie getrennte Wege gehen, treffen sich die drei Freunde in der Stadt der Artenvielfalt wieder und werden sogleich von eine Horde Polizeiaffen verfolgt. Es geht in schwindelnde Höhen und nebulöse Tiefen, doch die Tiere - der Eisbär Blizzard, das Nashorn Little Bighorn, der Pinguin Podgy und viele andere - helfen den Kindern. Sie treffen auf Mr. Darby, einem Mann mit weißem Bart und rotem Samtmantel, der ihnen endlich erklärt, was Megan zugestoßen sein könnte. Es gilt, noch eine letzte schwere Aufgabe zu bestehen. Sie müssen in das Dunkle Land, in jene gefährliche Zone, zu dem es seit Jahrzehnten keinen Zugang mehr gibt. Was wird Noah und seinen Freunden dort begegnen, wenn diese Mauern eingerissen werden, werden sie Megan dort wirklich finden?

Bryan Chick, der bereits im Alter von neun Jahren die Idee zu dieser fantasievollen Geschichte hatte, verfasste, zwanzig Jahr später mit "Der Geheime Zoo" eine Trilogie, die ihre Leser überaus einfallsreich und dicht in eine geheime Parallelwelt entführt. Ein wenig erinnert sie an den Klassiker von Jules Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde", nur, dass wir hier keinen Dinosauriern begegnen, sondern Tierarten, die auf unserem Planeten leben und durch den Menschen und seine Lebensweise bedroht sind. Aber auch ausgestorbene Arten neueren Datums tauchen plötzlich wieder auf: Die Dodos. Die geheime Gesellschaft, die dieses unterirdische Wunder erschafft hat, hat sich zum Ziel gesetzt, so viele Tiere wie nur möglich in Sicherheit zu bringen und sie so vor dem Aussterben zu bewahren. Selbst die Yetis, die nun im Dunklen Land eingesperrt sind, weil sie einfach zu gefährlich wurden. Dass die Dodos plötzlich fliegen können, zeigt Bryan Chick zusammen mit dem Phänomen der "Beschenkten" auf, die mit außergewöhnlich weit entwickelter Intelligenz gesegnet sind. Blizzard, der Eisbär, Podgy der Pinguin oder der kleine blaue Vogel Marlo sind einige von ihnen. Sie werden zu engen Freunden und es ist für alle Tierliebhaber eine echte Freude, wenn Bryan Chick im Verlauf der Geschichte beschreibt, wie vertrauensvoll das Verhältnis zwischen den Kindern und den Tieren wird - bis hin zum Eisbärknuddeln und Pinguindrücken. Aber bis es so weit ist, erleben die drei "Action-Scouts" noch eine ganze Reihe gefährlicher Abenteuer.

Hier sind Bryan Chicks Dialoge - besonders zwischen der tatkräftigen Ella und dem belesenen Richie - in ihrer Flapsigkeit ein gutes Gegengewicht. Die Beschreibungen der einzelnen Sektoren, die zur Stadt der Artenvielfalt führen, die Atmosphäre und das Verhalten der Tiere jedoch wirken mit Bedacht gewählt und sind sehr ausführlich, so dass sich die jungen Leser ein gutes Bild von dieser wundersamen Welt machen können. Allerdings bremsen die wohl gewählten, sehr gut ausformulierten und genau beschriebenen Details auch ein wenig das Erzähltempo. Gerne weist er auch wiederholt auf ein Randereignis hin - wie zum Beispiel die ungewöhnlichen Landplätze der Kolibris - was die Geschichte an solchen Punkten etwas langatmig wirken lässt. Alles in allem ist seine Sprache auf einem sehr hohen Niveau und für junge Leserinnen und Leser ab 9 Jahren gut verständlich. Eine Mischung, die gerade für Kinder besonders wertvoll ist, da sie sich über die Vielfältigkeit der Sprache ganz neue Horizonte eröffnen. Auf diese Weise vermag Bryan Chick seine wunderbare Welt zum Leben erwecken und damit auch ein wenig von der Magie einfangen, durch die der Geheime Zoo erst entstehen konnte.

Als der erste Band einer Trilogie, liegt das Hauptaugenmerk naturgemäß darin, die Hintergründe diese Fantasiewelt zu erklären und eine Handlung zu entwickeln, die seine Protagonisten in genau diese Welt zu holen vermag. Das ist Bryan Chick ohne Frage gelungen und daher fällt es meiner Meinung nach auch nicht so sehr ins Gewicht, dass er die Charaktere zunächst noch ein wenig flach beschrieben hat. So darf man sicherlich erwarten, dass er im zweiten Band, der voraussichtlich im Mai 2012 erscheinen wird, diesen Teil der Geschichte noch nachholen wird - schließlich sind die "Action-Scouts" wieder komplett. Mit dem Titel "Der Geheime Zoo. Gefährliche Schatten" knüpft der zweite Roman an einem Punkt an, der bereits zum Ende des ersten Bandes angedeutet wird: "Der Schattige" beobachtet die Kinder weiterhin.

Fazit:

Bryan Chick bereichert mit "Der Geheime Zoo" die fantastische Kinderliteratur mit einem außergewöhnlichen Auftakt zu einer neuen Trilogie. Mit seiner Kreation einer verborgenen Welt, in der Menschen Tiere friedlich miteinander leben, erschafft er die Grundlage für ein fulminantes Abenteuer, an dem nicht nur Tierfreunde ihre helle Freude haben werden.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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