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Idee
Text

Idee

Der isländischen Autorin baut vier verschiedene Charaktere auf. Auch wenn Raggi ein wenig übertreibt, wirken alle sympathisch. Verlangsamter aber am Ende steiler Spannungsbogen mit einer gut durchdachten Kriminalgeschichte.

Text

Der Humor will nicht so recht überzeugen. Dennoch schreibt Yrsa Siguröardóttir sehr lebendig und nahe an ihrer Zielgruppe.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Feb 2012

Durch eine Verwechslung gelangen Lísa und Raggi in ein Förderprojekt für Hochbegabte. Sie dürfen am Ferienkurs des naturwissenschaftlichen Instituts "Biokids" teilnehmen. Ihre Eltern sind außer sich vor Freude - und natürlich unendlich stolz. Doch eigenartige Vorfälle in dem Hightech-Gebäude von Biokids macht besonders Raggi stutzig ...

Es ist der letzte Arbeitstag der Schulsekretärin. Sie wird zu ihrem Abschiedsfest gerufen und steckt schnell noch die Post des Tages in die Umschläge. Dabei vertauscht sie die "blauen Briefe" für Raggi und Lísa mit denen für die hochbegabten Zwillinge ihrer Schule.

Voller Sorge betrachten Raggi und Lísa die Post von der Schule und sind selbst ganz und gar perplex, als sich ihre Eltern tatsächlich freuen, als sie den Umschlag öffnen. Schnell finden Raggi und Lísa heraus, dass es sich hierbei um eine Verwechslung handelt. Zu ihrem Glück sind die hochbegabten Zwillinge überhaupt nicht daran interessiert, die Sache aufzuklären. Viel lieber wollen sie die Ferien in einem Freizeitpark verbringen als im Ferienkurs für Hochbegabte - der zukünftigen Elite Islands.

Schon am ersten Tag im Institut wird klar, dass Lísa und Raggi anders als die ehrgeizigen Mitschüler sind. Besonders Raggi fällt auf eher unangenehme Weise auf, weil er die falschen Fragen stellt. Bestimmte Bereiche sind, so der Leiter von Biokids, Dr. Gudgeir, für die Schüler tabu. Das macht Raggi natürlich nur neugierig. Was mag sich wohl in den anderen Räumen befinden, die durch eine Reihe von Sicherheitsbarrieren geschützt sind? Schnell sind Raggis Instinkte geweckt, denn er findet, dass irgendetwas nicht mit dem feinen Dr. Gudgeir stimmt. Auch Lísa muss ihm da zustimmen. Beide sind nicht das, was man gemeinhin als "hochbegabt" bezeichnet, aber clever genug sind sie dennoch, um zu registrieren, wenn es Ungereimtheiten gibt. Aber zunächst ist es nur ein Gefühl.

Doch dabei soll es nicht bleiben. Raggi und Lísa finden sich zusammen mit der sehr cleveren Magga und dem blinden Arnar zusammen und finden sehr schnell Hinweise, dass mit Dr. Gudgeir tatsächlich irgendetwas nicht stimmt. Sie folgen dem Leiter von Biokids außerhalb der Schule und finden auf ein paar Fetzen Papier, die Raggi aus der Autotür seines Wagens ziehen kann, seltsame Hinweise auf Magga.

Bei ihren weiteren Nachforschungen stoßen sie auf ein weißes Kaninchen, das super intelligent ist und zugleich einen Doppelgänger im Institut hat, das ihm bis aufs Haar gleicht. Da die Kinder sogar Dr. Gudgeir und seinen zwielichtigen amerikanischen Geschäftspartner im Restaurant belauschen, aber immer noch nichts Handfestes herausfinden, beschließen sie, ihre Nachforschungen in dem Institut fortzusetzen. Auf der Suche nach den beiden Kaninchen lösen sie ein unglaubliches Chaos aus, können aber dank der Cleverness von Arnar noch rechtzeitig fliehen.

Nichts, keine ihrer auf abenteuerliche Weise gewonnen Erkenntnisse macht einen Sinn, und sie beschließen, es dabei bewenden zu lassen. Doch Raggi bleibt weiterhin auf der Hut. Er ist sich sicher, dass da etwas ganz und gar nicht stimmt und es irgendetwas mit den Schülern zu tun haben muss, die in das Institut eingeladen wurden. Denn was hat es sonst zu bedeuteten, dass Magga für Fotos hübsch gemacht wird? Wozu soll das dienen?

Als Magga plötzlich spurlos verschwindet, macht auf einmal alles einen Sinn.In einem Wettlauf mit der Zeit - und der Ignoranz der Polizei zum Trotz - setzen die vier Kids alles auf eine Karte, um Magga zu helfen.

Yrsa Siguröardóttirs Karriere als Schriftstellerin begann bereits 1998 als Kinderbuchautorin. Seitdem sind von ihr in Island fünf Kinderbücher erschienen, zuletzt, im Jahr 2003, der vorliegende Krimi für Kinder ab 10 Jahren mit dem Originaltitel "Biobörn". 2005 hatte sie mit "Das letzte Ritual" - ein Kriminalroman für Erwachsene - ihren internationalen Durchbruch. Bei uns also eher durch die "erwachsene Literatur" bekannt, veröffentlicht nun Islands wohl erfolgreichste Krimiautorin mit "Die IQ-Kids - und die geklaute Intelligenz" bei Fischer ihr erstes deutschsprachiges Kinderbuch.

Dabei greift sie ein spannendes Thema auf, das hierzulande viel strikter reglementiert wird, als in dem technisch-wissenschaftlich aufgeschlossenerem Island. Dennoch haben auch hierzulande sicherlich schon viele Kinder vom Klonen und Genmanipulationen gehört. Durchaus intelligent und entsprechend vertrackt bringt die Isländerin ihre vier Helden Raggi, Lísa, Magga und Arnar auf die Spur, wobei ein jeder im Team seine Stärken ausspielen kann - und das ist auch gut so, denn nur so können sie wirklich etwas herauszufinden. Dabei schreckt vor allem Raggi nicht vor gefährlichen Einsätzen zurück, wobei sich Magga mehr als einmal weit weg wünschen möchte.

Auf der "Intelligenzskala" kommt Raggi sicherlich nicht weit; zumeist stellt er sich derart töricht an, dass man es kaum nachvollziehen kann. Gleichzeitig nimmt er mit seinem Mut und seiner Entschlossenheit eine wichtige Rolle ein, ebenso wie Arnar, der perfekt gelernt hat, mit seiner Behinderung umzugehen und seine "Hilfsmittel" aus dem Alltag klug einzusetzen. Cleverness im wirklichen Leben zeigt dagegen Lísa, die schnell Zusammenhänge herstellen und zusammen mit Maggas unglaublichem Allgemeinwissen punkten kann.

Yrsa Siguröardóttir erhielt 2003 sogleich in Island den "Icelandic Children´s Book Award" für ihren Krimi. Die Jury begründete ihre Auszeichnung damit, dass "...all of them are exciting and entertaining tales, bursting with humor an the joy of storytelling", also dass es sich um spannende und überaus humorvolle Geschichten mit viel Erzählfreude handele. Ich kann nicht beurteilen, wie viel von den humorvollen Anteilen eventuell durch die Übersetzung verloren gegangen sind, doch ich kann das Lob nur bedingt nachvollziehen. Die witzigen Anklänge der Geschichte, wie zum Beispiel der "Running-Gag" mit den Bauarbeitern, die in der Nähe der Schule arbeiten, wirken irgendwie bemüht und nur wenig überraschend. Auch die Dialoge sind nicht so locker und authentisch, wie sie es sein müssten, um die Leser zum Spontan-Schmunzeln zu bringen. Hier und da blitzt wohl eine solche Lockerheit durch - dann liest es sich auch sehr flüssig und unterhaltsam - aber gerade zu Anfang will das nicht so recht gelingen.

Was den Spannungsbogen angeht, würde ich das Buch eher Kindern empfehlen, die nicht so sehr Wert auf dauerhafte Action legen, sondern auch gerne mit kombinieren. Denn lange bleiben die Hinweise sehr vage und damit auch, wo die Geschichte hingehen mag. Das ist wohl typisch für den nordischen Krimi: Man muss die Art, unterschwellig Spannung aufzubauen, mögen - das gilt auch für Kinder. Das oberflächlich vertrauenswürdige, die glatte Fassade des zukunftsgewandten Instituts wirkt gerade verdächtig, das herauszustellen gelingt Yrsa Siguröardoóttir allerdings sehr gut. Und auch die Tatsache, wie sie am Ende ihres Romans, die Spannungskurve abrupt nach oben schnellen lässt, reißt die Leser mit. Schließlich brechen die vier Kinder dabei alle Tabus. Verblüffend klug miteinander "vernetzt", können sie selbst aus den manchmal verfahrensten Situationen herausfinden - freilich ausgestattet mit einer gesunden Portion Cleverness, um ihre Chance beim Schopfe zu packen.

Am Ende hat auch ein Kaninchen etwas zu berichten, ob das in dieser Länge notwendig gewesen wäre, sei dahin gestellt. Die Kinder werden es mögen und - soviel sei hier verraten - das versöhnliche Ende nach all der Spannung genießen.

Fazit:

Krimi-Fans die gerne selbst ihren Kopf anstrengen und eine Antenne für unterschwellige Spannung haben, kommen mit "Die IQ-Kids" sicherlich auf ihre Kosten - zumal es zum Ende hin wirklich Schluss ist mit der Ruhe vor dem Sturm. Leider sind nur die humorigen Anteile dieses Krimis etwas bemüht. Kurz: Alles in allem ein überwiegend spannendes Buch, das sich auf einfallsreiche Weise mit einem ziemlich brisanten Thema auseinandersetzt.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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