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Der Brillenbär:„eine Marke für sich“, erobert die Herzen seiner großen und kleinen Leser durch seine liebenswerte Art. Schöne, humorvolle, hintersinnige und abwechslungsreiche Geschichten.

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Sehr stimmungsvollen Illustrationen, klare, warme Farben, Spiel aus Licht und Schatten. Aquarellzeichnungen mit liebenswert-knuddeligen Protagonisten, die den Charme der Geschichten wunderbar transportieren.

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Einfallsreich, sprachlich auf den Punkt findet der Autor immer wieder zum Kern der Geschichte. Die klugen und humorvollen Betrachtungen der liebenswerten Charaktere sind für Kinder und Erwachsene anregend.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Mär 2012

Der Brillenbär wohnt allein in seinem kleinen Häuschen und führt ein beschauliches Leben. Er hört gerne Radio, aber er kann auch lesen und schreiben - was ihm sehr zugute kommt, denn der Brillenbär sammelt für sein Leben gerne Sprichwörter. Leider kommt es häufiger zu Ungenauigkeiten bei der Übertragung auf die vielen kleinen Zettel, die sich auf seinem Tisch stapeln. Daher ist es auch nicht Ungewöhnlich, dass er die anderen Tiere mit den Worten begrüßt: "Ein Apfel kommt selten allein!" Und die denken nur bei sich: "Typisch Bär!"

Na gut, manche Tiere sagen es auch laut, denn so eigenartig wie der Brillenbär, ist kein anderer Wald- und Wiesenbewohner. Dabei kann man auch nicht sagen, dass sein bester Freund, der Löwe, unbedingt in den Lebensraum eines Brillenbären gehört. Doch irgendwie ist es da, wo sie leben, möglich. Dazu kommt Hubert Schirneck aber später, in einer seiner humorvollen und kurzweiligen Episoden aus dem Leben des bärigen Einzelgängers.

Dass der Brillenbär das eigentlich genau richtig findet - das Alleinsein - lässt er uns Leser aus voller Überzeugung wissen. Doch beim Anblick der schönen Brillenbärin gerät er bereits ziemlich ins Grübeln. Die reizende Dame findet der Bär ausgerechnet in der Bärenfalle, aus der ihn erst kürzlich der Löwe befreit hat. Hätte der Bär nicht so furchtbar laut und falsch gesungen, würde er vielleicht immer noch da unten hocken. Daher gibt er der Bärin auch erst einmal den wenig hilfreichen Rat, laut zu singen. Doch mit der Hilfe von Löwe und Löwin holen sie die Bärin schließlich aus der tiefen Grube. Da kommt ausgerechnet der Bärenfänger des Weges, um seine Falle zu kontrollieren. Doch der hat seine Rechnung ohne das Löwenpaar gemacht. Nur so viel sei hier von dem vergnüglichen Spiel der beiden Raubkatzen verraten: Der Bärenfänger wird sich wohl kaum wieder blicken lassen.

Drei Tage bleibt die Brillenbärin bei dem Brillenbären. Und der einstige Einzelgänger ist glücklich. Als die Bärin geht, macht er sich Vorwürfe: Er hätte nicht sagen sollen "Aller Guten Dinge sind drei", dann wäre die Bärin vielleicht noch länger geblieben. Tief betrübt bildet der Bär Wortschlangen, die so lang sind, dass sich selbst das Spinnentier an der Decke wundert. Dann denkt er daran, dass die Bärin versprochen hat, zurück zu kommen. Und das glaubt der Bär.

So macht er sich daran, was er am liebsten tut: Neue Sprichwörter aufschnappen und ihnen auf den Grund gehen. Die Behauptung, dass alle Wege nach Rom führen, lässt den Bären zwar ziemlich in der Gegend herumkommen, aber Rom kennen die anderen Tiere nicht - nur der Zauberer, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. Jedoch findet der Bär bei seiner Suche heraus, dass der Löwe, vom Bären-Zuhause aus betrachtet, ziemlich weit weg wohnt - vom Haus des Löwen aus betrachtet natürlich nicht. Zum Glück gelangen beide zu der Erkenntnis, dass es auch gut ist, dass sie nicht am selben Ort wohnen, sonst könnten sie sich ja nicht besuchen. Das Sprichwort "Man lernt nie aus" hat der Bär schon ganz richtig aufgeschnappt, aber ganz sicher kann das nicht bedeuten, dass der Bär auch lernen kann zu fliegen. Selbst dann, wenn ihm der Amselhahn das Fliegen beibringen will. Im Tausch soll der Bär dem Vogel beibringen, wie man einen Winterschlaf hält - aber das stellt sich als ebenso aussichtsloses Unterfangen heraus.

Der Bär vermisst die Bärin und sitzt immer häufiger auf dem grünen Hügel und blickt in die Richtung, in der sie fortgegangen ist. Dabei schließt er eine kleine gelbe Blume in sein Herz und denkt an die schönen Stunden, als er mit der Bärin über seine Sprichwörter sinniert und den Sternenhimmel betrachtet hat. Nun muss der Bär etwas unternehmen und beauftragt die Brieftaube, seiner Freundin eine Nachricht zu überbringen. Da die wenig charmante Brieftaube kein "Schwertransporter" ist, muss der Bär seinen langen, ausführlichen Brief auf ein paar wenige Worte reduzieren. Doch die sind so klar und vom Herzen kommend, dass der Bär nur hoffen kann...

Dazwischen macht der Bär noch Bekanntschaft mit einem Deckentier, findet einen herrenlosen Koffer mitten im Wald, redet dem Löwen aus, das er König der Tiere sei, und findet den Honigtopf in den Sternbildern.
Der in Weimar lebende Autor Hubert Schirneck ist Lyriker und Erzähler. Er schreibt sowohl für Kinder als auch Erwachsene. Für den Rundfunk schreibt der mehrfach ausgezeichnete Autor regelmäßig Geschichten für Kinder, die von namhaften Schauspielern und Sprechern interpretiert werden.

Das Talent, eine Fortsetzungsgeschichte mit vielen Facetten zu erzählen, beweist Schirneck auch in "Typisch Bär". Hier erzählt er in kurzen, in sich abgeschlossenen Episoden aus dem Leben des liebenswerten Brillenbären und lässt seine Leser an dessen Gedanken und Gefühlen teilhaben. Und die sind so herrlich ausführlich und humorvoll, dass dieses Buch sowohl kleine Zuhörer als auch große Vorleser begeistern wird.

Schirneck spricht seine Leser dabei auf zwei Ebenen an: Da ist zum einen der warmherzige Ton des eigenwilligen Bären, in den Kinder sich sehr gut hineinversetzen können, sowie der humorvolle Unterton, mit dem sich auch Erwachsene angesprochen fühlen dürfen. Dabei ist die kindlich-unverfälschte Art, wie der Bär die Dinge sieht - vor allem wenn dies vom Erzähler noch lakonisch kommentiert wird - manchmal einfach nur zum Schmunzeln. Einfallsreich und sprachlich wunderbar auf den Punkt, schweift Schirneck dabei gerne mal ab, findet aber routiniert wieder zum Kern der Geschichte zurück. Die vielen Sprichwörter, die dem Bären so am Herzen liegen, sind dabei ein ideales Hilfsmittel, um so manche Facetten des Lebens zu beleuchten oder um einfach eine schöne und turbulente Freundschaftsgeschichte zu erzählen. Die manchmal klugen, fast philosophisch wirkenden Gedanken, die Schirneck seinen liebenswerten Charakteren schenkt, sind für Kinder und Erwachsenen gleichermaßen anregend.

Es sind auch die stimmungsvollen Illustrationen von Sonja Bougaeva, die dem Buch seinen unwiderstehlichen Charme verleihen. Die klaren, warmen Farben, das lebendige Spiel aus Licht und Schatten, erzeugen eine so anheimelnde Atmosphäre, dass sich die Leser nur zu gerne in das Buch versenken. Auffällig ist dabei Sonja Bougaevas sicheres Gespür für Farbzusammenstellungen. Häufig ergänzt sie ein kräftiges Rot mit einem zarten Pink, setzt das alles in ein sattgrünes Umfeld oder lässt es in den warmen Farben der untergehenden Sonne strahlen. Ein anderes Mal sieht man auf einer ganzen Doppelseite den wandernden Brillenbären in der Ferne, inmitten des üppig-schattigen Grün des Waldes, in seiner Hand sieht man etwas Blaues aufblitzen: Das Radio. In diese stimmungsvollen Landschaften hinein zeichnet sie ihre liebenswert-knuddeligen Protagonisten, die mit ihrem lebendigen Minenspiel überzeugen.

Sehr hochwertig und einfach schön anzusehen, ist die Großzügigkeit, mit der das Buch gestaltet wurde. Die schönen, warmen Farben am Anfang eines neuen Kapitels füllen ganze Seiten aus. Die linke Seite ist dabei ganz in einer der Farben getaucht, in der auch die Überschrift auf der rechten Buchseite abgebildet ist. Neben den Hauptillustrationen, die mal ganzseitig, mal ausschnittweise oder freigestellt den Text umgeben, befinden sich häufig auch kleinere Details, die zu der Geschichte gehören, sei es ein Paar Mücken, eine Feldmaus mit Blumen oder der rosa Briefumschlag für die Bärin.

Fazit:

"Typisch Bär!" von Hubert Schirneck ist ein in jeder Hinsicht schönes Buch: Die warmherzigen und humorvollen Geschichten über einen Brillenbären, der die Welt auf eine so sympathische Weise betrachtet, machen sowohl Kindern ab sechs Jahren als auch ihren erwachsenen Vorlesern große Freude. Die hochwertige Gestaltung und die ausgesprochen schönen Illustrationen von Sonja Bougaeva tragen dazu bei, dass die liebenswerten, witzigen und manchmal auch klugen Geschichten so charmant dahertapsen - pardon - daherkommen.

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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