Couch-Wertung:

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Idee
Bilder
Text

Idee

Ein Vogel und ein Hund entdecken mit dem Leser zusammen „das Neue“, die abstrakte Malerei und verlieren sich in farbintensiven geometrischen Flächen. Der Einstieg und Aufbau der Erzählung ist jedoch nicht ganz leicht.

Bilder

Der Wandel von der naturalistischen zur abstrakten Malerei ist durch unterschiedliche Farbwahl und Formensprache sehr gut nachvollziehbar.

Text

Der zurückhaltend eingesetzte Text gibt einige wenige Informationen, bleibt jedoch eher fragmentartig.

Leser-Wertung

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Sep 2012

Wer in einer rasanten Reise den Weg von der naturalistischen zur abstrakten Malerei nachverfolgen will, der folge Krawinkel und Eckstein.

Krawinkel ist ein mit einem roten Cape bekleideter Vogel und Eckstein (mit ganzem Namen Lupus Wolfram von Eckstein) sein Hund, Freund und Mitbewohner. Die beiden sind mit dem Maler Spähwinkel unterwegs, der "die neue Zukunft" sucht. Krawinkel ist von diesem Vorhaben nicht so richtig überzeugt und meint, dass die Zukunft doch von selber kommt, wenn man nur wartet. Doch Spähwinkel widerspricht und macht ihm klar, dass er bewusst das Neue sucht, also Dinge, die es jetzt noch nicht gibt. Krawinkel bleibt trotzdem lieber zu Hause. Doch als er dort an all die Dinge denken muss, die er verpasst, geht er Spähwinkel und seinem Hund Foxtrott hinterher. Und schon bald verändert sich alles, Bäume mit Ästen und Blättern weichen abstrakten Gebilden, die nur aus ein paar Strichen bestehen und die endlose weite Landschaft weicht einer lauten, turbulenten, eckigen und farbintensiven Stadt mit vielen verschiedenen U-Bahn-Linien. Dort ist es so voll, dass Krawinkel Eckstein verliert und in seiner größten Not auf Spähwinkel und Foxtrott trifft. Spähwinkel nimmt Eckstein mit nach Hause, um ihm die neue Zukunft zu zeigen und deutet stolz auf ein abstraktes Bild aus Farbflächen. Und als darüber alle verzückt anfangen zu tanzen, ist auch Eckstein wieder da.

Krawinkel und Eckstein sind bekannt aus der "Sendung mit der Maus", wo sie in Animationsfilmen in unregelmäßigen Abständen über Phänomene des Alltags berichten. Seit 2005 erklären sie, zunächst nur in den Niederlanden, später auch in Deutschland, die Welt. Bereits zwei Episoden wurden in Kinderbücher übertragen, nun folgt die neueste Geschichte. Diesmal sind alle auf der Suche, Krawinkel nach Eckstein und der Maler Spähwinkel nach etwas ganz Neuem, nach der Zukunft.

Relativ ungewöhnlich ist die Art und Weise, wo und wie Wouter van Reek die Geschichte beginnen lässt: direkt auf der ersten Seite des Vorsatzes. Er fordert Aufmerksamkeit von Anfang an und startet nicht nur formal unvermittelt, auch inhaltlich gibt es keine Einführung, Erklärung oder Ähnliches. "Spähwinkel sucht die neue Zukunft." ist der erste Satz des Buches und erst nach und nach ergibt sich für den Leser, wer oder was Spähwinkel eigentlich ist. Auch Krawinkel und Eckstein werden nicht vorgestellt, wodurch der Zugang zum Buch für Leserinnen und Leser ohne Vorkenntnisse erschwert wird. Es bleibt einem nichts anders übrig, als den Hauptfiguren aufmerksam durch die Geschichte zu folgen und den Weg von der Landschaftsmalerei zur abstrakten Kunst nachzuverfolgen. Rein zeichnerisch ist dieser Weg sehr gut nachvollziehbar und gut gelungen, die gedeckten Farben weichen grellen Flächen in Primärfarben, naturalistische Strukturen verschwinden und weichen geometrischen Figuren und geraden Linien, die Ruhe der Natur macht hektischem Stadtleben Platz. Die Reminiszenz an Piet Mondrian, einem der Begründer der abstrakten Malerei, ist offensichtlich. Vereinzelt weisen japanisch anmutende rote Stempel-Piktogramme auf die weitere Entwicklung hin, indem sie z.B. einen mäandernden Weg zeigen.

Mit dem Einsatz von Sprache ist der Autor zurückhaltend. Er beschränkt sich tatsächlich auf wenige Sätze und bleibt in seiner Aussage eher fragmentarisch. Dadurch, dass wichtige Erläuterungen fehlen, wird der Zugang zur Geschichte etwas erschwert und die Leser müssen sich Sinnzusammenhänge selbst erschließen. Wouter van Reek überlässt es vor allem den Bildern sowie der Phantasie und der Kreativität des Lesers, die Handlung weiter zu entwickeln und auszubauen. Gleichzeitig symbolisieren diese Textfragmente aber auch das Suchen und das Getrieben-Sein des Malers auf der Suche nach dem Neuem.

Fazit:

Krawinkel und Eckstein wandern mit Sieben-Meilen-Stiefeln von der naturalistischen zur abstrakten Malerei und nehmen den Leser auf eine eindrückliche Entdeckungsreise mit, die das Vorstellungsvermögen des Lesers herausfordert.

Claudia Goldammer

 

Krawinkel und Eckstein - Auf den Spuren von Piet Mondrian

Krawinkel und Eckstein - Auf den Spuren von Piet Mondrian

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