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Idee

Ein sympathischer Elch, der gerne Feuerwehrelch werden will und über sich selbst hinauswachsen kann. Ein Buch, das sehr informativ den Alltag auf der Feuerwehrwache wiedergibt.

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Detailreiche Illustrationen, die kleinen zu entdeckenden Szenen halten immer wieder Überraschungen bereit und schaffen überzeugende Charaktere.

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Sachlich informative Sprache, die lediglich begleitet und harmonisch mit den Illustrationen einhergeht.

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2012

Welcher Junge im Kindergarten- oder Vorschulalter würde nicht gerne Feuerwehrmann werden? Finn, Hauptfigur in Sharon Renttas neu erschienenen Kinderbuch, könnte einer dieser Jungen sein. Ist er aber nicht! Finn ist nämlich ein Elch. Und er will Feuerwehrelch werden.

Bis Finn einmal das große Löschfahrzeug fahren darf, muss er einiges lernen. Gemeinsam mit anderen Feuerwehrtieren wie dem Löwen, der Maus, dem Koala und dem Storch erfährt er, wie mit einem Feuerlöscher richtig umgegangen wird, dass ein Sprungtuch kein Trampolin ist und dass der Feuerwehrschlauch manchmal seinen eigenen Kopf hat. Nach der Grundausbildung darf Finn mit zu ersten Einsätzen ausrücken. Wie kann man in Windeseile die Schutzausrüstung anziehen? Wie gelangt man die Rutschstange unversehrt nach unten? Und wie wird ein Löschschlauch richtig gehalten? Finn erfährt, dass die Feuerwehr nicht nur zu Bränden ausrückt. Auch wenn ein Strauß im Gully klemmt, der Dackel im Abflussrohr festsitzt oder die Kaninchen vom miesen Geruch der Stinktiere bewusstlos werden, sind die mutigen Einsatzkräfte gefragt.

Was machen die Feuerwehrtiere eigentlich, wenn sie nicht im Einsatz sind? Während das Essen auf der Wache miserabel ist, sind die Pausen umso besser. Dann nämlich müssen sich die Tiere fit halten. Manche wuchten Hanteln; Finn spielt gerne Billard. Dann endlich gibt es einen richtigen Alarm und Finn rückt zu seinem ersten Brand aus. Die 249 Kerzen auf Opa Schildkrötes Geburtstagstorte haben ein Feuer entfacht und die Meerschweinchen aus dem oberen Stockwerk müssen gerettet werden. Dank eines genialen Einfalls kann Finn alle vor dem Feuertod retten. Nun ist er ein Held und hat bewiesen, dass er auch ein Löschfahrzeug fahren kann.
"Finn, der Feuerwehrelch" greift kein wirklich neues Thema auf. Der Markt ist gut bestückt mit Bilderbüchern, die knallrote Löschautos und mutige Feuerwehrleute mit glänzenden Uniformknöpfen zeigen. Überraschend anders kommt Renttas Feuerwehr-Buch daher, mit Illustrationen, die in ihrem Detailreichtum kleine Szenen am Rande schaffen. So lässt sich beispielsweise immer wieder eine überaus ordentliche Schildkröte entdecken, die mit Staubtuch und Wischmopp im Geschehen umherwustelt: In Sven-Nordquist-Manier tauchen in den Zeichnungen in aller Regelmäßigkeit neue Nettigkeiten auf, die das Auge fesseln und kleine, humorvolle Szenen innerhalb des ganzen darstellen - zum Beispiel wenn der Dackel mit schlackernden Ohren im Cabriolet durchs Bild rauscht oder die gestresste Frau Fuchs mit Kinderwagen und Einkaufsbeuteln bepackt am Seitenrand nach Hause huscht. Amüsant sind die kleinen Bildgeschichten allemal und lassen junge Betrachter das Buch wieder und wieder aus dem Regal holen.

Sharon Rentta ist eine nach allen Regeln der Kunst ausgebildete Kinderbuch-Illustratorin. Sie konzentriert sich dabei auf Tierwelten, haucht Elch, Löwe und Co. mit gekonnten Strichen Leben ein und verpasst ihnen markante Charaktere. Dass sie damit erfolgreich ist, zeigt auch, dass sie in diesem Jahr bereits für die englische Kinderbuch-Ikone Eva Ibbotson illustrieren durfte.
Auffallend ist ebenfalls der Informationsgehalt des Bilderbuches. Rentta arbeitet, zusätzlich zu einem sachlich-informativen Schreibstil, mit Beschriftungen und benennt damit beispielsweise die einzelnen Elemente der Feuerwehrausrüstung. Dass die Feuerwehr nicht nur aus den Helden vor Ort besteht, sondern auch die Küche und das Büro der Wache besetzt sein müssen, zeigt das Buch sehr anschaulich und geht damit über herkömmliche Feuerwehrbücher hinaus.

Fazit:

Sharon Renttas ist es gelungen, die Feuerwehr nicht nur auf Helden, die große rote Autos fahren und Menschenleben retten, zu reduzieren. Die Hauptfigur stellt jemanden dar, mit dem sich Kinder gut identifizieren können. Dass Finn am Ende als Held gefeiert wird, ist das "happy-end", das sich Kinder in dem Alter wünschen.

Katrin Czerwinka

 

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