5 Hunde im Gepäck

Erschienen: Oktober 2012

Couch-Wertung:

89%
Idee
Bilder
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Idee

Eva Ibbotson versteht es, sich in Kinder einzufühlen und sie ihre eigenen Schlüsse ziehen zu lassen. Schnell schlagen sie sich auf die Seite des Protagonisten und fiebern mit dem zweibeinigen und vierbeinigen Helden mit.

Bilder

Vignetten von Sharon Rentta, kleine Tuschezeichnungen zeigen zum Anfang eines jeden Kapitels Szenen aus dem Leben, der niedlichen Vierbeiner.

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spannend aber auch humorvoll, einfühlsam und hintergründig. Sehr schöne Vermittlung der Gefühle ohne „Gefühlsduselei“, wie die Schilderung der tiefen Zuneigung zwischen Hund und Kind. Aus dem Englischen von Sabine Ludwig

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Kinderbuch Couch

Buch-Rezension von Kinderbuch Couch Okt 2012

[ab 9 Jahren]

Henry, der von seinen reichen Eltern alles bekommt, was man mit Geld kaufen kann, wünscht sich nichts sehnlicher als einen eigenen Hund. Doch der könnte ja jede Menge Dreck in das Haus bringen; die Eltern sind auf jeden Fall dagegen. Weil Henry aber an seinem 10. Geburtstag sich über keines der teuren Geschenke freuen kann, entscheidet der Vater, dass Henry einen Hund zum Schein bekommen soll. Einen Leihhund. Henry, so denkt der Vater, wird den Hund nach dem Wochenende sicherlich wieder leid sein. Wenn er sich da mal nicht irrt....

Fünf Hunde im Gepäck ist das letzte Kinderbuch der erfolgreichen Autorin, die uns so viele schöne Kinderbücher beschert hat. In "5 Hund im Gepäck" - im englischen Original noch passender mit "One Dog and His Boy" betitelt - erzählt sie von den wirklich wichtigen Dingen im Leben, und wie das ständige Streben nach mehr den Blick darauf verstellen kann.

Der zehnjährige Henry sieht auf jeden Fall ganz klar und fällt nicht auf den Trick seiner Eltern rein. Als er am Montag von dem spontan eingefädelten Zahnarzttermin zurück kommt, ist sein Hund "Fleck" plötzlich verschwunden. Henry ist tief enttäuscht von seinen Eltern und heckt in aller Stille, dafür aber mit einer umso größeren Entschlossenheit, einen Plan aus, wie er und "Fleck" zusammen bleiben können.

Doch von Anfang an: Denn zunächst nimmt die Geschichte in der "Rent a Dog"- Agentur von Myron und Mavis Carker ihren Lauf. Die Carkers vermieten Rassehunde gegen Geld - viel Geld - für ein paar Stunden oder auch für ein paar Tage. Je nach dem, was dem Kunden gerade gelegen kommt. Einige Hunde - wie die fünf Hunde im Raum A - haben leidvoll erleben müssen, dass sie niemand behalten will. Mittlerweile haben sie verstanden, dass sie immer wieder zurück gebracht werden. Zum Glück aber gibt es das Mädchen Kayley, das sich rührend um ihre Schützlinge kümmert: Tagein-tagaus und auch an den Wochenenden. Als sie eines Tages einen kleinen, hungrigen Mischling entdeckt, der ein zu Hause sucht, nimmt sie ihn kurzerhand mit in die Agentur und behauptet, er stamme einer sehr seltenen Rasse ab, er sei ein "Tottenham-Terrier". Mr Carker nimmt den Hund unter Vorbehalt auf - nur wenn ihn jemand ausleiht darf "Fleck" bleiben.
Henry, der glaubt hier - denn er weiß nicht, dass es sich um eine "Rent-a-Dog"-Agentur handelt - seinen Hund fürs Leben zu finden, schaut sich lange um und fast, als er nicht mehr daran glaubt, DEN Hund zu finden, entdeckt er "Fleck". Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick und sie verleben ein wundervolles Wochenende - bis Fleck wieder in die Agentur zurück gebracht wird.

Als Fleck erneut ausgeliehen wird und er nur traurig neben den Kunden her trottet, kommt plötzlich wieder Leben in den kleinen Hund. Er nimmt plötzlich Henry´s Witterung auf. Endlich sehen sie einander wieder und ein großes Tohuwabohu bricht aus. Während Henry zurück nach Hause kehrt und heimlich ihre gemeinsame Flucht vorbereitet, wartet der unglückliche Fleck darauf, von den Fängern des Tierheims abgeholt zu werden.
Henry kommt gerade noch rechtzeitig um seinen Hund zu befreien - doch dabei büchsen mit der Hilfe von Pippa auch die anderen Hunde aus Raum A aus: Otto, der tapfere, gutherzige Bernhardiner, der davon träumt, wieder Rettungshund bei den Mönchen sein zu dürfen. Li-Chee, der Pekinese, der keinesfalls ein kleiner Schoßhund ist, sondern ein tapferer und unerschrockener Wächter der Kaiser. Die schwarze Pudelhündin Francine, die anmutig und überaus klug ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als wieder im Zirkus aufzutreten - und Honey, die wunderschöne Collie-Hündin, die ihre Arbeit als Hütehund mehr als alles andere vermisst.

Zusammen mit Kayleys kleiner Schwester Pippa, die sich nicht länger damit abfinden will, dass die Hunde dort unglücklich eingesperrt sind, macht sich Henry mit den Hunden auf den Weg zu seinen Großeltern ans Meer. Diese ahnen nichts von dem baldigen Besuch. Henrys Eltern sind außer sich vor Sorge und engagieren einen teuren Privatdetektiv, der die vermeintlichen Entführer Henrys dingfest machen soll. Während sich ihnen der Privatdetektiv an die Fersen heftet, reisen zwei Kinder mit fünf Hunden im Gepäck unbemerkt mit einem Zirkus, übernachten in einem Kinderheim und finden Schutz in einem Kloster. Ihr Weg ist lang und gefährlich, doch endlich darf Henry lernen, was Freundschaft bedeutet und kann für das kämpfen, was ihm wirklich wichtig ist.
Eva Ibbotson schaut der verwöhnten Überfluss-Gesellschaft schon sehr kritisch in die Seele und fragt nach dem, was uns glücklich macht. Ein großes Haus, ein teures Auto, Computerspiele oder kostbare Teppiche? Während Henrys Mutter unzufrieden darüber ist, dass das derzeitige Domizil nicht einmal über einen Swimming-Pool verfügt und dessen Vater ständig mit einem Knopf im Ohr mit Geschäftspartnern in aller Welt verhandelt, fühlt sich Henry einsam und sehnt sich nach einem echten Freund, den er lieb haben kann.
Auch die Tatsache, dass eine Hunde-Verleih-Agentur wie die der Carkers eine Nachfrage findet, sagt doch einiges über die Kundschaft aus. Wie lange ist ein Hund nett, wann wird er lästig?

Etwas überspitzt stellt Eva Ibbotson diese ganz auf den eigenen Vorteil ausgerichtete Gesellschaft, die frei von jeder Verantwortung oder Einschränkung sein will, schon dar. Auch in der Rolle von Henrys Eltern finden wir das eindeutig Überspitzte in deren Unverständnis, was Henry mit seinem Hund Fleck verbindet. Der englische Original-Titel "One Dog and His Boy" trifft es nämlich deshalb so viel besser, weil auch der Hund sich diesen Menschen ausgesucht hat und beide eine tiefe Liebe verbindet. All das sieht das Hauspersonal und natürlich auch die Leser - nur die Eltern nicht. Sie erzählen der alarmierten Polizei, dass ihr Sohn keinerlei Grund habe fort zu laufen - schließlich bieten sie ihm doch alles.
Nur Henrys Großeltern, die nicht viel Geld haben und in einem bescheidenen Häuschen am Meer leben, können die Gefühle ihres Enkels verstehen und haben Mitleid mit dem kleinen Kerl, der in dieser sterilen Umgebung heranwachsen muss.

Während all diese unschönen Dinge offenkundig werden und dem jungen Leser verdeutlichen, dass Henry gar nicht anders kann als dieser oberflächlichen Umgebung zu entfliehen, erzählt Eva Ibbotson von der abenteuerlichen Reise der beiden Kinder und den fünf Hunden. Auf ihrem Weg lernen wir sie gut kennen - auch die Hunde, denn ein jeder hat seine Geschichte und seine Persönlichkeit. Sie alle lassen einander zu keinem Zeitpunkt im Stich - auch wenn es so manches Mal bedeutet, das eigene Glück zurück zu lassen.

Henry erfährt zum ersten Mal, was es bedeutet, vorbehaltlos füreinander einzustehen. Zweifellos motiviert Eva Ibbotson ihre jungen Leser sich auf Henrys Seite zu schlagen und lässt sie doch ihre eigenen Schlüsse ziehen. Sie erzählt auf der einen Seite temporeich und spannend, auf der andere Seite aber auch einfühlsam und hintergründig. Dabei findet sie die richtigen Worte, um Freundschaft, Verlässlichkeit und Treue in den Mittelpunkt ihrer liebenswerten Geschichte zu stellen. Und spätestens als die Helden dieser Geschichte sich gegen alle Normen und Verbote auflehnen ist ihr die Empathie ihrer Leser sicher.
Sehr emotional wird sie, wenn es um die tiefe Bindung zwischen Henry und Fleck geht. Diese Mischung macht diese Geschichte für Kinder unwiderstehlich - vor allem für jene, die ebenfalls Hunde gern haben.

Eva Ibbotsons Geschichte hat ein rundum perfektes Happy-End, soviel möchte ich hier schon verraten. Wie es der "Zufall" so will, laufen die Kinder auf ihrer abenteuerlichen Flucht alle Stationen an, die den Hunden ein gutes zu Hause wären. Auf diese Weise löst sich die Verbindung der einzelnen Schicksale - ob Mensch oder Hund - ganz wunderbar auf. Auch mit Hilfe von Henrys Vater, der am Ende wirklich etwas verstanden hat.

Fazit:

Ein echtes "Hunde-Roadmovie" mit Herz, das Eva Ibbotson uns mit ihren "5 Hunden im Gepäck" beschert. Berührend, witzig und temporeich erzählt sie von der langen Reise zweier Kinder und fünf Hunden, die ihr Glück in der Welt suchen - und finden!

Stefanie Eckmann-Schmechta

 

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